Die Zukunft beginnt jetzt

Gemeinsam mutig gestalten ist das Motto des Samariterbundes in Favoriten. Corona hat uns gezeigt: Was eben noch klar schien, ist plötzlich höchst widersprüchlich. Die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und damit verbunden die Inflation setzt vielen Unternehmen, Einsatzorganisationen, Vereinen und vor allem Menschen von jung bis alt kräftig zu. Zugleich eröffnet sie aber neue Möglichkeiten. Wer diese zu nutzen versteht, kann gestärkt aus der Krise hervorgehen. Egal, was vorher der Plan war – jetzt ist jetzt. Wichtig ist zu erkennen: Was ändert sich durch die Krise? Welche Bedürfnisse verschwinden, welche entstehen neu? Und wer benötigt unsere Hilfe vor allem am nötigsten?

Wir stehen vor einer neuen Zeit, die wir uns so gar nicht gewünscht haben. Russlands Angriffskrieg hat die Welt in eine neue Zeit katapultiert, unglaubliches Leid über Millionen Menschen in der Ukraine gebracht. Aber auch “Hitzewellen, Dürren, Fluten von einer Wucht, wie wir sie nie gesehen haben”. Millionen Menschen sind auf der Flucht vor Folgen der Klimakrise, weitgehend ohne dass die Welt sich darum kümmert. Die meisten kaufen weniger Kleidung, günstigere Lebensmittel ein und konsumieren insgesamt weniger. Gut ein Drittel der Menschen fährt seltener mit dem Auto und verzichtet derzeit auf Flugreisen oder schränkt diese zumindest ein. Gleichzeitig ist die Mehrheit bereit, das eigene Konsumverhalten für den Klimaschutz zu verändern. 75 Prozent würden ihre Kleidung länger tragen, statt neue zu kaufen. 60 Prozent wollen energiesparende Elektrogeräte kaufen, weitere 45 Prozent würden defekte Geräte reparieren lassen, anstatt sie neu zu kaufen.

Überall fehlt immer mehr das Personal

“Der Arbeitskräftemangel gehört zu den größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft und ist ein ernstzunehmendes wirtschaftliches aber auch soziales Problem. Im Gegenzug werden die Ansprüche der Bürger immer höher. Man möchte ein 360-Grad-Versorgungspaket. Aber auch der Anspruch an das Ehrenamt und die Freiwilligen ist höher geworden. Es wird mehr Qualifikation, Kompetenz und Verantwortung vorausgesetzt. Dies paart sich mit den negativen Erlebnissen, die in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben. Auch ist es wichtig auf die Sorgen und Ängste der jungen Menschen einzugehen und die Verhältnisse der Menschen zu erleichtern”, erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten.

Chancen nutzen

“Die Demographie prägt die Welt von morgen! Wir müssen neue Strategien entwickeln, aber auch unsere Vision und Mission immer im Auge behalten, denn die Werte und das Leitbild des Samariterbundes sollen zum Ausdruck bringen was wir tun und warum wir es tun. Klare Regeln, Flexibilität sowie schnelle und unbürokratische Hilfe, für jene die jetzt unsere Hilfe besonders benötigen, ist das Gebot der Stunde. Wir müssen die Chancen der Digitalisierung nutzen und auch die richtigen Mitarbeiter für unsere Organisation gewinnen. Wir müssen auch in der Kommunikation auf Sinnhaftigkeit und Authenzität setzen. Vielleicht müssen wir auch da und dort Exit-Entscheidungen fällen, damit wir weiterkommen”, ergänzt Peter Erdle.

Wie gewinnen wir die besten Köpfe für unsere Einsatzbereiche?

Lebenslanges Lernen hilft uns, im Beruf bestehen zu können und am Puls der Zeit zu bleiben. Bildung ist der Schlüssel, um neue Wege zu gehen und die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Soziale Ruhe, ein gutes Miteinander und vor allem Chancengleichheit muss das Ziel sein. Das Thema Recruiting ist für den Samariterbund wichtig – sei es in der hauptamtlichen Mitarbeit oder im Ehrenamt, im Zivildienst oder auch im Freiwilligen Sozialjahr. Um neue Impulse für das Recruiting und die Arbeitgebermarke zu bekommen, veranstaltete die Abt. Zukunft im November 2022 einen Online-Workshop zum Thema „Recruiting beim Samariterbund“. Wir konnten dafür den Recruiting-Experten Reinhard Krechler des Unternehmens „Beraterkreis“ gewinnen. 

Aber auch als NGO ist es wichtig produktiv zu sein

“Die wichtigsten Einflussfaktoren, die auf die Arbeitswelt von heute wirken sind vor allem Zukunftstrends, Demographischer WandelDigitalisierung, Gesellschaftlicher Wandel aber auch die Teuerungen die auf alle zukommen. Weiterbildung neu denken ist unser Anspruch. Die digitale Aus- Fort- und Weiterbildung und professionelle Trainings im Rettungs-, Sozial- und Gesundheitswesen sind ein wichtiger Faktor für hoch qualifizierte Arbeit am Menschen. Unser Schwerpunkt liegt klar auf erfolgreicher Kommunikation, denn diese fließt in alle Ebenen unseres Lebens- und Arbeitsbereichs ein. Wir arbeiten mit Live-Calls, Videoserien und maßgeschneiderten Podcasts zu bestimmten Themen”, ergänzt Erdle.

Was ist tatsächlich Produktivität?

Unter Produktivität stellen wir uns meist vor, dass wir so viel wie möglich in so wenig Zeit wie möglich erledigen. Produktivität ist aber etwas ganz anderes, nämlich unsere Aufmerksamkeit und unseren Fokus auf die wichtigsten Aufgaben zu legen – und diese sorgfältig zu erledigen, denn  “gelebte Nachhaltigkeit” und vor allem der “Umwelt- & Klimaschutz” sowie “Soziale Gerechtigkeitist beim Samariterbund sehr wichtig. Wir setzen uns täglich für eine bessere Welt ein und tragen zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung bei. Wenn wir das nicht tun, entstehen neue Probleme und Aufgaben, einfach nur, weil wir uns nicht genügend Zeit dafür genommen haben.

Vernetzung wichtiger denn je …

Mehr denn je braucht es den Weg des sozialen Miteinanders. Networking ohne Ziel ist wenig Wert und es besteht die Gefahr, dass wertvolle Zeit verschwendet wird. Tatsächlich ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Vernetzung die Fähigkeit, jene Schlüsselpersonen zu identifizieren, die uns beim Erreichen der Ziele helfen können. Das Wesen der Vernetzung besteht darin, langfristige und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. In einer transparenten Welt von heute, in der alle Informationen über uns nur einen Klick entfernt sind, ist die Bedeutung der Authentizität noch größer.

Gerade in Zeiten der Ressourcenknappheit, des demografischen und sozialen Wandels und der steigenden Katastrophenfälle brauchen wir einen engeren zivilgesellschaftlichen Zusammenhalt – über Grenzen hinweg, zwischen den Generationen und Kulturen. Die Weiterentwicklung von Aktivitäten und Dienstleistungen steht und fällt dabei vor allem durch die verbandsübergreifende Kooperation, durch den Austausch von bewährten Praktiken und innovativen Ideen.

Best Practices

Ziel seitens aller Akteure, ob Freiwilligenorganisation selbst oder politische Entscheidungsträger auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene, sollte daher die Realisierung einer stärkeren interkulturellen und grenzüberschreitenden Sensibilisierung und Kooperation von ehren- und hauptamtlichen Kräften sein. Die Anerkennungskultur für ehrenamtliches Engagement muss kontinuierlich gefördert und Maßnahmen zur Engagementförderung ergriffen werden. 

Erfolgreiches Networking bedeutet daher Geben und Nehmen und erfolgreiche Netzwerker sind hilfreich, authentisch und an anderen echt interessiert. Es geht darum, für beide Seiten vorteilhafte Beziehungen aufzubauen. Die Art und Weise, wie wir uns verhalten, definiert unsere persönliche Marke und bringt uns erfolgreich in die Zukunft. Gute Beispiele dafür sind ist hier der “K-Kreis Wien”, Reden tut gut”, Winterpaket: Wir lassen niemanden allein“Landkarte der Herzsicherheit – Definetzwerk” oder “PULS-Schulprojekt “Ich kann Leben retten!”. Für die Wiener Bevölkerung bedeutet das, dass sie im Ernstfall jederzeit auf rasche, hochprofessionelle und top organisierte Hilfe zählen kann und auch selbst Vorsorge für Krisenzeiten trifft”, ergänzt Erdle.

Zukunft 2025: Bundesländer-Team SAMMORROW

Das Team besteht aus haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern und soll eine Ergänzung zu bestehenden Gremien auf Leitungsebene darstellen, um den Samariterbund gemeinsam weiterzuentwickeln. Je zwei Vertreter*innen pro Bundesland kommen zu gemeinsamen Treffen wo der Austausch von Erfahrungen und Know-how unter den Samariter*innen regions- und bereichsübergreifend stattfindet. Das Bundesländer-Team SAMMORROW treibt Zukunfts-Projekte im Rahmen der Vision 2025 in den einzelnen Bundesländern voran. Die Organisation, Betreuung und Koordination erfolgt durch die Abteilung Zukunft. Auch hier bringen wir uns als Gruppe aktiv ein.

Und übrigens, bleiben wir SMART …

  • S – spezifisch: Wir achten darauf, das Ziel konkret, spezifisch und präzise zu formulieren.
  • M – messbar: Umsetzbare Ziele sind grundsätzlich messbar. Kennzahlen und genaue Angaben zeigen uns, ob das Ziel erreicht wurde.
  • A – angemessen und attraktiv: Wir sehen in unserem Ziel eine Herausforderung und gestalten die Aufgaben so, dass wir weder über- noch unterfordert werden. Das weckt unseren Ehrgeiz.
  • R – realistisch: Klar, ein Ziel sollte machbar sein, sonst sind wir ganz schnell demotiviert.
  • T – terminiert: Jedes Ziel braucht einen Zeitrahmen, ab und bis wann die Aufgabe erledigt werden soll.

 

Durch tatkräftiges und innovatives Handeln, respektvollen Umgang und dem festen Willen, die Lebensqualität für die Bevölkerung zu erhalten und zu verbessern, übernehmen wir tagtäglich solidarisch Verantwortung.

“Hilfe von Mensch zu Mensch”

 

Ihre SamariterInnen aus Wien Favoriten ❤️

Foto: Samariterbund/SPÖ/Favoriten