Samariterbund: Reden wir über die Auswirkungen der Covid19 Pandemie

Die Corona-Impfungen haben in Europa über 1,4 Millionen Leben gerettet, in Österreich waren es rund 25.000. Obwohl sich seit der Pandemie einiges geändert hat, forderte die Covid19-Pandemie von den Menschen und der Gesellschaft in vielerlei Hinsicht einen hohen Tribut: angefangen bei langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen und finanziellen Rückschlägen bis hin zu sich wandelnden demografischen Strukturen und veränderten Konsumgewohnheiten. Wir mögen zwar alle mit der Coronakrise konfrontiert sein, aber wir sitzen mit Sicherheit nicht im selben Boot. 

Wie COVID-19 unser Leben für immer verändert hat

Während der Pandemie hat die Regierung Maßnahmen ergriffen, um die Fallzahlen niedrig zu halten, damit die nationalen Gesundheitssysteme nicht zusammenbrechen. Doch mit dem Fortbestehen der Pandemie standen die Gesundheitssysteme vor einer neuen Herausforderung und zwar davor, die Versorgung der steigenden Fälle von COVID-19-Überlebenden, die mit Lungen-, Gehirn- und Herzschäden zu kämpfen haben, zu gewährleisten.

Das Gesundheitssystem gerät in den kommenden Jahren unter erhöhten Druck

Das Misstrauen gegenüber Regierungen und Medien ist gewachsen, während sich Falschinformationen wie ein Lauffeuer ausbreiteten. Grund dafür ist, dass das Vertrauen in bisher als zuverlässig erachtete Informationsquellen verloren geht. Speziell Frauen sind von der Krise mehr betroffen als Männer.

Gesundheit und Psyche

Mit dem Fortschreiten der Pandemie verschlechterte sich die psychische Gesundheit von vielen Menschen. Isolation aufgrund von COVID-19-Beschränkungen und Lockdowns, der Verlust des Arbeitsplatzes oder die Arbeitsplatzunsicherheit, die Belastung durch Homeschooling, die Angst, sich mit dem Virus anzustecken oder es anderen zu übertragen und die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen haben der psychischen Gesundheit von vielen schwer zugesetzt. Bei einigen hat die Pandemie Angstzustände, Depressionen, Unruhe, Schlafstörungen, Stress, Zwangsstörungen oder Posttraumatische Belastungsstörungen ausgelöst oder diese verstärkt.

Die Fettleibigkeit, die in vielen entwickelten Ländern bereits eine Epidemie darstellt, hat sich durch die Pandemie weiter verschlimmert. Der fehlende Zugang zu Fitnessstudios, das Festsitzen zu Hause und chronischer Stress, Isolation und Langeweile haben zu verstärktem Naschen von stark verarbeiteten Lebensmitteln und Gewichtszunahme geführt.

Die psychische Belastung durch die Pandemie hat zu einem weiteren Gesundheitsproblem geführt und zwar zu einem Anstieg des Drogenkonsums. Darüber hinaus konsumieren aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen mehr Menschen allein Drogen, was wiederum zu einem Anstieg von Überdosen und Todesfällen führt. Erschwerend kommt hinzu, dass während der Pandemie Probleme bei der Drogenbeschaffung einige Konsumenten und Konsumentinnen dazu gebracht haben, gefährlichere Drogen zu nehmen, wenn andere, weniger gefährliche Drogen nicht verfügbar waren.

Die Gewalt an Frauen und Mädchen hat während der Lockdowns zugenommen. In vielen Fällen haben die pandemiebedingten Einschränkungen die Opfer noch stärker isoliert, zum Schließen wichtiger Hilfsdienste geführt und die Familien zusätzlich belastet, was zur Verschlimmerung der häuslichen Gewalt beigetragen hat.

Sucht und Drogenkonsum: Alkohol ist nach wie vor jene psychoaktive Substanz, mit der in Österreich die meisten Menschen Erfahrungen machen. Österreich bleibt beim Alkohol Hochkonsumland. Neue Nikotinprodukte sind im Vormarsch, obwohl der Zigarettenkonsum generell sinkt. Die in Österreich am häufigsten konsumierte illegale Substanz ist Cannabis. Drogenbezogene Todesfälle (tödliche Überdosierungen) nehmen weiterhin zu, auch bei Jüngeren. Das zeigt der Sucht- und Drogenbericht 2023 | Gesundheitsportal. Die Medien- und Spielsucht ist bei Kindern deutlich gestiegen. Krankhaftes Computerspielverhalten und Social-Media-Sucht haben bei Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie einer Studie zufolge zugenommen. Weitere Infos gibt es hier.

Long Covid: Menschen haben noch mit Symptomen zu kämpfen haben, obwohl sie das Virus nicht mehr in sich tragen. Die Symptome reichen von Müdigkeit und Gliederschmerzen bis hin zu Konzentrationsstörungen, Muskelschwäche und Schlafproblemen. Es ist unklar, ob diese Symptome mit der Zeit verschwinden werden oder ob die Patienten und Patientinnen bleibende Schäden davon getragen haben.

Impfschäden: Bis Ende 2023 wurden insgesamt 2.251 Schadensfälle aufgrund der Covid-Impfung geltend gemacht, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Mit der Zulassung der CoV-Impfstoffe entbrannte eine Diskussion um mögliche Impfnebenwirkungen oder sogar um mögliche Impfschäden. Jetzt gibt es neue Zahlen aus dem Gesundheitsministerium zu registrierten schweren Impfnebenwirkungen in Österreich.

Organschäden: Wie eine neue Studie zeigt, halten Organschäden bei Covid-Patienten lange an. Selbst bei denjenigen, die zunächst nicht schwer betroffen waren, was einmal mehr Bedenken hinsichtlich der langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen des Coronavirus aufkommen lässt. Die im Journal of the Royal Society of Medicine veröffentlichte Studie konzentrierte sich auf Patienten, die über extreme Atemnot, kognitive Störungen und eine schlechte gesundheitsbezogene Lebensqualität berichteten. 536 Patienten mit Long Covid wurden in die Studie aufgenommen. 13 Prozent waren bei der Erstdiagnose von Covid-19 in ein Krankenhaus eingewiesen worden, während 32 Prozent der Studienteilnehmer im Gesundheitswesen tätig waren.

Schlaflosigkeit: Eine kürzlich durchgeführte Studie unter der Leitung von Dr. Huong Hoang von der Phenikaa-Universität in Vietnam hat ein bedeutendes Nachspiel von COVID-19 hervorgehoben: das weitverbreitete Auftreten von Schlaflosigkeit bei Personen, die sich mit dem Virus infiziert haben, einschließlich solcher mit milden Fällen, die zu Hause behandelt wurden. Veröffentlicht im Journal Frontiers in Public Health, lenkt diese Forschung die Aufmerksamkeit auf die umfangreichen Auswirkungen von Nach-COVID-19-Komplikationen auf die Schlafmuster, die Individuen unabhängig von der Schwere ihrer Infektion betreffen.

Beruf, Arbeit und Wirtschaft

Dienstleistungssektor und das Gastgewerbe

Branchen, in denen viele Frauen arbeiten, waren im Vergleich zu den eher von Männern dominierten Angestelltenjobs, die von zu Hause aus erledigt werden können, besonders stark betroffen. Viele junge Menschen mussten ihre Ausbildung unterbrechen oder ganz abbrechen. Andere haben ihren Arbeitsplatz verloren, vor allem jene, die im Dienstleistungs-, Hilfsarbeiter- und Verkaufsbereich tätig. 

Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen

Viele Frauen mussten sich zwischen der Betreuung ihrer Kinder und ihrer Karriere entscheiden. Je länger Frauen nicht erwerbstätig sind, desto gravierender sind die Auswirkungen auf ihre langfristige wirtschaftliche Sicherheit, ihr Wohlergehen und ihr Einkommen. Arbeitsplatzverluste, unsichere Arbeitsplätze, reduzierte Arbeitszeiten und Lohnkürzungen – die Pandemie hat die Lebensgrundlage vieler Menschen erheblich beeinträchtigt.

Büroangestellte waren besser dran

Sie konnten von zu Hause aus arbeiten, während Personen im Dienstleistungssektor, in der Reisebranche, in Freizeitbetriebe und im Gastgewerbe und in anderen betroffenen Branchen massive Arbeitsplatzverluste hinnehmen mussten und sich nur schwer wieder erholen. waren. Wieder anderen war es erst gar nicht möglich nach dem Studium erstmals beruflich Fuß zu fassen. Darüber hinaus haben junge Menschen aufgrund des mangelnden Kontakts zu ihren Freunden und Freundinnen auch mit pandemiebedingten psychischen Problemen wie Angstzuständen und Depressionen zu kämpfen.

Soziale Kontakte 

Während viele annahmen, dass das zu Hause Festsitzen zu einer steigenden Geburtenrate führen würde, ist in Europa genau das Gegenteil eingetreten. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich die Menschen unsicher in Hinblick auf ihre Zukunft fühlen. Der Rückgang an körperlichem Kontakt und die Verlagerung auf digitale Interaktion ist auch verantwortlich für weniger Geburten. Menschen haben Schwierigkeiten, ihre finanziellen Ziele zu erreichen. Schulden wurden aufgenommen oder die Bezahlung der Rechnungen wurden aufgeschoben haben, um Lohn- oder Gehaltseinbußen auszugleichen.

Auswirkungen für die Zukunft

Experten und Expertinnen sind sich tendenziell darüber einig, dass wir eine K-förmige Erholung der Wirtschaft erleben. Das bedeutet, dass sich größere Unternehmen besser und schneller erholen. Große Firmen und öffentliche Einrichtungen hatten einen besseren Zugang zu Fördergeldern, während die kleineren Akteure und Akteurinnen außen vor bleiben und viele ihre Tätigkeit endgültig einstellen müssen. Bereits bestehende Ungleichheiten haben sich verschärft, was sich bei einigen dauerhaft auswirkt, da Arme weniger Zugang zu den notwendigen Ressourcen haben.

Homeoffice

Für viele hat sich die Arbeit im Homeoffice als positiv erwiesen, da das Pendeln wegfällt und sie mehr Zeit für die Familie und zum Schlafen haben. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen sind ebenso glücklich darüber, nun weniger Geld für Büroräumlichkeiten, Pendelzuschüsse und andere Kosten auszugeben. Unternehmen sparen also für jeden Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin ein, der oder die zumindest zeitweise von zu Hause aus arbeitet. Das Homeoffice-Modell in Verbindung mit den hohen Kosten für städtische Immobilien und dem Wunsch, der Enge zu entfliehen hat einen weiteren pandemischen Trend befeuert: die Flucht aus der Großstadt aufs Land. Viele Stadtbewohner:innen ziehen in die Vororte, Kleinstädte und ländliche Gemeinden auf der Suche nach Natur und viel Platz.

Online-Shopping

Die beschleunigte Verlagerung vom konventionellen Einkaufen zum  neuen E-Commerce-Trends.  Dazu gehören der Online-Einkauf von Speisen und Lebensmitteln, der Online-Einkauf mit Abholung im Geschäft. In dem Bemühen, in diesen schwierigen Zeiten wettbewerbsfähig zu bleiben, haben sich viele Unternehmen auf digitale Technologien gestützt. Das beste Beispiel ist die Umstellung von Geschäftsreisen auf Videokonferenzen.


Interessante Links:

 

 

Helfen auch Sie mit!

 

Ihre SamariterInnen aus Wien Favoriten