Wir leben nach wie vor in einer Wegwerfgesellschaft

221.800 Tonnen Kleidung landen in Österreich jährlich im MüllWachsender Konsum und immer neue Produkte, die von der Wirtschaft ersonnen werden, um sie dann verkaufen zu können, führen zunehmend auch zu Problemen bei der Entsorgung dessen, was am Ende überbleibt. Vieles wird weggeworfen, obwohl es noch verwendbar wäre, oder weil die Reparatur teurer als eine Neuanschaffung ist. Diese Verschwendung wertvoller Ressourcen führt zu Engpässen, Preissteigerungen und riesigen Abfallbergen. Textilien und sehr viele Produkte, die nach ihrem, oft sehr kurzen, Gebrauch einfach weggeschmissen werden. Die Auswirkungen für Mensch und Umwelt sind gravierend. 

Obwohl es vielen Menshcen in Österreich finanziell nicht mehr so gut geht, werden pro Kopf jährlich rund 19 kg Textilien gekauft. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 320 g pro Stück entspricht das jährlichen 60 Kleidungsstücken pro Österreicher*in. Im Durchschnitt kaufen wir also mehr als ein Kleidungsstück pro Woche. Bis 2025 müssen gemäß EU-Vorgaben alle Alttextilien getrennt gesammelt werden. Derzeit übernehmen vorwiegend karitative Organisationen (57 Prozent) das Sammeln und Sortieren, gefolgt von der gewerblichen Sammlung mit 31 Prozent und der kommunalen Sammlung mit zwölf Prozent.

221.800 Tonnen Kleidung landen in Österreich jährlich im Müll

Unsere natürlichen Ressourcen sind aber ein wertvolles Gut. Die hergestellten Produkte verbrauchen große Mengen an Wasser und wertvollen Rohstoffen und werden oft direkt für die Tonne produziert. Deshalb sei es umso wichtiger, nicht mehr genutzte Alttextilien ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft wieder zu verwenden und zu verwerten. Gleichzeitig muss sich aber auch bereits bei der Produktion, beim Bewusstsein der Industrie und bei unserem Konsumverhalten etwas ändern und Regionalität und Qualität müssen wieder mehr in den Fokus rücken.

Samariterbund Projekte gegen Armut in Österreich

Der Samariterbund unterstützt mit zahlreichen Projekten Menschen in schwierigen Verhältnissen. Die notwendigen Mittel werden über Spenden, Wohltätigkeitsveranstaltungen und Sponsoren aufgebracht. Gemeinsam mit der Armutskonferenz drängen wir auf vorausschauende und nachhaltige Maßnahmen: Langzeitarbeitslosigkeit, Therapieplätze, Wohnen, Schule, Working Poor, Schuldenberatung, u.v.m. Auch du kannst persönlich helfen. Immer wieder gibt es seitens des Samariterbundes konkrete Aufrufe wo und für wen genau Kleidung benötigt.

Eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt:

75.000 Tonnen Textilien landen pro Jahr im Restmüll, 26.000 werden getrennt gesammelt – 11,2 kg bzw. 35 Kleidungsstücke werden von jedem und jeder Einzelnem im Durchschnitt also jährlich wieder entsorgt. Dabei hat jeder von uns bereits ein durchschnittliches Kleidungslager von 50 kg (156 Kleidungsstücken) zuhause angehäuft. D.h. Jeder Österreicher entsorgt pro Jahr vier Kilo an Altkleidern. In Österreich landen jedes Jahr rund 221.800 Tonnen Textilien im Müll. Nur 17 Prozent der Kleider werden wiederverwendet und recycelt, der überwiegende Teil verbrannt. Laut Studie ist angesichts des steigenden Kleiderkonsums und dem Trend auf dem Modemarkt zu „Fast Fashion“ die Menge der in der EU pro Person gekauften Kleidung in nur wenigen Jahrzehnten um 40 Prozent gestiegen. So wächst auch die Menge an anfallenden Altkleidern rasant an.

Was passiert mit der Bekleidung

97 Prozent der Textilabfälle kamen von Einzelpersonen, aus Haushalten oder von Betrieben. Nur etwa drei Prozent sind Produktionsabfälle. Pro Person landen jährlich mehr als vier Kilo Altkleider, Altschuhe, Haus- und Heimtextilien in der Altkleidersammlung.

  • 10 % = 221.834 Tonnen wurden für den Second-Hand-Bedarf genutzt
  • 7 % recycelt
  • 77 % werden verbrannt und in Energie umgewandelt
  • 6 % landen auf Deponien oder werden im Ausland ohne Energiegewinnung verbrannt

Die Herstellung ist oft problematisch!

Je nach verwendeter Faser treten bei Textilien unterschiedliche ökologische und soziale Probleme auf.

  • Kunstfasern wie Polyester (z.B. für Sportkleidung) werden aus Erdöl hergestellt. Eine mit 2,8 kg Polyester gefüllte Waschmaschine gibt pro Waschgang rund 460.000 Kunststoffpartikel ab, wonach in Österreich hochgerechnet pro Jahr rund 21 Tonnen Mikroplastik ins Abwasser gelangen.
  • Textilien aus Baumwolle bestehen aus einem nachwachsenden Rohstoff, doch Baumwolle ist die pestizidintensivste Pflanze der Welt. Kleidung aus Wolle kann aus Sicht des Tierwohls problematisch sein, wenn bei den gescherten Schafen sogenanntes „Mulesing“ betrieben wird, das die schmerzhafte Entfernung von Haut rund um den Schwanz der Schafe beschreibt.
  • Die sozialen Bedingungen entlang der Textil-Wertschöpfungskette sind oftmals verheerend, der Lohn einer Näherin macht dabei oft nicht mehr als 1 % des Preises eines Kleidungsstückes aus. Landet Kleidung in der Natur, so kann es je nach Textilart mehrere Jahrzehnte dauern, bis diese vollständig verrottet.

 

Was kann jede/-r Einzelne dagegen tun?

  • Weniger Kleidung kaufen
  • Kleidung gebraucht kaufen oder tauschen
  • Bio- („GOTS“) und Fairtrade-zertifizierte Kleidung kaufen

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.

 

Links & Quellen:

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Ihre SamariterInnen aus Wien Favoriten ❤️

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