Samariterbund Sozialmärkte helfen durch die Krise

Wer wirklich wenig hat darf kommen! Wer in einem Sozialmarkt einkaufen will, benötigt eine Berechtigungskarte. Krisen betreffen immer zuerst die Schwächsten unserer Gesellschaft.  Die Teuerung trifft vor allem Alleinerziehende, Pensionisten und junge Menschen. Die Inflation ist in Österreich auf dem höchsten Stand seit 1970. Der Bedarf an günstigen Lebensmitteln aber auch von anderen Artikeln steigt rapid. Die letzte Hoffnung für finanziell in Not Geratene sind die Wiener Sozialmärkte. Fünf davon werden vom Samariterbund in Wien betrieben. Doch der große Andrang führt bereits zu einer Warenknappheit von Grundnahrungsmitteln. Daher sind wir dankbar über jede Spende!

Immer mehr Menschen machen sich um die Haltung ihres Lebensstandards Sorgen und greifen häufiger auf Ersparnisse zurück. die Folgen der Teuerungswelle machen sich auch in unseren Sozialmärkten bemerkbar. Wegen der hohen Kosten für Lebensmittel, Strom und Heizung ist die Situation derzeit noch weitaus prekärer. Seit Jahresbeginn steigt die Zahl unserer Kund*innen rasant an. Dieser große Andrang führt nicht nur zu einer Warenknappheit – Sozialmärkte müssen Ware zukaufen – sondern auch zu einem größerem Bedarf an ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, um den Kundenansturm bewältigen zu können. Wir suchen daher dringend nach motivierten Menschen, die gerne Menschen helfen und etwas beitragen möchten.

Hilfe beim Samariterbund in Favoriten

“Unser Samariterbund Sozialmarkt: SOMA in der Gellertgasse 42-48 bietet neben günstigen Lebensmitteln zusätzlich auch eine Sozialberatung in Favoriten an. Sozialmärkte beziehen weder Spenden noch Geld vom Staat. Sie finanzieren sich rein über die Einnahme der verkauften Waren, die sie so zu einem Symbolpreis verkaufen. Die Waren erhalten die Märkte von anderen Geschäften, die diese nicht mehr verkaufen können. Während sich manche freuen, sich durch Einsparungen im Sozialmarkt in anderen Bereichen mehr leisten zu können, werden andere Kund*innen in existenziellen Sorgen psychisch entlastet. Reden tut gut: Deshalb gibt es eine Samariterbund Sozialberatung auch in Favoriten. Der Samariterbund Wien engagiert sich in der Lebensmittelabfallvermeidung und unterstützt damit auch gleichzeitig den Klimaschutz“, erklärt Karl Svoboda, geschäftsführender Obmann vom Samariterbund Wien.

Bereits 17 Prozent können nicht mehr alle Rechnungen bezahlen!

Die aktuellen Inflationsdaten von Statistik Austria zeigen ganz klar: Die Inflation und Preisentwicklung zieht in Österreich weiter kräftig an. Viele sparen bereits jetzt beim Kauf neuer Kleidung oder beim Urlaub. Immer mehr müssen sich auf den Kauf lebensnotwendiger Güter beschränken. Erstmals seit 25 Jahren: Extreme Armut und extremer Reichtum steigen. Vor allem Pensionist*innen und alleinerziehende Mütter mit geringem Einkommen können sich Obst, Gemüse, Gebäck, Milch und Hygieneartikel zu den marktüblichen Preisen kaum noch leisten. Hauptgruppen sind dabei Verkehr, Wohnung, Energie und leider auch Lebensmittel, die in den letzten Monaten überdurchschnittlich stark anstiegen. Dazu kommt, dass viele ihren Kontorahmen überziehen und hohe Überziehungszinsen bis zu 13 % an die Banken zahlen müssen”, erklärt Wolfgang Zimmermann, Landessozialreferent vom Samariterbund Wien.

8,47 Euro Mehrwert

“Sozialmärkte können armutsgefährdete Menschen unterstützen und die Lebensmittelverschwendung eindämmen. Gleichzeitig sind sie auch soziale Einrichtungen. Ein Mittel im Kampf gegen die Armut sind sie jedoch nicht. Eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien konnte errechnen, dass jeder investierte Euro in einen Sozialmarkt 8,47 Euro Mehrwert schafft. Konkret für das Untersuchungsjahr bedeutete das: Den Investitionen von etwa 11,2 Millionen Euro – die sich durch Umsatzerlöse, Förderungen, Geld- und Sachspenden zusammensetzen – standen 95,5 Millionen Euro Mehrwert gegenüber”, ergänzt Zimmermann.

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Bild: Samariterbund