Mit Sicherheit ins Neue Jahr

Brandgefahr, Verletzungsgefahr und Lärmbelästigung: In Wien herrscht auch zu Silvester ein Feuerwerk-Verbot. Adventkränze und Christbäume sind nach Weihnachten trocken und brandgefährlich! Zum Jahreswechsel werden dennoch Millionen Euro in Form von Raketen und Knallkörpern im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft geblasen. Unsachgemäßes Hantieren, Abfeuern unter Alkohol, verantwortungslose Weitergabe von Feuerwerkskörpern an Kinder, fehlerhafte Feuerwerkskörper, selbstproduzierte Knallkörper, illegale Böller sowie Rowdytum mit Feuerwerkskörpern führen jährlich zu zahlreichen Unfällen und Sachschäden. Für rund tausend Österreicher endet jährlich der pyrotechnische Silvesterspaß im Krankenhaus. 

“Pro Jahr endet für viele Österreich:innen die Silvesternacht in der Notaufnahme. Die Unfälle und Verletzungen durch Feuerwerkskörper werden hinsichtlich der Schwere und ihrer Dauerfolgen seit Jahren unterschätzt. Der Samariterbund appelliert daher ohne Silvesterkracher zu feiern. Das lautstarke Spektakel ist außerdem eine Belastung für viele ältere oder kranke Menschen und die Tierwelt. Besonders Augen, Ohren und Hände sind durch Feuerwerks- bzw. Knallkörper besonders in Mitleidenschaft gezogen. Verbrennungen und Schalltraumata sind die Folge“, erklärt Dr. med. univ. Andreas Bendtsen, Gruppenarzt und Medizinischer Leiter des Samariterbund Bildungszentrums Favoriten.

Erste Hilfe bei Unfällen mit Feuerwerkskörpern

Hier die wichtigsten Tipps zur Ersten Hilfe bei Unfällen mit Böllern und Feuerwerkskörpern:

  • Selbstschutz vor Fremdpersonenschutz: Verletzte Person aus dem Gefahrenbereich bringen/retten. Vorsicht vor eventuell noch nicht explodierten Böllern und Raketen!
  • Sicherung der Vitalfunktionen (Atmung, Puls), ggf. stabile Seitenlage (bei bewusstlosen aber atmenden Personen) bzw. Beginn der Reanimation+Defi-Einsatz bei Atem-/Herzstillstand (Herzmassage!)
  • Alarmierung Rettung/Notarzt (144 . Notfalls anwesende Passanten/Zuschauer miteinbeziehen um Erste Hilfe Maßnahmen fortzuführen.
  • Folgendes wird abgefragt:
    • Wo – ist etwas geschehen?
    • Was – ist genau geschehen?
    • Wie – viele Personen sind betroffen?
    • Welche – Art der Verletzung / Not liegt vor?
    • Warten – auf weitere Rückfragen!
  • Bei der/den verletzten Person/en bleiben, beruhigen.
  • Bei abgelegenen Örtlichkeiten und in großen Menschenmengen einen Einweiser für die Rettungskräfte abstellen.

 

Gesundheitsgefährdung und Brandgefahr

Die Verwendung von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 ist im Ortsgebiet grundsätzlich ganzjährig verboten. Adventkränze und Christbäume sind jetzt trocken und brandgefährlich! Studien zeigen auch, dass zu Silvester mehr gesundheitsgefährdender Feinstaub in die Luft gesprengt wird als durch den gesamten Autoverkehr während eines ganzen Jahres. Dazu kommen Schwermetalle, Chemikalien und diese Schadstoffe gelangen in Natur und Gewässer. Die Sicht auf unsere Natur am nächsten Tag ist getrübt durch Millionen Partikel Feinstaub. Nicht selten sind auch Sachbeschädigungen und Brände durch Blindgänger oder unsachlich bediente Feuerwerkskörper die Folge. Das alles für ein paar Minuten Lichtzauber? Daher unsere Bitte auf Feuerwerke und Böller verzichten – auch für das Wohl von Wild- und Heimtieren”, ergänzt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten.

Besonders Tiere leiden unter Angst und Stress

„Haus- und Wildtiere reagieren sensibel auf Lärm. Jährlich gibt es hunderte Meldungen von Hunden, die wegen der Knallerei von Feuerwerkskörpern entlaufen sind. Gerade zu Silvester braucht Sie Ihr Tier ganz besonders. Bereiten Sie Ihren Hund auf die Zeit rund um Silvester vor und treffen Sie entsprechende Vorkehrungen. Wie ihr Ihnen die Angst ein wenig nehmen und gemeinsam entspannter ins neue Jahr kommen könnt, erfahrt ihr in diesem Video“, erklärt Jochen Gold, Staffelkommandant von Samariterbund Therapie- und Begleithundestaffel Favoriten.

  • WICHTIG: Lassen Sie Ihre Tiere NICHT alleine zu Hause. Seien Sie für Ihre Tiere da und strahlen Sie Ruhe und Geborgenheit aus.
  • Spaziergänge und Gassi-Geh-Runden um Silvester NUR an der Leine. Bitte auch bedenken, dass es an Tagen VOR und NACH Silvester ebenfalls zu Knallereien kommen kann. Die Spaziergänge zu Silvester so wählen, dass Sie nicht in der stärksten Knallerei im Freien unterwegs sind.
  • Am richtigen Ort: Meiden Sie bitte Orte, an denen es viel Silvesterknallerei gibt. Vielleicht ist es sogar notwendig, sich über Silvester mit seinem Hund an einen Ort weit abseits von der Silvesterknallerei zu begeben. Es gibt sogar so manches Hotel, das auf Hunde zu Silvester spezialisiert ist.
  • Fenster schließen, abdunkeln und bei Ihrem Hund bleiben. Sollte sich ihr Hund verkriechen wollen – lassen Sie dies bitte zu.
  • Ablenken/aufmuntern/NICHT bemitleiden: Hunde durch beispielsweise Kau- oder Spielzeuge ablenken. Bitte NICHT bemitleiden, sondern aufmuntern.
  • Rechtzeitige Unterstützung: Manchmal ist auch professionelle Hilfe notwendig. Sprechen Sie mit Ihrer Tierärztin bzw. Tierarzt über mögliche Unterstützung. Wenden Sie sich an gut ausgebildete Hundetrainerinnen bzw. Hundetrainer für das Vorbereitungstraining auf Silvester und holen Sie sich entsprechende Tipps von ihnen. ACHTUNG: Bitte bedenken Sie, dass unterstützenden Maßnahmen häufig auch genügend Vorlaufzeit vor Silvester brauchen.
  • Vetmeduni : Tipps für einen stressfreien Silvesterabend mit Hund
  • Samariterbund: Wintertipps für eure Vierbeiner

ein Diagramm eines medizinischen Verfahrens

Hilfe für die Feiertage

 

Rund um die Uhr für Sie da!

Der Samariterbund und die Stadt Wien ist auch an allen Feiertagen für Sie da. Sie bieten eine Vielzahl an Services und Unterstützungsmöglichkeiten sowie Soziale Hilfsleistungen und Pflege & Betreuung an. Wichtige Infos über Silvesterknaller/Feuerwerkskörper gibt es da genauso wie das wichtige Thema Tiere zu Silvester und Infos zum Silvesterpfad.

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Bild: Samariterbund