Der letzte Wunsch – noch einmal einen Hund streicheln

Ein freundliches Schwanzwedeln, ein sanfter Stups mit der Nase und ein weiches, warmes Fell zum Streicheln. Für viele Menschen ist der Besuch der Vierbeiner, die von ihren Hundeführerinnen begleitet werden, eine große emotionale Unterstützung. Den Hunden macht die Arbeit mit Patienten sichtlich Freude. Sie beantworten Kraulen und Streicheln unmittelbar mit Liebe und Zuwendung und vermitteln Ruhe und Entspannung. Alle Hundeteams sind ehrenamtlich unterwegs. Sie stellen ihre Freizeit zur Verfügung, um Menschen vielleicht ihren letzten Herzenswunsch zu erfüllen. 

Seit Mai 2018 bietet das mobile Palliativ- und Hospizteam der FSW-Wiener Pflege- und Betreuungsdienste GmbH in Kooperation mit der Besuchs- und Therapiebegleithundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes Favoriten seinen KundInnen den Besuch von Therapiebegleithunden an. Der tierische Kontakt spendet Trost und hat direkten Einfluss auf die Lebensqualität. Da Patienten häufig unter Schmerzen leiden, müssen die Bewegungen der Tiere sanft und ruhig sein, um nicht zu verletzen.

Spezielle Ausbildung und Feingefühl

“Damit Hunde als Therapiebegleithunde eingesetzt werden können, bedarf es einer sorgfältigen Auswahl und intensiven Ausbildung. „Schon beim Welpen kann man erkennen, ob er als Therapiebegleithund ausgebildet werden kann. Die Hunde werden dabei von ihren Hundeführer*innen an alltägliche Situationen herangeführt. Es folgte das gezielte Training mit den Ausbildern. Dort lernen sie so die speziellen Aufgaben, die beim Umgang mit behinderten und schwerkranken Menschen wichtig sind“, erklärt Jochen Gold, Staffelkommandant von der Samariterbund Besuchs- und Therapiebegleithundestaffel Favoriten. 

Begleitung im Rahmen der Palliativbetreuung

“Die ergänzende Begleitung durch Therapiebegleithunde im Rahmen der Palliativbetreuung hat viele Effekte: Neben einer Vielzahl körperlicher Effekte, etwa dem Sinken der Herzfrequenz, einer gesteigerten Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie einer verbesserten Motorik, wirkt sich die Nähe auch positiv auf die Psyche aus. So sprechen die Vierbeiner auf der Gefühlsebene mit den Patientinnen und Patienten und schenken durch ihre Nähe Trost und Wärme. Der regelmäßige Atem und das warme Fell reduzieren Stress und entspannen, der Kontakt zu den Tieren fördert die Kommunikation. Dies ist auch ein Gewinn für die Angehörigen”, ergänzt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten.

Türgestützte Aktivität

In der Palliativversorgung von Patienten in fortgeschrittenen Erkrankungsstadien steht schwerpunktmäßig der psychologische Effekt der tiergestützten Aktivität im Vordergrund. Dieser beruht in erster Linie auf den positiven Auswirkungen des körperlichen Kontaktes. Es zeigt sich, dass es den Patienten im Umgang mit den Hunden um die Verbesserung des seelischen Wohlbefindens und die Förderung der Kommunikation in einer das Leben bedrohenden Situation geht. Das Tier kann Trost spenden, als vermittelndes Medium die Kommunikation zwischen allen Beteiligten erleichtern und letztlich auch Hilfe bei der Trauerarbeit leisten.

Hunde als „Brückenbauer“ bei schwierigen Kommunikationssituationen

Tiere haben einen schnelleren Zugang zu den Menschen. Sie kommunizieren auf einer Ebene ohne Worte intuitiv mit ihrer Körpersprache und Lautgebung. Der Kontakt kann dem Patienten körperlich guttun und seelisch berühren – ohne Worte. Erinnerungen werden wach, Entspannung tritt ein und Gespräche werden möglich. Trotz aller positiven Effekte muss natürlich auch die Hygienestandards sowohl vom Zwei- als auch vom Vierbeiner eingehalten werden. Assistenz- und Therapiebegleithunde unterliegen besonderen hygienischen Anforderungen. Sie werden regelmäßig entwurmt, geimpft, auf Krankheiten untersucht und sind natürlich unter tierärztlicher Kontrolle, was ihren Einsatz sogar im Krankenhaus möglich macht.

 

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Bild: Samariterbund