Samariterbund gibt Tipps für die dunkle Jahreszeit

Die Nächte werden immer länger und die Temperaturen sinken. Die Sicht ist schlecht, Lichter blenden und die Angst, jemanden oder etwas zu übersehen ist groß. Kleidung im Winter sollte nicht nur warmhalten, sondern auch gut sichtbar sein. Kinder tragen oft Reflektoren und gut sichtbare Kleidung, mit dem Alter der Fußgänger*innen nimmt jedoch deren Auffälligkeit ab. Je älter die Personen, desto unscheinbarer ihr Look.   Gerade Kinder, Fußgänger und Radfahrer sind besonders gefährdet. In vielen Fällen können Bürgerinnen und Bürger durch ihre Mithilfe die Arbeit der Einsatzkräfte erleichtern und ihnen so wertvolle Zeit verschaffen. Wir haben Tipps für richtiges Verhalten im Herbst und Winter.

“Gerade im Herbst und Winter ist durch die Dunkelheit und die oft schlechte Witterung wie Nebel, Regen oder Schneefall die Sichtbarkeit deutlich herabgesetzt und die Verletzungsgefahr steigt. Rund 35 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle ereignen sich bei Dunkelheit, Dämmerung und künstlicher Beleuchtung. Für zu Fuß Gehende erhöht sich dieser Wert sogar auf 53 Prozent. Wir wissen aus Unfallanalysen, dass schlechte Sichtverhältnisse ein großes Gefahrenpotenzial mit sich bringen. Wir appellieren daher dringend an alle, die regelmäßig in der Dunkelheit unterwegs sind auf gute Sichtbarkeit zu achten! Vor allem Fußgänger und Radfahrer sind im Straßenverkehr besonders gefährdet, da sie oftmals nur schlecht oder erst spät gesehen werden. Hinzu kommt noch die meist schlechte Sicht aufgrund von Regen oder beschlagenen Autoscheiben. Wer dann noch dunkle Kleidung trägt, läuft Gefahr, übersehen zu werden. Winterkleidung sollte entweder hell oder mit Reflektoren ausgestattet sein. So können Unfälle bereits vorab vermieden werden”, erklärt Karl Svoboda, geschäftsführender Obmann vom Samariterbund Favoriten.

Mit diesen einfachen Tipps können Sie sich und ihre Kinder schützen:
Fußgänger
  • Mach dich sichtbar!!!
  • Achte auf helle Kleidung und bringe zusätzliche Reflektoren an
  • Einkaufstrolleys mit Reflektoren
  • Rüste deine Kinder mit Schutzwesten aus
  • Trainieren mit deinen Kindern den sicheren Schulweg und das richtige Verhalten im Straßenverkehr
  • Sei Vorbild!
  • Sichtbar im Strassenverkehr – Sichtbarkeit schützt
 
Radfahrer
 
Autofahrer
  • Hast du eine klare Sicht? Licht, Scheibenklar? Spiegel, Scheibenwischer O.K., Brille ?!!!
  • Passe deine Fahrweise den Witterungsverhältnissen an
  • Blendung durch tiefstehende Sonne
  • Achte auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer
  • Halte die Front- und Heckscheibe sauber
  • Reinige deine Scheinwerfer und Rücklichter regelmäßig
  • Bei Unfällen: Selbstschutz, Erste Hilfe, Notruf, …
 
Mit dem Hund unterwegs …

 

Wenn es zu einem Notfall kommt

Sichtbare Hausnummern

Gerade in der dunklen Jahreszeit haben Feuerwehr und Rettungsdienst häufig Probleme, den Einsatzort schnell zu finden. Grund dafür sind nicht vorhandene oder schlecht sichtbare Hausnummern z.B. bei Häusern in Gartensiedlungen. Diese sind oft sehr klein, unbeleuchtet, zugewachsen oder gar nicht  vorhanden. Dann kostet das Suchen der richtigen Adresse die Einsatzkräfte wertvolle Zeit. Ein Problem, das leicht vermeidbar wäre und doch häufig auftritt. Idealerweise sollte sich die Ziffernfarbe deutlich vom Untergrund abheben und beleuchtet sein. Ist dies nicht der Fall, sollte unbedingt eine Person als Einweiser auf der Straße stehen”, ergänzt Wolfgang Zimmermann, ASBÖ Bundesrettungskommandant. 

Streu- und Räumpflicht beachten – Zufahrt zum Haus gewährleisten

Zufahrten sollten regelmäßig gestreut und vom Schnee befreit werden. Das verhindert nicht nur Unfälle von Fußgängern, sondern auch Stürze des Rettungsdienstpersonals, das schnell zum Notfallort gelangen möchte. Wenn die Zufahrt zum Haus durch zu viel Schnee eingeschränkt wird, sollte dies unbedingt bereits beim Notruf mitgeteilt werden. In diesem Fall kann die Leitstelle direkt die Bergwacht anfordern, die mit geeigneten Geräten zum Notfall gelangen und den Weg für den Rettungsdienst freimachen kann.

Bei Unfällen im Freien: Rettungswagen einweisen

“Wenn sich der Notfall draußen in einer schlecht beleuchteten Umgebung ereignet hat, sollte ein Einweiser den Rettungswagen zum Unfallort lotsen. Falls keine zweite Person anwesend ist, kann man mit einem Handy oder einer Taschenlampe auf sich aufmerksam machen”, ergänzt Wolfgang Zimmermann.

Im Auto vor Kälte schützen

Bei einem langen Stau oder einem Schaden am Auto kann es sein, dass man viel Zeit ohne Heizung im Auto verbringen muss. Dann ist es sinnvoll, im Winter eine dicke, warme Wolldecke im Auto verfügbar zu haben. Die Wolldecke kann auch bei einem Notfall genutzt werden, um zum Beispiel eine verletzte Person vor Auskühlung schützen zu können. Man kann damit die verletzte Person auch unter ein Dach oder in einen Hauseingang ziehen, um vor der Witterung geschützt zu sein.

Außerdem wichtig: Corona-Symptome vorab angeben

Die Hilfsorganisationen bitten die Bevölkerung außerdem dringend darum, bereits beim Notruf wahrheitsgemäß mitzuteilen, ob bei den Patientinnen und Patienten Symptome einer Covid-Infektion vorliegen. Nur so haben die Einsatzkräfte die Möglichkeit, sich vor dem Eintreffen selbst ausreichend zu schützen und eine Infektion zu vermeiden. Der Notruf wird selbstverständlich genauso ernst genommen und gleich behandelt wie alle anderen Notrufe.

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