Blackout – der längerfristige Stromausfall – was tun?

 “Stell dir vor, es geht das Licht aus” – heißt ein Lied aus dem Jahr 1952 gesungen von Paul Hörbiger und Maria Andergast. Aber was tun, wenn alles finster ist? Wenn es passiert, dann können sie diesen Beitrag nicht mehr lesen und auch noch viel mehr nicht mehr machen, da das meiste steht. Wahrhaben wollen es nur wenige, doch Experten waren bereits seit Jahren davor! Blackout ist kein Event, das im Kalender steht. Die Frage ist nicht, ob ein Blackout passieren wird, sondern wann er kommt. Wie gehen wir vor allem damit um und wie gut ist jeder von uns darauf vorbereitet? 

Und plötzlich ging nichts mehr am 6. Juni 2022 kurz nach 20:00 Uhr in Wien. Betroffen waren – Gott sei Dank nur von einem regionalen Stromausfall für ein paar Stunden – rund 1.500 Haushalte im zweiten Wiener Gemeindebezirk, aber auch der Wiener Prater und Ernst Happel Stadion, wo ein ein Länderspiel stattfinden sollte. Außerdem kam es auch in der Donaustadt zu einem größerem Stromausfall. Nach etwa einer Stunde war laut Wiener Netze die Stromversorgung in den betroffenen Stadtteilen weitestgehend wieder hergestellt. Die Gute Nachricht: Das war kein Blackout. Kommt es zu einem längerfristigen Strom-, Wasser- und Infrastrukturausfall, so bedeutet dies eine große Herausforderung für uns alle.

Knapp daran vorbei!

“In Österreich sind wir im Jahr 2021 glücklicherweise an einem flächendeckenden Stromausfall nur knapp  vorbeigeschrammt. Die Coronakrise hat dazu geführt, dass viele Blackout-Vorsorgevorhaben aufgeschoben wurden. Daher gilt weiterhin der Appell für eine ganzheitliche und gesellschaftliche Vorbereitung und Vorsorge auf erwartbare schwerwiegende Versorgungsunterbrechungen infolge eines Blackouts oder durch andere mögliche Ereignisse.  Krieg und drohender Gasmangel schüren wieder neue Ängste vor einem Blackout. Wie schützen Sie sich vor einem flächendeckenden Stromausfall? Es nicht um ein konkretes Datum, sondern um die unmittelbare Bedrohung. Die Folgen eines Stromausfalls gehen aber weit darüber hinaus. Es zeigt sich immer wieder: Der Teufel steckt im Detail,” erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten und Zivil- und Katastrophenschutzexperte! 

Aktueller Videobeitrag: Droht ein Blackout? Das sagt der Experte (oe24.at)
Aktueller Beitrag APG: „Es muss nicht immer gleich ein Blackout sein“ 

Bisher konnten flächendeckende Stromausfälle verhindert werden

Doch das heißt nicht, dass wir auch in Zukunft zu jeder Zeit vor einem Blackout befreit sind. Gründe gibt es mehrere: Der ständig wachsende Strombedarf, erneuerbare Energien verfügen über keine Speicher, die alternde Infrastruktur, fehlendes Fachpersonal, Cyberangriffe, Sabotagen, Extremwetterlagen u.v.m. Am wahrscheinlichsten ist aber ein multisystemisches Versagen, also eine Kombination mehrerer Faktoren. Und hier können sie nachlesen wie die Stadt Wien auf Stromausfälle und Blackouts vorbereitet ist“. Auch die Wirtschaftskammer hat auch bereits “Sicher bei Blackout” – einen Leitfaden und auch einen Folder-Blackout.pdf (wko.at) mit Hintergründen, Informationen und Tipps für Unternehmer herausgegeben”, ergänzt Peter Erdle.

Beschäftigen auch sie sich bitte mit diesem wichtigen Thema!

Nur jeder 10. ist davon überzeugt, dass Österreich schon bald von einem Blackout betroffen sein wird. Doch nur die wenigsten sind dafür gerüstet. Nur 16 Prozent der Österreicher haben für einen Blackout vorgesorgt, allerdings glauben auch nur acht Prozent, dass Österreich in den nächsten ein bis zwei Jahren davon betroffen sein wird. 57 Prozent der Befragten halten einen Zusammenbruch der Stromversorgung laut einer Spectra-Umfrage für unwahrscheinlich.

Macht es Sinn sich darauf vorzubereiten?

Ja, absolut! Ein Blackout – ein europaweiter Strom- und Infrastrukturausfall – erscheint für uns unvorstellbar, sind wir doch die beste Stromversorgung der Welt gewohnt und rechnen fix damit, dass das auch in Zukunft so sein wird. Doch es gibt kein System, das nicht ausfallen könnte, schon gar nicht unter den derzeitigen Rahmenbedingungen. Die Verhinderung eines solchen Ereignisses ist sehr wichtig, jedoch noch viel wichtiger ist die Fähigkeit, trotz allem mit einem solchen oder ähnlichem Ereignis umgehen zu können. Dazu bedarf es jedoch einer aufgeklärten und selbstversorgungsfähigen Bevölkerung.

Es wird eh genug vorgesorgt!

Denn auch die Einsatzorganisationen und deren Mitglieder bzw. Familien werden bei einem solchen Ereignis zu Betroffenen. Wir haben es daher selbst in der Hand, wie hart wir getroffen werden können. Bereits eine einfache Eigenbevorratung kann die Folgen deutlich abmildern. Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 87% nicht vorbereitet sind. Dieses hohe Ergebnis ist nahezu erschreckend. Vorsorgen kann man aber nur jetzt, leider nicht mehr wenn es zu spät ist. Nutzen Sie diese Chance für sich und Ihre Familie!

Schon einmal überlegt, was passiert, wenn das Licht ausgeht?

Spätestens nach zwei Stunden funktioniert auch der letzte Handymast nicht mehr, in Ballungszentren nach nur wenigen Minuten. Auch die Festnetzversorgung wird nur mehr sehr eingeschränkt funktionieren, haben doch viele Kunden nur mehr einen stromabgängigen digitalen Anschluss. Nach nur 24 Stunden kippt das Kanalsystem, es beginnt vor allem in städtischen Gebieten sehr schnell fürchterlich zu stinken. Aber auch Lebensmittel in Kühl- und Gefriertruhen sind schnell verdorben. Leuchtende Dörfer und Städte sind nunmehr viel dunkler und es wird sehr schnell kühl und außerhalb von Gebäuden mit Kamin- und Kachelöfen, wird es auch ganz schnell kalt. 

 

Konzentration auf das Wichtigste

Nur wenige Einrichtungen, darunter einige Krankenhäuser und Blaulichtorganisationen können ohne weitere Versorgung mit Benzin oder Diesel ein paar Tage weiterbetrieben werden. Bei einem dauerhaften Stromausfall werden aber auch eigentliche Stromlieferanten schnell zu einem Problem, Wasserkraftwerke, die auch die Durchflussgeschwindigkeit der Flüsse kontrollieren und allen voran Atomkraftwerke, die permanent gekühlt werden müssen. Die Wiener Berufsrettung z.B. ist für 72 Stunden gerüstet und hat Sonderverträge mit Treibstofflieferanten, um die Versorgung von Dieselaggregaten abzusichern.

Probleme auch auf dem Land

Aber auch in ländlichen Regionen treten schnell ganz massive Probleme auf. Ohne Strom können rund eine halbe Million Milchkühe in Österreich nicht mehr gemolken werden und unzählige andere Tiere nicht mehr gefüttert. Nicht entsorgter Müll, Exkremente und Tierkadaver bilden bereits nach wenigen Tagen ideale Brutherde für Insekten und Krankheiten – insbesondere im Sommer, wenn es heiß ist. Dieser Umstand ist besonders dramatisch, da es auch um die Hygiene der Menschen nach einem Blackout schlecht bestellt ist. Es gibt kein fließendes Wasser mehr zum Trinken oder Kochen und schon gar kein Warmwasser mehr zum Baden oder Duschen und auch die Toiletten sind ohne Wasser nicht zu benützen.

Ohne Verbindung keine Kommunikation und Information

Und zu all dem kommt hinzu, dass alle Kommunikationsebenen abgeschnitten sind, kein Telefon, kein Radio, kein Fernsehen, keine Zeitungen. Ein europaweiter Strom- und Infrastrukturausfall („Blackout“) führt zu weitreichenden Folgen. So muss mit einer mehrstündigen bis mehrtägigen Stromversorgungsunterbrechung bzw. mit Rückschlägen gerechnet werden, vor allem auf europäischer Ebene. Darüber hinaus wird es Tage und in einzelnen Bereichen sogar Wochen und Monate dauern, bis sich die Versorgungslage wieder normalisiert. Diese Engpässe lassen sich nur durch Ihre persönliche Eigenbevorratung überbrücken.

Psychische Belastung

Die psychische Belastung eines kurzen Stromausfalles ist für viele Menschen bereits nach kurzer Zeit deutlich spürbar. Nachdem ein Blackout für uns unvorstellbar ist, ist es auch schwer vorhersehbar, wie wir auf die totale Dunkelheit und Ungewissheit bzw. auf das, dass auf einmal überhaupt nichts mehr funktioniert, reagieren werden. Vor allem die persönliche Ungewissheit, was mit den anderen Familienmitgliedern ist bzw. wo sie sich befinden, wenn kein Handy mehr geht, kann eine hohe Stressbelastung auslösen. Die Kooperation und Selbstorganisation auf lokaler Ebene ist ganz entscheidend, wenn die gewohnte organisierte Hilfe nicht mehr wie gewohnt funktioniert. Und je besser man sich mit diesem Szenario auseinandergesetzt hat, desto leichter wird dies auch gelingen.

Vorbereitung ist 90 % des Erfolges

Vorbereitet sein und Helfen können! “Prävention” bedeutet vor allem eines: Mit Information und Kursangeboten im Idealfall dafür zu sorgen, dass erst gar nichts passiert, bzw. richtiges Verhalten in kleinen und großen Notfällen zu lernen. Laut einer österreichischen Studie rechnen etwa 3 Millionen Österreicher damit, dass sie sich spätestens am vierten Tag nach einem Blackout nicht mehr selbst versorgen können. Dabei spielt die persönliche Vorsorge eine wichtige Rolle um ein Extremereignis gut überstehen zu können. Denn wenn jeder Bürger eine Woche autark leben könnte, ohne einkaufen zu müssen, wäre Österreich für den Ernstfall gerüstet. Der Ratgeber des Österreichischen Zivilschutzverbandes gibt auf 15 Seiten Hilfestellung und Lösungsmöglichkeiten,” erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten und Zivil- und Katastrophenschutzexperte!

Samariterbund Tipp: 

 

Bereiten auch Sie sich Sie als Bürger*in vor 

 

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Foto: Samariterbund