Blackout – der längerfristige Stromausfall – was tun?

Was tun, wenn alles steht? Wenn es passiert, dann können sie diesen Beitrag nicht mehr lesen und auch noch viel mehr nicht mehr machen. Wahrhaben wollen es nur wenige, doch Experten waren bereits seit Jahren davor! Kommt es zu einem längerfristigen Strom-, Wasser- und Infrastrukturausfall, so bedeutet dies eine große Herausforderung für uns alle. Die Frage ist nicht, ob ein Blackout passieren wird, sondern wann er kommt. Wie gehen wir vor allem damit um und wie gut ist jeder von uns darauf vorbereitet? 

Blackout-Übung am 12. November 2021 stattgefunden

Üben auch Sie als Bürger*in persönlich mit, bereiten Sie sich vor und beachten sie die 
* Tipps und Informationen zur sicheren Blackout-Vorsorge
* zum Blackout-Webinar der Helfer Wiens
* Checkliste Sicher vorgesorgt

“Die Coronakrise hat dazu geführt, dass viele Blackout-Vorsorgevorhaben aufgeschoben wurden. Daher gilt weiterhin der Appell für eine ganzheitliche und gesellschaftliche Vorbereitung und Vorsorge auf erwartbare schwerwiegende Versorgungsunterbrechungen infolge eines Blackouts oder durch andere mögliche Ereignisse. Dabei geht es nicht um ein konkretes Datum, sondern um die unmittelbare Bedrohung. Die Folgen eines Stromausfalls gehen aber weit darüber hinaus. Es zeigt sich immer wieder: Der Teufel steckt im Detail,” erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten und Zivil- und Katastrophenschutzexperte! 

“Wir begrüßen die Initiative des Krisensicherheitsgesetzes in Österreich. Damit wird eine offene Lücke in der Gesetzgebung geschlossen. Die zivilen Einsatz- und Hilfsorganisationen haben eine entsprechende Regelung in der Bundesgesetzgebung ebenfalls bereits seit Jahren gefordert. Dieses Gesetzt ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung einer noch bessere Vorsorge und Vorbereitung auf kommende Krisen und Katastrophen”, ergänzt Erdle.

Beschäftigen sie sich bitte mit diesem wichtigen Thema!

Macht es Sinn sich darauf vorzubereiten? Ja, absolut! Ein Blackout – ein europaweiter Strom- und Infrastrukturausfall – erscheint für uns unvorstellbar, sind wir doch die beste Stromversorgung der Welt gewohnt und rechnen fix damit, dass das auch in Zukunft so sein wird. Doch es gibt kein System, das nicht ausfallen könnte, schon gar nicht unter den derzeitigen Rahmenbedingungen. Die Verhinderung eines solchen Ereignisses ist sehr wichtig, jedoch noch viel wichtiger ist die Fähigkeit, trotz allem mit einem solchen oder ähnlichem Ereignis umgehen zu können. Dazu bedarf es jedoch einer aufgeklärten und selbstversorgungsfähigen Bevölkerung. Denn auch die Einsatzorganisationen und deren Mitglieder bzw. Familien werden bei einem solchen Ereignis zu Betroffenen. Wir haben es daher selbst in der Hand, wie hart wir getroffen werden können. Bereits eine einfache Eigenbevorratung kann die Folgen deutlich abmildern. Nutzen Sie diese Chance für sich und Ihre Familie!

Schon einmal überlegt, was passiert, wenn das Licht ausgeht …

Spätestens nach zwei Stunden funktioniert auch der letzte Handymast nicht mehr, in Ballungszentren nach nur wenigen Minuten. Auch die Festnetzversorgung wird nur mehr sehr eingeschränkt funktionieren, haben doch viele Kunden nur mehr einen stromabgängigen digitalen Anschluss. Nach nur 24 Stunden kippt das Kanalsystem, es beginnt vor allem in städtischen Gebieten sehr schnell fürchterlich zu stinken. Aber auch Lebensmittel in Kühl- und Gefriertruhen sind schnell verdorben. Leuchtende Dörfer und Städte sind nunmehr viel dunkler und es wird sehr schnell kühl und außerhalb von Gebäuden mit Kamin- und Kachelöfen, wird es auch ganz schnell kalt. 

Konzentration auf das Wichtigste

Nur wenige Einrichtungen, darunter einige Krankenhäuser und Blaulichtorganisationen können ohne weitere Versorgung mit Benzin oder Diesel ein paar Tage weiterbetrieben werden. Bei einem dauerhaften Stromausfall werden aber auch eigentliche Stromlieferanten schnell zu einem Problem, Wasserkraftwerke, die auch die Durchflussgeschwindigkeit der Flüsse kontrollieren und allen voran Atomkraftwerke, die permanent gekühlt werden müssen. Die Wiener Berufsrettung z.B. ist für 72 Stunden gerüstet und hat Sonderverträge mit Treibstofflieferanten, um die Versorgung von Dieselaggregaten abzusichern.

Probleme auch auf dem Land

Aber auch in ländlichen Regionen treten schnell ganz massive Probleme auf. Ohne Strom können rund eine halbe Million Milchkühe in Österreich nicht mehr gemolken werden und unzählige andere Tiere nicht mehr gefüttert. Nicht entsorgter Müll, Exkremente und Tierkadaver bilden bereits nach wenigen Tagen ideale Brutherde für Insekten und Krankheiten – insbesondere im Sommer, wenn es heiß ist. Dieser Umstand ist besonders dramatisch, da es auch um die Hygiene der Menschen nach einem Blackout schlecht bestellt ist. Es gibt kein fließendes Wasser mehr zum Trinken oder Kochen und schon gar kein Warmwasser mehr zum Baden oder Duschen und auch die Toiletten sind ohne Wasser nicht zu benützen.

Ohne Verbindung keine Kommunikation

Und zu all dem kommt hinzu, dass alle Kommunikationsebenen abgeschnitten sind, kein Telefon, kein Radio, kein Fernsehen, keine Zeitungen. Ein europaweiter Strom- und Infrastrukturausfall („Blackout“) führt zu weitreichenden Folgen. So muss mit einer mehrstündigen bis mehrtägigen Stromversorgungsunterbrechung bzw. mit Rückschlägen gerechnet werden, vor allem auf europäischer Ebene. Darüber hinaus wird es Tage und in einzelnen Bereichen sogar Wochen und Monate dauern, bis sich die Versorgungslage wieder normalisiert. Diese Engpässe lassen sich nur durch Ihre persönliche Eigenbevorratung überbrücken.

Psychische Belastung

Die psychische Belastung eines kurzen Stromausfalles ist für viele Menschen bereits nach kurzer Zeit deutlich spürbar. Nachdem ein Blackout für uns unvorstellbar ist, ist es auch schwer vorhersehbar, wie wir auf die totale Dunkelheit und Ungewissheit bzw. auf das, dass auf einmal überhaupt nichts mehr funktioniert, reagieren werden. Vor allem die persönliche Ungewissheit, was mit den anderen Familienmitgliedern ist bzw. wo sie sich befinden, wenn kein Handy mehr geht, kann eine hohe Stressbelastung auslösen. Die Kooperation und Selbstorganisation auf lokaler Ebene ist ganz entscheidend, wenn die gewohnte organisierte Hilfe nicht mehr wie gewohnt funktioniert. Und je besser man sich mit diesem Szenario auseinandergesetzt hat, desto leichter wird dies auch gelingen.

Vorbereitung ist 90 % des Erfolges

Vorbereitet sein und Helfen können! Wenn es um Sicherheit geht, dann bedeutet der Begriff “Prävention” vor allem eines: Mit Information und Kursangeboten im Idealfall dafür zu sorgen, dass erst gar nichts passiert, bzw. richtiges Verhalten in kleinen und großen Notfällen zu lernen. Laut einer österreichischen Studie rechnen etwa 3 Millionen Österreicher damit, dass sie sich spätestens am vierten Tag nach einem Blackout nicht mehr selbst versorgen können. Dabei spielt die persönliche Vorsorge eine wichtige Rolle um ein Extremereignis gut überstehen zu können. Denn wenn jeder Bürger eine Woche autark leben könnte, ohne einkaufen zu müssen, wäre Österreich für den Ernstfall gerüstet. Der Ratgeber des Österreichischen Zivilschutzverbandes gibt auf 15 Seiten Hilfestellung und Lösungsmöglichkeiten,” erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten und Zivil- und Katastrophenschutzexperte!

Unser Tipp: 

 

Machen auch Sie mit!

… und bleiben sie bitte gesund!

Ihre SamariterInnen aus Wien Favoriten

Foto: Samariterbund