Zecken: Gefahr für Mensch und Tier

Der Frühling kommt – aber damit nicht nur Sonnenstrahlen und Wärme, sondern auch die Zecken sind zurück. Die kleinen Tierchen sind überall aufzufinden. Egal ob auf Bäume oder in Wiesen, überall warten sie um sich wo festsaugen zu können. Aufgrund des Klimawandels bleiben sie auch noch bis weit in den Herbst und manchmal sogar bis in den Winter hinein eine Gefahr. Eine Impfung bietet Schutz, muss allerdings regelmäßig aufgefrischt werden. Auch Hundebesitzer müssen achtsam sein. Der Samariterbund hat einige Tipps für Sie:

Dass Zeckenstiche/-Bisse eine Gefahr darstellen, ist grundsätzlich bekannt. Zecken können FSME und Borreliose übertragen. Das Risiko der Übertragung steigt, je länger die Zecke am Wirt saugen kann Gefährdet sind grundsätzlich alle Personen, die sich in der Natur aufhalten. Dennoch fällt in der Praxis auf, dass viele Menschen Zeckenstiche unterschätzen. Der Insektenschutz und eine Vorbeugung sind daher sehr wichtig. Gegen FSME gibt es eine Schutzimpfung. Ob eine Auffrischung fällig ist oder nicht, zeigt ein Blick in den Impfpass

Was tun bei einem Zeckenstich?

Neben der Impfung ist auch die Vermeidung von Zeckenstichen ein Thema. Lebensräume von Zecken sind hohes Gras, Gebüsch, Dickicht, Unterholz und wenn möglich, sollte man dort zumindest geschlossene und helle Kleidung tragen. Sollte es einmal zu einem Zeckenstich kommen, ist es wichtig, Zecken richtig zu entfernen. Wird die Zecke innerhalb von 24 Stunden entfernt, ist die Gefahr einer Übertragung sehr gering. Das bedeutet: Wenn man eine Zecke bemerkt, sollte sie umgehend entfernt werden.

Woran erkenne ich eine Borreliose?

Eine Infektion erkennt man am leichtesten durch die typische Wanderröte. Sie tritt erst einige Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich rund um die Einstichstelle oder an anderen (mehreren) Hautstellen auf. Manche Menschen haben auch grippeartige Beschwerden. Der weitere Verlauf der Erkrankung ist sehr unterschiedlich. Bei über 85 Prozent der Patientinnen und Patienten bleibt die Rötung die einzige Krankheitserscheinung. Bei etwa 10 bis 20 Prozent kommt es nach Wochen, Monaten oder manchmal auch erst nach Jahren zu Beschwerden, die vor allem das Nervensystem und die Gelenke betreffen.

Regelmäßig kontrollieren

Wenn man viel draußen war sollte man Körperregionen wie Nacken, Unterschenkel, Kniebeugen, Achselhöhlen, Bauchnabel und die Leistengegend wie Genitalregion immer gut absuchen. Nach der Entfernung empfiehlt sich die Behandlung der Wunde mit Desinfektionsmittel. Danach sollte man die Stelle in Ruhe lassen und innerhalb der bevorstehenden 30 Tage regelmäßig kontrollieren. Verzichten sie auf die Behandlung der Stelle mit Salben oder anderen Hausmitteln, denn sie kann die spätere Diagnose durch den Arzt erschweren. Wenn die Person nicht geimpft ist, sich ein roter Kreis um die Stichstelle entwickelt oder diese sich anderweitig entzündet, sollte ein Arzt aufgesucht werden”, erklärt Dr. med. univ. Andreas Bendtsen, Gruppenarzt & Medizinischer Leiter des Samariterbund Bildungszentrums Favoriten.

FSME-Impfung und Auffrischung

Die FSME-Impfung ist heute wichtiger denn je, keine Altersgruppe ist davor gefeit. Am besten sei es, die Grundimmunisierung und Auffrischungen wie vorgeschrieben durchzuführen. Alle fünf Jahre beziehungsweise ab dem 60. Lebensjahr alle drei Jahre ist eine Auffrischung notwendig. Auffrischungsimpfungen braucht man, weil die Schutzwirkung der meisten Impfstoffe nach einiger Zeit wieder nachlässt. Die österreichischen Apotheken helfen bei etwaigen Unklarheiten und bieten den Impfstoff bis Ende August zu einem Aktionspreis an.

Impfaktion bis Ende August

Der Frühling naht und damit kehren auch die Zecken wieder zurück. Die Gesundheitskasse rät dazu, den eigenen Impfstatus zu kontrollieren und rechtzeitig an die Auffrischung der Zeckenimpfung (FSME-Impfung) zu denken. Der FSME-Impfstoff wird derzeit im Rahmen einer Impfaktion der österreichischen Apotheken vergünstigt angeboten. Diese läuft noch bis zum 31. August 2022. Die Sonderpreise betragen für Erwachsene € 35,80 und für Kinder € 31,30. Darüber hinaus gewähren alle Krankenkassen einen ganzjährigen Kostenzuschuss in unterschiedlicher Höhe. Der Kostenzuschuss wird direkt in der Apotheke vom Aktionspreis abgezogen.

Was viele vergessen, auch die Impfung gegen Mumps-Masern-Röteln (MMR) muss im Erwachsenenalter aufgefrischt werden. Die Gesundheitskassa bietet ebenso eine Impfaktion in Wien an, so beide Impfungen erhältlich sind.

Zecken beim Hund

“Alle Hundehalter*innen kennen dieses Problem aus Erfahrung – so auch unsere Hundeteams vom Samariterbund Favoriten: Durch ihre Neugier und ihren Bewegungsdrang begeben sich Hunde beinahe täglich ins Zeckenterrain. Nicht nur ländliche Gebiete, sondern auch Stadtparks, Rastplätze und Uferzonen von Badeseen sind betroffen. Oft reicht auch schon der Aufenthalt im eigenen Garten, um Zecken zu bekommen. Nach einem Zeckenstich kann der Hund schwer krank werden”, erklärt Jochen Gold, Staffelkommandant von der Samariterbund Besuchs- und Theraiebgleithundestaffel Favoriten.

Zwar ist die Zecke selbst in den meisten Fällen für den Hund nicht gefährlich, auch wenn es mehrere Blutsauger gleichzeitig auf ihn abgesehen haben. Der Blutverlust kann nur bei massivem Zeckenbefall zum Problem werden. Der Zeckenstich selbst verursacht zudem selten mehr Probleme als eine leichte Entzündung der betroffenen Hautstelle. Allerdings beherbergen Zecken verschiedene Krankheitserreger, die sie beim Blutsaugen auf den Hund übertragen können.

 

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