Kind, Hund, Sonne, Hitze: “Todesfalle Auto!”

Die häufigste Ursache: Fehleinschätzung! Endlich wird es wieder warm. Bin nur mal kurz einkaufen – bin eh gleich wieder da! Wie lange dauert der dann wirklich, bei dem der Vierbeiner oder das Kleinkind “nur kurz” mal im Auto allein gelassen oder gar vergessen wird? Was bringt es, die Fenster etwas zu öffnen oder die Klimaanlage vor dem Parken laufen zu lassen? Jedes Jahr leiden Hunde aber auch Kinder bis an die Grenze des Erträglichen in ĂĽberhitzten Autos oder sterben gar einen qualvollen Tod. 

“NatĂĽrlich weiĂź jeder, dass sich ein Auto in der Sonne aufheizt. Noch immer sind sich viele Autofahrer in der Eile nicht bewusst, dass der „kleine Moment“, „mal eben rasch“— zum Todesurteil fĂĽr den ZurĂĽckgelassenen werden kann. Daher informieren wir vom Samariterbund Favoriten auch heuer wieder zu den Gefahren fĂĽr die Tiere  – aber auch fĂĽr Kinder im Auto”, so Jochen Gold, Staffelkommandant von der Besuchs- und Therapiebegleithundestaffel Favoriten.

Sonneneinstrahlung: Gefahr wird oft unterschätzt

Es gibt viele verschiedene Faktoren, die sich auf die Autotemperatur auswirken, wie die Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit und das Wetter. Wie wir alle wissen, können sich Wetter und Außentemperatur an einem Sommertag schnell ändern, und das Auto kann schnell unglaublich heiß werden. Ein offenes Schiebedach oder ein geöffneter Fensterspalt reichen nicht. Auch Schatten schützt nur bedingt.

“Es gibt Fälle, in denen Eltern die Risiken unterschätzten und ihr Kind unbeaufsichtigt im Auto lieĂźen. Die meisten Vorfälle ereignen sich jedoch, wenn Eltern oder Betreuer das Kind unwissentlich im Auto lassen. Einige der häufigsten GrĂĽnde fĂĽr das unbeabsichtigte ZurĂĽcklassen eines Kindes im Auto sind Routineänderungen, Missverständnisse und Schlafmangel. Mit anderen Worten, es ist etwas, das jedem passieren kann”, erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten.

Todesfalle Auto

“Bereits ab einer AuĂźentemperatur von 20 Grad Celsius kann das Auto zur tödlichen Falle werden. Konkret heiĂźt das: Ein bei 24 Grad in der Sonne geparktes Auto kann innerhalb von 20 Minuten eine Innentemperatur von 48 Grad erreichen. Dies fĂĽhrt in kurzer Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand oder sogar zum Tod. Studien zeigen, dass etwa die Hälfte aller Hitzschlag-Patienten trotz intensiver ärztlicher Betreuung nicht gerettet werden können. FĂĽr viele ĂĽberraschend: Der Tod aufgrund eines Hitzschlags kann bis zu 48 Stunden nach dem Vorfall eintreten. Selbst wenn ein Hund lebend aus einem ĂĽberhitzten Auto befreit werden kann, gibt es somit keinerlei Garantie, dass er tatsächlich ĂĽberlebt”, ”, erklärt Dr. med. univ. Andreas Bendtsen, Gruppenarzt & Medizinischer Leiter des Samariterbund Bildungszentrums Favoriten.

Hund bei Hitze im Auto entdeckt: Was tun?

Was tun, wenn man einen zurĂĽckgelassenen Hund im Auto entdeckt und Gefahr der Ăśberhitzung droht? Wenn der Hund stark hechelt, apathisch da liegt und/oder nicht oder kaum auf Klopfen und Bewegungen an der Scheibe reagiert, dann

  • sofort die Polizei unter 133 rufen und Autokennzeichen durchgeben
  • Lenker ausrufen lassen, wenn möglich (z.B. im Supermarkt, Shopping-Center)
  • Beim Wagen bleiben und Zustand des Hundes beobachten
  • den Wagen öffnen (lassen) und das Tier befreien
  • Erste Hilfe leisten: Den Hund in den Schatten bringen und mit frischem, lauwarmem Wasser versorgen. Bitte kein kaltes Wasser geben oder ĂĽber den Hund gieĂźen – das belastet den Kreislauf zusätzlich!
  • veterinärmedizinisch behandeln lassen

 

Tierschutzgesetz: Strenge Strafen drohen

Personen, die ein Tier einer derart qualvollen Situation aussetzen, können fĂĽr ihr Verhalten laut Tierschutzgesetz zur Rechenschaft gezogen werden – mit einer Geldstrafe von bis zu 3.750 Euro (im Wiederholungsfall bis zu 7.500 Euro). AuĂźerdem droht eine Anzeige nach dem Strafgesetzbuch (§222).

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