Blackout: Nichts geht mehr!

Ein großflächiger Stromausfall in Europa konnte Anfang Jänner 2020 gerade noch verhindert werden. Immer öfter müssen die Energieversorger Maßnahmen treffen, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Das liegt an neuen Wind- und Solarkraftwerken, aber auch an veralteten Leitungsnetzen. Ein echtes Blackout sei keine Frage des „ob“, sondern nur mehr eine des „wann“, warnen Experten eindringlich.

APG (Austrian Power Grid AG) berichtet über Störung im europäischen Stromnetz. Das europäische Stromnetz wurde auf eine harte Probe gestellt – vielleicht sogar nur knapp an einem flächendeckenden Stromausfall, vorbeigeschrammt. Aber was heißt das alles für Wirtschaft, Sozialeinrichtungen und Energieversorger? Wie können Private vorsorgen und was muss rasch umgesetzt werden, damit nicht wirklich einmal das Licht – und noch viel mehr – ausgeht? Zahlreiche Experten und eine KFV-Studie zeigten bereits vor Jahren auf, dass die ÖsterreicherInnen regional sehr unterschiedlich auf einen Totalausfall der Stromversorgung vorbereitet sind. Fakt ist: Gut gerüstet ist man mit sachlicher Information und sinnvoller Vorratsplanung.

Jetzt oder Nie, aber was passiert tatsächlich???

“Klassische Kurzschlüsse im heimischen Stromnetz sind meist auch in Kürze wieder behoben. Die Auswirkungen von langfristige überregionalen Stromausfällen sind allerdings für alle Bewohner der betroffenen Region gleich: Alle elektrisch betriebenen Systeme stehen nicht mehr zur Verfügung. Mit Vorsorgemaßnahmen sollten sich daher nicht nur Elektrizitätsunternehmen, sondern auch Unternehmen und jeder Einzelne von uns befassen. Unter “Blackout” versteht man einen totalen, überregionalen und vor allem auch längerfristigen Stromausfall. Die Auslöser können Naturereignisse, technisches oder menschliches Versagen, aber auch gezielte Anschläge auf Einrichtungen der Energieversorgung sein. Über die Folgen die daraus entstehen – vor allem aber unsere Abhängigkeit von elektrischer Energie – sind sich viele WienerInnen leider immer noch nicht bewusst”, erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten und Selbst- und Zivilschutzexperte seit über 50 Jahren!

Online Vorträge & Aufklärung der Bevölkerung notwendig

“Trotz einer guten Krisenvorsorge stellt dieses Thema natürlich auch den Samariterbund vor große Herausforderungen, mussten wir doch erst im Sommer 2020 erfahren was alleine ein mehrstündiger Telefonausfall alles verursachen kann. Dabei ist „die Eigenversorgungsfähigkeit für zumindest zwei Wochen“ ein zentraler Punkt. Das gilt nicht nur für die Einsatzkräfte selbst, sondern auch für deren Familienangehörige und für die gesamte Bevölkerung. In einem sicheren Haushalt dürfen daher Wasser, haltbare Lebensmittel, einfache Licht- und Energiequellen sowie Medikamente und Erste-Hilfe-Material nicht fehlen. Checklisten für Krisen- und die persönliche Vorsorge sowie Blackout Ratgeber helfen dabei”, ergänzt Erdle. 

Die Helfer Wiens haben drei kostenlose Vorträge ONLINE (mittels Videokonferenz oder Facebook Live) für euch zu folgenden Themen an:

  • Verhalten in Notsituationen – Wissen kann Leben retten!
  • Blackout – Kein Licht, kein Strom, kein Telefon – was tun?
  • Strahlengefahren, Strahlenschutz – Radioaktivität ist eine unsichtbare Gefahr.
  • Weiters gibt es ein kostenloses Broschürenservice

Realistisches Szenario: Blackout mit Dominoeffekt

Laut ExpertInnen ein leider realistisches Szenario. Tatsache ist: Technologische Entwicklungen und die Vernetzung von Geräten und Systemen erhöhen die Gefahr eines Dominoeffekts, der erheblichen Schaden anrichten kann. Die möglichen Ursachen eines Blackouts reichen von extremer Witterung über technische Gebrechen und menschliches Fehlverhalten bis hin zu Sabotage und Cyberattacken. Die große Herausforderung liegt in der Folge beim Synchronisieren (d.h. Zusammenschließen) der einzelnen Versorgungsinseln rund um die wieder laufenden Kraftwerke zum gesamteuropäischen Verbundnetz.

KFV-Studie beleuchtet Risiko und Vorsorge

Im Rahmen einer im Jahr 2019 österreichweit durchgeführten Studie untersuchte das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) die Wahrscheinlichkeit und potenzielle Szenarien eines Blackouts in Österreich – und dessen mögliche Auswirkungen. Eine KFV-Studie liefert wertvolle Informationen und praktische Tipps – etwa, wie Sie die vorhandene Infrastruktur im Falle eines Blackouts optimal nutzen oder durch Hilfsmittel ersetzen können. Viele wiegen sich in einer (Schein-) Sicherheit, Risikobewusstsein und Informationsstand sind dürftig.

Fazit: Mehr Information muss her!

Blackout-Vorsorge – die wichtigsten Tipps:

  • Nutzen Sie die Checklisten des Zivilschutzverbandes und erstellen Sie einen Krisenmanagementplan!
  • Empfehlenswert sind Vorräte an Trinkwasser, haltbaren Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Medikamenten, Kerzen, Batterien, Ersatzbeleuchtung, ein Notfallradio, eine Notkochstelle und eine alternative Heizmöglichkeit.
  • Achten Sie darauf, stets ausreichend Bargeld daheim zu haben – in Zeiten des Stromausfalls besteht keine Möglichkeit für Barbehebungen.
  • Richten Sie alles auf ein zweiwöchiges, von der Außenwelt unabhängiges Überleben aus! Planen Sie mit Übersicht und Ruhe – wie für einen 14-tägigen Camping-Urlaub in den eigenen vier Wänden.
  • Besprechen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie: Wer kümmert sich um wen und was?
  • Vereinbaren Sie mit Ihren Familienmitgliedern einen Treffpunkt, an dem Sie sich im Falle eines Netzausfalls treffen.
  • Setzen Sie Prioritäten und vermeiden Sie Hamsterkäufe. Nur die wichtigsten Güter sollten in ausreichender Menge und Qualität besorgt und zu Hause gelagert werden.

Blackout: Was jeder beitragen kann

Im Falle eines Blackouts ersucht Wien Energie Ruhe zu bewahren und folgende Verhaltensweisen zu befolgen:

  • Schalten Sie Herdplatten, Bügeleisen und Elektroheizungen aus oder nehmen Sie die Geräte vom Netz. Sie können gefährlich überhitzen, wenn der Strom wieder fließt.
  • Nehmen Sie sensible Geräte wie Computer vom Netz, denn sie könnten durch Spannungsspitzen bei Wiedereinschaltung beschädigt werden.
  • Halten Sie Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen, um Kälteverluste zu verhindern.
  • In Tiefgaragen oder Tunnels Motor sofort abstellen, da Lüftungssysteme ausfallen können.
  • Vermeiden Sie nicht notwendige Autofahrten, da Ampeln und Verkehrsleitsysteme nicht funktionieren.
  • Gehen Sie sparsam mit Batterie- oder akkubetriebenen Geräten um (Handys, Taschenlampen, etc.)
  • Versuchen Sie keinesfalls bei Ausfall der Heizung Ihre Wohnung mit dem Gasherd zu heizen. Dabei besteht akute Explosionsgefahr.

Links

Bereiten auch sie sich entsprechend vor!

 

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Ihre SamariterInnen aus Wien Favoriten

Quelle: www.kfv.atwww.kfv.atwww.kfv.at – KFV-Studie (PDF) 

Bild: © ÖZSV

 
 
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