Altmedikamente richtig entsorgen

Arzneimittel wirken gezielt, um gesundheitliche Beschwerden zu lindern oder Erkrankungen zu heilen. Entscheidend sind die richtige Auswahl und die Dosierung bei der Verschreibung sowie die richtige Anwendung durch die Patientin bzw. den Patienten. Abgelaufene Arzneimittel/Medikamente/Spritzen etc. gehören weder in den Mistkübel noch in den Abfluss sondern getrennt gesammelt. Landen diese im Restmüll könnten sie in falsche Hände geraten. Der Samariterbund hat für Sie Tipps zum richtigen Entsorgen aber auch zur richtigen Aufbewahrung von Arzneimittel.

Arzneimittel sind empfindliche Produkte. Feuchtigkeit, zu hohe oder zu tiefe Lagertemperaturen, Licht oder eine unsachgemäße Entnahme können ihre Qualität beeinträchtigen. Verfallene Arzneimittel verlieren ihre Wirksamkeit und können gesundheitsschädliche Abbauprodukte enthalten. Eine sachgemäße Aufbewahrung ist deshalb unerlässlich und bietet die Gewähr dafür, dass Arzneimittel bis zum Ablauf ihres Verfalldatums, das heißt bis zu dem vom Hersteller festgelegten Datum der Verwendbarkeit sicher, wirksam und qualitativ einwandfrei bleiben.

Auf die richtige Entsorgung kommt es an

Sie sind – achtlos weggeworfen – nicht nur für die Umwelt schädlich, sondern können auch die Gesundheit von Menschen und den Lebensraum von Tieren und Pflanzen gefährden. Bei den Wiener Problemstoffsammelstellen, auf den Wiener Mistplätzen und in vielen Wiener Apotheken können Arzneimittel richtig entsorgt werden.

  • Arzneimittel bitte auspacken: Karton, Beipackzettel oder Gläser sind Wertstoffe, die zum Altpapier beziehungsweise zum Altglas gehören. Tabletten können in den Blistern bleiben.
  • Sonstige Problemstoffe (Chemikalien, Reinigungsmittel, Batterien, Fieberthermometer, Amalgam-Plomben) nicht mit Arzneimitteln mischen, sondern unbedingt separat bei den Problemstoffsammelstellen abgeben.
  • Verbandstoffe, Binden, Windeln et cetera sind keine Arzneimittel. Diese können direkt über den Hausmüll entsorgt werden.
  • Altmedikamente gehören nicht in die Toilette beziehungsweise den Abfluss. Chemische Substanzen, die nicht abgebaut werden, belasten Gewässer und das Grundwasser.
  • Altmedikamente sollen nicht vor die Problemstoffsammelstelle oder Apotheke abgelegt werden. Das könnte zur Gefährdung von Kindern oder Tieren führen. Die unkontrollierte Ablagerung ist illegal und strafbar.

 

Spritzen entsorgen: So geht’s richtig

In den meisten Fällen handelt es sich um die Entsorgung von Fertigspritzen, die zuhause zur Verabreichung von Medikamenten verwendet werden.

  • Das sind in der Regel Spritzen zur Thrombosevorbeugung nach Operationen. Auch viele Diabetiker müssen sich regelmäßig mit Spritzen Insulin injizieren.
  • Obwohl es häufig empfohlen wird, sollten Sie die Verschlusskappe nach Verwendung der Spritze nicht wieder auf die Kanüle aufsetzen. Grund ist eine erhöhte Verletzungsgefahr, besonders dann, wenn Sie im Umgang mit Spritzen ungeübt sind.
  • Die sicherste Methode sind spezielle Entsorgungsboxen, die auch Krankenhäuser und Arztpraxen zum Wegwerfen von Spritzen verwenden. Auch moderne Einmalspritzen, die so konzipiert sind, dass sie sich automatisch nach der Verwendung selbst einen Schutz über die Nadel ziehen, müssen Sie sicher verpacken, bevor Sie sie entsorgen.
  • Eine solche Box, können Sie zum normalen Restmüll geben. Achten Sie darauf, dass die Box fest verschlossen ist und sich nicht mehr öffnen lässt. Sinnvoller ist es jedoch, wenn Sie die volle Box zu Ihrem nächsten Arzttermin mitnehmen, da das Personal der Praxis die Spritzen fachgerecht entsorgen kann.
  • Haben Sie keinen Entsorgungsbox, können Sie Ihre Spritzen in einem stichfesten Behälter sammeln. Diesen können Sie dann ebenfalls bei Ihrem Arzt oder in einer Apotheke abgeben. Hierfür eignet sich eine Blechdose, wie zum Beispiel eine Dose für Kaffeepads oder eine alte Teedose.
  • Übrigens gilt diese Art der Entsorgung nicht nur für Spritzen, sondern auch für sogenannte Lanzetten. Das sind kleine Nadeln, die Diabetiker häufig zur Blutzuckermessung verwenden.

 

Benutzte Einweg-Masken und -Handschuhe richtig entsorgen

Die Antwort zur richtigen Entsorgung ist einfach: Außerhalb des medizinischen Bereichs gehören sowohl Einweg-Masken als auch Einweg-Handschuhe in den Restmüll. Denn dort werden sie dann verbrannt. Das ist eine Frage der Hygiene. Schließlich können sie mit Viren oder anderen Krankheitserregern belastet sein. Alle anderen Ideen, die es so gibt: Altpapier, Kompost, Toilette oder …. – bitte schnell wieder vergessen.

Wenn ich also aus dem Bus oder aus der Straßenbahn steige und es ist kein Mülleimer in Sicht, dann ist es gut, wenn ich zum Beispiel einen verschließbaren Beutel für den Transport dabei habe. Dann kommen Einweg-Maske und -Handschuhe eben zuhause in den Restmüll. Eine andere Möglichkeit wäre, die Maske im Gesicht zu behalten, um sie erst zuhause abzuziehen und im heimischen Mülleimer zu entsorgen.

Desinfektionsmittel richtig entsorgen 

Desinfektionsmittel in kleinen Flaschen abgefüllt haben wir alle bei uns zu Hause herumstehen, in der Handtasche liegen oder beim Reisen im Rucksack dabei. Egal ob als Spray oder als Tuch, bei allen Formen handelt es sich um chemische Zusammensetzungen.

  • Diese sind meist so stark verdünnt, dass von keiner chemischen Gefahr ausgegangen wird. Sie sollten aber trotzdem, insbesondere bei größeren Mengen, nicht all zu leichtsinnig damit umgehen. Speziell, wenn es um die Entsorgung des Mittels geht.
  • Vorneweg dürfen Sie das Mittel auf keinen Fall in der Toilette hinunterspülen. Die Chemikalien, die sich darin befinden, zählen zu den umweltschädlichen und gefährlichen Abfällen. Würden diese also in das Abwasser gelangen, so drohen langfristige Schäden.
  • Örtliche Recyclingstationen haben hierfür geeignete Behälter und können somit kleine Mengen an Desinfektionsmittel zur Entsorgung annehmen.
  • Bei einer Menge bis 100 kg können Sie sich zudem an die Schadstoffmobile wenden. Die Entsorgung ist hierbei kostenlos.
  • Handelt es sich um große Mengen von einem Gewerbe etc., dann können Entsorgungsfirmen kontaktiert werden. Diese holen das Desinfektionsmittel gegen eine Gebühr ab.

 

Tipp: Medikamente richtig aufbewahren

Angaben zur sachgerechten Aufbewahrung, zum Beispiel zur Aufbewahrungstemperatur, finden sich auf der Umverpackung des Arzneimittels (Faltschachtel) und in seiner Packungsbeilage. Diese Hinweise stützen sich auf von den Herstellern erhobenen und von den Behörden geprüften Daten zur Stabilität des betreffenden Arzneimittels. Wenn die angegebenen Aufbewahrungsbedingungen eingehalten werden, kann davon ausgegangen werden, dass das Arzneimittel bis zu dem auf der Verpackung aufgedruckten Verfalldatum qualitativ einwandfrei bleibt.

Bitte beachten Sie:

  • Arzneimittel sollten möglichst in der Originalverpackung aufbewahrt werden und weder die Umverpackung noch die Packungsbeilage sollten weggeworfen werden. Die Packungsbeilage enthält wichtige Informationen zur Anwendung des Arzneimittels. Auf der Umverpackung sind besondere Lagerungshinweise aufgedruckt, sie schützt das Arzneimittel außerdem vor Licht.

  • Arzneimittel werden in der Regel in einem der folgenden Temperaturbereiche gelagert:

    • Raumtemperatur: 15 bis 25 Grad Ceslsius (°C) (oder, falls so vermerkt, 15 bis 30°C)

    • im Kühlschrank: 2 bis 8°C

    • tiefgekühlt: bei -18°C oder kälter

    Bei Arzneimitteln, die bei Raumtemperatur gelagert werden sollen, ist eine kurzzeitige, geringfügige Unter- oder Überschreitung des angegebenen Temperaturbereichs in der Regel unproblematisch.
  • Arzneimittel sollten niemals großer Hitze ausgesetzt werden. Daher sollten Arzneimittel zum Beispiel nicht im Auto liegen gelassen werden, da dort besonders im Sommer sehr hohe Temperaturen auftreten können.

  • Ebenso sollten Arzneimittel nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden.

  • Die Lagerung von Arzneimitteln im Badezimmer ist aufgrund der stark schwankenden Luftfeuchtigkeit und der häufig erhöhten mittleren Temperatur ein wenig geeigneter Aufbewahrungsort.

  • Arzneimittel, die im Kühlschrank gelagert werden müssen, dürfen nicht eingefroren werden. Falls solche Arzneimittel versehentlich einfrieren, muss davon ausgegangen werden, dass sie nicht mehr verwendbar sind. Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin.

  • Arzneimittel sollen für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.

Bereits geöffnete Packungen

Bei Arzneimitteln, die nach dem ersten Öffnen mikrobiell anfällig sind (zum Beispiel Augentropfen), ist auf der Verpackung und in der Packungsbeilage angegeben, wie lange sie nach der ersten Anwendung noch verwendet werden können. Um dies nachhalten zu können, sollte bei diesen Arzneimitteln das Öffnungsdatum auf der Verpackung notiert werden. Es ist zu beachten, dass die Einzeldosis sorgfältig und unter hygienischen Bedingungen entnommen wird. Bei flüssigen Arzneimitteln ist darauf zu achten, dass der nach der Entnahme verbleibende Rest möglichst nicht durch Kontakt mit den Händen oder mit Gegenständen verschmutzt wird. Nach der Entnahme soll das Behältnis sofort wieder gut verschlossen werden. Falls erforderlich, sind spezielle Hinweise für die Lagerung nach Anbruch des Behälters auf der Verpackung und in der Packungsbeilage aufgeführt.

Anzeichen für nicht mehr verwendbare Medikamente

Folgende Anzeichen können ein Hinweis auf eine Veränderung eines Arzneimittels sein:

  • Verflüssigung oder Verfärbung von Gelen, Cremes, Salben und Zäpfchen,

  • Verfärbungen oder Risse bei Tabletten,

  • Aufgeblähte Verpackungen,

  • Geruchsentwicklung,

  • Ausflockung von Bestandteilen einer Flüssigkeit oder deren Trübung, insbesondere bei Injektionspräparaten.

Werden derartige Veränderungen beobachtet, fragen Sie bitte in Ihrer Apotheke nach. Arzneimittel können sich auch ohne sichtbare Anzeichen verändern. Solche Änderungen sind nur durch Untersuchung im Labor zu erkennen und zu beurteilen. Aus diesem Grund sollten Arzneimittel nicht nach Ablauf ihres Verfalldatums verwendet werden.

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