Die Geschichte des Samariterbundes in Österreich

Lesen Sie hier die Geschichte des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreich und die auch eng mit der Geschichte Österreichs verbundene Entstehung im Jahr 1927 nach von den Anfängen bis heute. Ausgehend von den Samariter Organisationen in Deutschland und Dänemark wurde 1927 der Arbeiter Samariter Dienst als Ausschuss des Arbeiterbundes für Sport und Körperkultur (ASKÖ) gegründet. Erst 1932 entstand der Arbeiter Samariterbund Österreichs als eigener Verein. Ebenso wie ein dramatisches Ereignis, nämlich der Ringtheaterbrand, zur Gründung der Wiener Rettung führte, war es auch beim Samariterbund ein geschichtsträchtiger Anlass.

Die Auseinandersetzungen rund um ein problematisches Gerichtsurteil und schlussendlich der Brand des Justizpalastes am 15. Juli 1927 führten zur Gründung einer eigenen Rettungsorganisation im Rahmen der Arbeiterbewegung, da sich das bürgerliche Rote Kreuz weigerte, verletzten Arbeitern zu helfen. Ein weißes Kreuz in rotem Feld war das Zeichen und ist es bis heute. Obwohl die Sanitätsabteilung des Republikanischen Schutzbundes in diesen bewegten Zeiten den Kern des Arbeiter-Samariter-Bundes bildete, waren die Aufgaben bald andere. Die immer größer werdende Beteiligung der Arbeiterschaft an Kultur- und Freizeitaktivitäten erhöhte auch den Bedarf an rascher und fachkundiger Erster Hilfe.

2022 feiert der Samariterbund in Österreich sein Jubiläum zum 95-jährigen Bestehen.

Seit Beginn ihrer Arbeit im Jahre 1888 in Deutschland sind die Samariter auf europäischer Ebene tätig. Als erste Organisation außerhalb Deutschlands gründete sich am 28.06.1907 in Kopenhagen der „Samariter-Verein der Arbeiter“. Am 21. August 1932 entsteht daraus der „Arbejdernes-Samariter-Forbud (ASF) Dänemark“. Nach dem 2. Weltkrieg erweitert der ASF seine Aufgabe und wird ein Wohlfahrtsverband mit dem Namen „ASF-Dansk-Folkehjaelp“.

Die Zeit vor dem Samariterbund in Österreich

Zur Zeit der Industriellen Revolution, und davor, war die Sanitätsversorgung von Kranken und Verunglückten abhängig vom sozialen Stand. Je nach Stand konnte man von Wund- oder Sprengelärzten versorgt werden, von städtischen Bürgerspitälern oder lediglich von karitativen kirchlichen Einrichtungen. Beim Militär, wo die Versorgung verletzter Soldaten höchste Priorität hatte, trug man ebenfalls Wissen über die Versorgung Verletzter und Kranker zusammen.

Nach und nach formierte sich ein öffentliches Rettungswesen, das jedoch für die ständig wachsende Bevölkerung nicht ausreichte. So war man auf private Rettungsgesellschaften angewiesen, wie zum Beispiel die 1881 gegründete Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft – der heutigen Wiener Berufsrettung.

In Österreich jedoch wurde der Samariterbund, im Gegensatz zur Deutschen Schwesterorganisation, aus den Arbeiterzusammenschlüssen der Ersten Republik gegründet. Der Samariterbund übernahm in der Ersten Republik auch eine Vielzahl von Aufgaben, die heute von der Sozialgesetzgebung abgedeckt sind und von den Einrichtungen unseres Sozialsystems erfüllt werden. So zählten in der damaligen Zeit Beratung bei Familienplanung, die Trinkerfürsorge, die Durchführung von Krankenpflegekursen oder die Hilfeleistung bei Betriebsunfällen zum Aufgabengebiet.

Die ASB-Geschichte in Deutschland

Bereits 1888 wurde der Arbeiter-Samariterbund Deutschlands gegründet, der sein Ziel primär bei der Versorgung von verletzten Arbeitern sah. Im Jahre 1888 legten sechs Berliner Zimmerleute mit dem von ihnen organisierten “Lehrkursus über die Erste Hilfe bei Unglücksfällen” den Grundstein für den heutigen Arbeiter-Samariter-Bund. Arbeiter sollten fortan eigenständig Verunglückte in Werkstätten und Betrieben versorgen können.

An Arbeitsmaschinen kam es gegen Ende des 19. Jahrhunderts häufig zu schweren Unfällen. Arbeitsschutz- oder Unfallverhütungsvorschriften, wie es sie heute gibt, waren noch unbekannt. Die Rettungsdienste standen noch am Anfang. Es fehlten Sanitäter, die im Ernstfall schnell und kompetent handeln konnten. Ausgebildete Ersthelfer oder Verbandmaterial an den Arbeitsplätzen gab es damals auch noch nicht.

Als am 28. November 1884 auf dem Gelände der märkischen Eiswerke in Erkner beim Bau einer großen Lagerhalle eine 40 Meter lange Seitenwand einstürzte und drei Zimmerleute unter sich begrub, waren dieses Unglück und zahlreiche andere schwere Unfälle in jener Zeit Anlass für den Zimmerpolier Gustav Dietrich und fünf seiner Kollegen, praktisch orientierte Erste-Hilfe-Kurse zu organisieren. Ihre Idee war, dass Arbeiter zukünftig eigenständig verletzte Kollegen versorgen konnten.

Die Anfänge des ASB

So setzten also sechs Zimmerleute in einer Zeit, in der es weder Arbeitsschutzvorschriften noch Rettungsdienste gab und sich viele Arbeiter schwer verletzten, gegen viele Widerstände den ersten “Lehrkursus über die Erste-Hilfe bei Unglücksfällen” durch. Sie waren nicht nur die Gründerväter des heutigen Arbeiter-Samariter-Bundes, sondern haben durch ihre Initiative auch der Notfallrettung in Deutschland wesentliche Impulse gegeben.

Erste Sanitätsdienst-Gruppen

Dem ersten Lehrkursus folgten weitere Samariter-Kurse, aus denen später die “Arbeiter-Samariter-Kolonnen” hervorgingen – 1896 zunächst in Berlin, in den Folgejahren auch in anderen Städten. Die Arbeiter-Samariter-Kolonnen führten Sanitätsdienste bei Veranstaltungen durch, bildeten Laien in Erster Hilfe aus und eilten nach Unglücken herbei, um die Verletzten zu versorgen. Mit Räder- und Fahrradtragen wurden damals bereits Krankentransporte geleistet. Ab 1902 vertrieb die Firma Paul Klose eine Samaritertasche, deren Anschaffung den Mitgliedern der Kolonnen empfohlen wurde.

Der Erste Weltkrieg

Fast die Hälfte der inzwischen 6.600 ASB-Mitglieder wurde 1914 zum Kriegseinsatz eingezogen. Viele Helfer meldeten sich freiwillig, um Kriegsverletzte zu pflegen. Bei Kriegsende bestand der Arbeiter-Samariter-Bund nur noch aus 30 Kolonnen mit 1.400 Mitgliedern.

Der ASB in der Weimarer Republik

Der ASB organisierte sich nach dem Ersten Weltkrieg neu. Aufgrund der politischen Unruhen gab es jedoch einen großen Bedarf an ASB-Sanitätern. Allein beim Spartakus-Aufstand vom 5. bis zum 12. Januar 1919 in Berlin versorgten die Samariter 850 Menschen.

Neue Aufgaben für den ASB

Der ASB engagierte sich auch auf allen Gebieten der Volkswohlfahrt und legte damit den Grundstein für seine Funktion als Wohlfahrtsverband. Damalige Leistungen wie Hauskrankenpflege, Gesundheitsfürsorge und Kinderhilfe sind bis heute wichtige Aspekte der Arbeit des ASB. Während der Weltwirtschaftskrise zum Ende der 1920er Jahre versorgten die Arbeiter-Samariter hungernde und frierende Familien mit Lebensmitteln und Kleidung. Außerdem kümmerte sich der ASB um Sanitätseinrichtungen in den Betrieben und baute systematisch den motorisierten Rettungsdienst aus.

Gründung von Jugendabteilungen

„Wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft”. So leitete der Bundesvorsitzende Theodor Kretzschmar 1924 seinen Aufruf zur Gründung von Jugendabteilungen ein. Er empfahl Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren, sich Jugendabteilungen in den jeweiligen ASB-Kolonnen anzuschließen.

Der ASB und der Nationalsozialismus

Der überparteiliche ASB war ein aktiver Teil der Arbeiterbewegung und deswegen schon vor 1933 in Konflikte mit den Nationalsozialisten geraten. Nach deren „Machtergreifung“ am 30. Januar 1933 gingen die Nationalsozialisten aktiv gegen den ASB vor. Im März 1933 kam es zu ersten Übergriffen auf ASB-Kolonnen, es erfolgten erste Verbote des ASB in Bayern und Braunschweig.

Verbot und Enteignung

Zum 1. September 1933 war der ASB schließlich reichsweit aufgelöst. Der ASB wurde enteignet, das Eigentum der Kolonnen gelangte zum Teil an die SA oder SS, in anderen Fällen ging es an das DRK über, dem sich einzelne Samariter, manchmal auch ganze Kolonnen anschlossen. Andere wurden Teil der Sanitätskolonnen der SA.

Samariter werden verfolgt

Folgt man den Spuren der Samariter, stößt man auf eindrückliche Schicksale zwischen Ermordung, Suizid, Terror, Überleben, Anpassung und Verstrickung. Die Mitgliedschaft im ASB war kein primärer Verfolgungsgrund, sondern in den allermeisten Fällen nur „Beifang“. Die vielen jüdischen Ärzte und Mitglieder wurden aus rassenideologischen Gründen verfolgt. Die meisten Kolonnenführer waren zugleich exponierte Köpfe in Gewerkschaften oder der örtlichen SPD. Ihnen allen drohten Haft, KZ, Terror und Tod.

 

Der Samariterbund in Österreich

Am 8. November 1927 erhält der Arbeiter-Samariterdienst, der zunächst ein Ausschuss des „Arbeiterbundes für Sport und Körperkultur“ war, ein eigenes Statut. Erst 1932 erscheint der Name Arbeiter-Samariterbund eigenständig. 1934 muss der Verein seine Aktivitäten aufgrund des Nationalsozialismus wieder einstellen. Im Jahr 1947 erfolgt die offizielle Neugründung des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreichs (ASBÖ).

Innerhalb des Arbeiterbundes für Sport und Körperkultur (ASKÖ) wurde 1927 der Österreichische Arbeiter-Samariterdienst gegründet. Hauptaufgabe war die Versorgung und Erste-Hilfe-Leistung von Verletzten bei Sport- und Freizeitunfällen. Kurz darauf wurde bereits eine Wasserrettung gegründet. Vor 1927 waren Samariter-Sanitätskräfte nur innerhalb des bewaffneten republikanischen Schutzbundes bekannt.

Weil der Arbeiter-Samariterbund dem Republikanischen Schutzbund unterstellt war, konnte er seine Erste-Hilfe-Leistungen nicht bei politischen Gegnern (Konservative etc.) vollbringen, weswegen 1932 die Auslösung aus dem Republikanischen Schutzbund mit der Gründung des zivilen Arbeiter-Samariter-Bundes beschlossen und durchgeführt wurde. Dies sollte eine Entpolitisierung zur Folge haben. Wie andere sozialdemokratische Einrichtungen wurde 1934 der Arbeiter-Samariter-Bund von den Organen des Ständestaates verboten und verlor dabei auch sein ganzes Vermögen.

Nach dem 2. Weltkrieg

1947: Neuformierung nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der ASBÖ in Wien neu formiert. Die Initiative ging von Schweizer Samaritern aus, da lediglich in der Schweiz, in Schweden und Dänemark der Arbeiter-Samariter-Bund vor und während des Zweiten Weltkrieges nicht aufgelöst wurde. Schweizer Samariter wollten also in Wien nach dem Krieg ein Lebensmittellager errichten, kontaktierten ihnen bekannte Samariter und formierten den ASBÖ in Wien 1947 neu. Da aber außer den russischen alle Besatzungsmächte Einwände gegen eine Neugründung hatten, wurde vorerst nur in dieser Besatzungszone ein Samariterbund gegründet.

Bereits 1948 ging in Eichgraben das erste Rettungsfahrzeug in den Dienst. Schnell konnte man an seine früheren Tätigkeiten anschließen, so waren 1950 neun Gruppen in Wien und Niederösterreich aktiv. 1954 wurde der neu formierte Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs bereits auf eine Bewährungsprobe gestellt: Beim Donau-Hochwasser bewährte man sich in der Katastrophenhilfe, wo man seine internationalen Kontakte zum Wohle der Bevölkerung einsetzte. 1956, während der Ungarn-Krise, war der ASBÖ ein großer Teil der Organisation und koordinierte unter anderem die Hilfsgütertransporte. 300.000 Flüchtlinge konnten bereits an der Grenze medizinisch versorgt und verpflegt werden.

1960er und 1970er Jahre

Aufgrund des großen Einsatzes des ASBÖ während der Ungarnkrise war man auch in breiteren Bevölkerungsschichten bekannt geworden. Nun konnte man sich einer größeren Öffentlichkeit präsentieren. Man versuchte dies unter anderem, indem man Erste-Hilfe-Kurse für Führerscheinwerber anbot, die damals noch nicht gesetzlich vorgeschrieben waren. Als 1973 diese Kurse für „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ gesetzlich verpflichtend wurden, konnte der Gesetzgeber bereits auch auf die Erfahrungen des Samariterbundes diesbezüglich zurückgreifen. Nach und nach wurde der Samariterbund zu einem immer wichtiger werdenden Ansprechpartner in Sachen Katastrophenhilfe, Strahlenschutz oder dem ordentlichen Zivildienst. 1971 wurde in Wien XV neben der Pillergasse 24 die neue Bundeszentrale des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreichs eröffnet.

1980er und 1990er Jahre

Mit der rapiden Entwicklung der Gesellschaft gegen Ende des 20. Jahrhunderts musste auch der ASBÖ sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Die Leistung im sozialen Bereich wurde immer wichtiger, die Tätigkeiten stiegen weit über den Krankentransport hinaus. Man profilierte sich bei der Einrichtung des so genannten Seniorenalarms und der Unterstützung Behinderter. Auch im Bereich der Sport- und Freizeitveranstaltungen wuchsen die Anforderungen. So betreute man in den 80er- und 90er-Jahren den Wiener Stadtmarathon (Vienna City Marathon). Ebenso seit damals leitet man die Sanitätsüberwachung beim alljährlichen Donauinselfest.

Doch auch andere Veranstaltungen, wie Musikveranstaltungen, die Papstbesuche in Österreich oder das Jazzfest Wiesen standen unter der Sanitätsleitung des ASBÖ. 1992 konnte in der Hollergasse 2–6 in Wien XV ein neues Bundesgebäude eröffnet werden.

Seit 2000

Seit 2000 ist der Samariterbund in ganz Österreich etabliert, in den einzelnen Bundesländern jedoch unterschiedlich stark aktiv. Am größten ist die Präsenz in Wien. Ähnlich stark ist der ASBÖ in Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg vertreten. Die einzelnen Ortsgruppen sind als eigenständige Vereine konstituiert und vergleichsweise lose in einer föderalen Struktur mit einem Bundesverband und neun Landesverbänden organisiert.

Österreichweit ist der Samariterbund nach dem Roten Kreuz die zweitgrößte Rettungsorganisation, in einzelnen städtischen Ballungsräumen ist er jedoch führend. Das Spektrum der Einsatzbereiche heutzutage reicht hierbei vom klassischen Rettungsdienst und Krankentransport, über Hauskrankenpflege, Seniorenalarm und Essen auf Rädern („Vitalmenüs“) bis hin zur Wasserrettung, Katastrophenhilfe, Flüchtlingsbetreuung und Rettungshundestaffeln. Nach dem Katastrophenhilfseinsatz in Sri Lanka 2005 begann auch ein immer stärkeres internationales Engagement. Es wurde das Samaritan Rapid Response Team (SA-RRT) gegründet. Seit 2007 konnte mit der GEZA (Gesellschaft für Entwicklungszusammenarbeit) auch Österreichs drittgrößte Entwicklungshilfeorganisation mit Projekten in Süd- und Mittelamerika, sowie in Afrika erfolgreich etabliert werden.

Während in Teilen Nieder- und Oberösterreichs der ASBÖ die alleinige rettungsdienstliche Versorgung übernimmt, führen in anderen Regionen die Ortsgruppen den Rettungsdienst gemeinsam mit anderen Organisationen durch oder beschränken sich auf Krankentransporte, Fahrtendienste oder einzelne soziale Dienste bzw. die Ausbildung in Erster Hilfe.

Stark steigend sind die Dienste im Bereich Altenpflege. So existieren so genannte Seniorenkompetenzzentren. Der Bundesverband errichtete in den Jahren 2008 und 2009 auch vier weitere solche Zentren im Burgenland (Strem, Weppersdorf, Draßburg und Olbendorf).

Der Samariterbund in Wien

In Wien werden die Dienstleistungen durch den Landesverband Wien: Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs (samariterbund.net) und über die Samariterbund Rettung und Soziale Dienste GmbH betrieben, die im Besitz des Bundesverbandes steht. 

Zusätzlich gibt es die Wiener Bezirksgruppen, die ebenfalls Dienstleistungen betreiben, vor allem im Bereich Rettungsdienst und Krankentransport, Schulung, Wasserrettung, regionale Katastrophenhilfe und Jugend. Im Rettungsdienst sind vor allem der Landesverband Wien sowie die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt mit großen Ressourcen vertreten. Alle anderen Gruppen haben nur wenige (Leopoldstadt, Favoriten, Simmering, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring, Döbling) oder keine (Margareten, Meidling, Brigittenau) eigenen Einsatzfahrzeuge und sind vorwiegend ehrenamtlich tätig.

Die peinlichen Auseinandersetzungen nach dem “Rettungskrieg in Hitzing” endeten schließlich mit einer Vereinbarung. Seit 1977
gibt es die “Wiener Rettungsgemeinschaft”: Die Organisation der Einsätze erfolgt durch die
Rettungszentrale gemeinsam für die Wiener Rettung und den Partnerorganisationen Rotes
Kreuz, Arbeiter-Samariterbund (ASB) und Johanniter-Unfallhilfe.

Der Samariterbund als größte Hilfsorganisation der Stadt stellt – in enger Zusammenarbeit mit der per Gesetz für den Rettungsdienst zuständigen Berufsrettung Wien – täglich mehrere Rettungswagen und zahlreiche Notfall-Krankentransportwagen, welche zu einem großen Teil mit hauptamtlichen Mitarbeitern und Zivildienern, aber auch ehrenamtlichen Mitarbeitern besetzt werden und durch die Rettungsleitstelle der Stadt Wien disponiert werden. Auch bei den Bereichen Pflege und Betreuung und Wohnen und Soziale Dienstleistungen arbeitet der Samariterbund eng mit der Stadt Wien und anderen Organisationen zusammen.

Ebenfalls in Wien stationiert sind Ressourcen des Bundesverbandes für die Katastrophenhilfe im In- und Ausland. Auch die ASBÖ-Akademie als Bundesschulungszentrum hat in Wien ihren Sitz.

Die zehn Wiener Bezirksgruppen verteilen sich wie folgt über das Stadtgebiet (in Klammern die zuständigen Bezirke):

Leopoldstadt (1.–3.)
Margareten (4. und 5.)
Favoriten (10.)
Simmering (11.)
Meidling (12. und 23.)
Rudolfsheim-Fünfhaus (6., 7., 13.–15.)
Ottakring (8. und 16.)
Döbling-Alsergrund-Währing-Hernals (9., 17.–19.)
Brigittenau (20.)
Floridsdorf-Donaustadt (21. und 22.)

Zusammenschlüsse auf internationaler Ebene

Am 15. und 16. November 1953 treffen sich in Hamburg alle ASB-Vereinigungen Europas zu einer internationalen Konferenz. Als Ergebnis beschließen die ASB-Verbände aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Österreich, Schweden und der Schweiz die Gründung einer „Arbeiter-Samariter-Internationale (ASI)“. Die Jugendorganisationen schließen sich zu einer „Internationalen Jugendsamariter-Arbeitsgemeinschaft“ zusammen. Eine weitere internationale ASB-Konferenz folgt am 3. Oktober 1954 in Basel, nachdem im Juli 1954 die ASI ihre Bewährungsprobe bei einer gemeinsamen Hilfsaktion bei einer Hochwasserkatastrophe in Österreich bestehen konnte. Eine weitere gemeinsame Hilfsaktion findet beim Volksaufstand im Herbst 1956 in Ungarn statt.

Am 27. und 28. Juni 1957 treffen sich die in der ASI zusammengeschlossenen ASB-Organisationen erneut, um über die Einrichtung eines ASI-Sekretariats zu beschließen und die Anerkennung bei den Vereinten Nationen zu erreichen. Internationale Treffen und gemeinsame Aktionen, insbesondere bei Katastropheneinsätzen der fachspezifischen Samariter-Organisationen kennzeichnen die europäische ASB-Arbeit, z. B. das Internationale Samariter-Treffen im November 1978 aus Anlass des 90-jährigen Bestehens des ASB und bei der 100-Jahr-Feier des ASB vom 16. bis 20. November 1988 in Berlin.

1994 schließen sich die Europäischen Samariter-Organisationen zu SAMARITAN INTERNATIONAL zusammen.

Der barmherzige Samariter (Lukas 10,25-37)

Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber. Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorüber. Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Und am nächsten Tag holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete: Der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle du genauso!

 

Wir übernehmen Verantwortung

Der Imagefilm des Wiener Samariterbundes und andere Filme zeigen, was die haupt- und ehrenamtlichen Samariterinnen und Samariter leisten.

 

2022 feiert der Samariterbund in Österreich sein Jubiläum zum 95-jährigen Bestehen.

 

Literatur

  • Paul Meihsl: Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs (Briefmarkenabhandlung der Postdirektion anläßlich des Erscheinens von österreichischen Briefmarken 1977)
  • Paul Meihsl: Von der Selbsthilfe zur Einsatzorganisation. Die Geschichte des Arbeiter-Samariter-Wesens. Wien: Pichler 1992
  • Christine Klusacek / Kurt Stimmer: Rudolfsheim-Fünfhaus. Zwischen Wienfluß und Schmelz. Wien: Mohl 1978, S. 163
  • Kurt Stimmer [Hg.]: Die Arbeiter von Wien. Ein sozialdemokratischer Stadtführer. Wien [u.a.]: Jugend & Volk 1988, S. 289 f.
  • Die Wiener Rettung (bmi.gv.at)