Samariterbund: Ertrinken – der leise Tod

Ertrinken ist einer der häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. Jahr für Jahr kommt es in Österreich zu tragischen Unfällen, die zeigen, wie schnell es passieren kann und die Monate Juni und Juli sind traurige Hochsaison für tödliche Wasserunfälle.

Durchschnittlich 3 bis 5 Kinder ertrinken jährlich in Österreich und das tückische daran ist – Sie ertrinken lautlos! Doch warum kommt es Jahr für Jahr zu so vielen dramatischen Unfällen? Was bedeutet Ertrinken tatsächlich? Wie reagiert man im Falle eines Unfalles richtig und was kann getan werden um tödliche Unfälle zu verhindern?

Wenige Minuten entscheiden!

Vor allem Kleinkinder sind stark gefährdet, da sie in Gefahrensituationen im Wasser in einen reflexartigen Schockzustand geraten und so weder auf sich aufmerksam machen noch sich selbst aus ihrer Lage befreien können. Zwei Minuten, etwa die Dauer eines kurzen Telefonats, reichen aus, dass ein Kind im Wasser das Bewusstsein verliert. Nach fünf Minuten kann Sauerstoffmangel bereits zum Tod führen. Diese typischen Alltagssituationen veranschaulichen, wie minimal das Zeitfenster bei Badeunfällen ist, in dem das Schlimmste vermieden werden kann.

Kinder immer im Auge behalten!

Es ist im wahrsten Sinn des Wortes von lebensrettender Bedeutung, dass Kinder – auch wenn sie schon schwimmen können – in der Nähe von Gewässern nie unbeaufsichtigt bleiben. Gerade bei Kleinkindern gilt die Regel: Ist die Aufsichtsperson nicht in Reichweite, also einen bis maximal drei Schritte entfernt, bleibt für die Rettung wenig Zeit – manchmal zu wenig, um schlimme Folgen zu verhindern.

Zum Schwimmen lernen ist es nie zu spät!

“Rund 700.000 Menschen in Österreich (8%) können nicht schwimmen und rund 40 Menschen ertrinken jährlich in Österreich, fünf von ihnen sind Kinder. Eltern überschätzen oft das Können ihrer Kinder. Außerdem überschätzen viele ihr eigenes Können. Ab vier Jahren ist ein Schwimmkurs sinnvoll. Für Erwachsene ist es nie zu spät einen Schwimmkurs zu besuchen, auch im hohen Alter. Bei jedem zweiten Eigenheimneubau ist heute ein Pool dabei. Oft genügen nur wenige Minuten Ablenkung der Aufsichtspersonen, die für die Kleinen fatale Folgen haben können”, warnt Dipl.-Ing.in Dr.in Daniela Seitz, sie ist Bereichsleiterin von der Samariterbund Wasserrettung Favoriten.

“Das Erlernen von Schwimmfähigkeiten ist von großer Bedeutung. Ein einzelner Schwimmkurs ist im Allgemeinen nicht ausreichend, Experten empfehlen zwei bis drei. Selbst dann komme es auf die Situation an: Wer im Becken gelernt hat, ist nicht unbedingt den Umständen im Meer, See oder in der Gegenstromanlage gewachsen”, ergänzt Daniela Seitz.

 

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Bild: Samariterbund