Samariterbund: Eltern-Kind-Pass statt Mutter-Kind-Pass ab 2024

Das 1974 eingeführte gelbe Büchlein wird einerseits umbenannt und in seinen Leistungen erweitert und anderseits digitalisiert. Der Mutter-Kind-Pass ist fast 50 Jahre alt und hat erheblich zur Reduzierung der Säuglingssterblichkeit in Österreich beigetragen. In Österreich werden jährlich rund 80.000 Kinder geboren, 50.000 davon sind Erstgeburten. Seit der Einführung hat das Vorsorgeprogramm zehntausenden Kindern und auch Müttern in Österreich das Leben gerettet und ein gesundes Leben ermöglicht.Die im Mutter-Kind-Pass vorgeschrieben Untersuchungen sind verpflichtend, um das Kinderbetreuungsgeld vollständig zu erhalten. Ärztekammer drängt auf Umsetzung! Der Samariterbund hat sich informiert und die wesentlichen Punkte zusammengefasst:

Doch nun ist es wieder Zeit für ein großes Update der Leistungen. Der Mutter-Kind-Pass steht in Österreich bisher nur in Papierform zur Verfügung. Im Rahmen der Reform umfasst das Vorsorgeprogramm für Schwangere und junge Eltern und deren Kinder auch deutlich mehr Leistungen. Diese Leistungen werden künftig um eine psychosoziale Beratung, ein weiteres Hebammengespräch, eine zusätzliche Ultraschall-Untersuchung und ein zusätzliches Hörscreening für Neugeborene erweitert. Auch das Angebot einer Elternberatung sowie einer Ernährungs- und Gesundheitsberatung werden aufgenommen.

Digitalisierung bereitet Zettelwirtschaft ein Ende

Der Pass wird auch digitalisiert und die zuständigen Ministerien in einem eigenen System vernetzt. Mit der Digitalisierung soll die Dokumentation der Untersuchungsergebnisse deutlich verbessert werden. So können Befunde zwischen behandelnden Ärzten und Hebammen in elektronischer Form leichter weitergegeben werden. Die Digitalisierung verbessert auch die Absicherung bei einem Verlust des Passes. Geht er verloren, müssen die Ergebnisse von Untersuchungen und Beratungen neu angefordert werden. Auch mehrsprachige Informationen können den jungen Eltern in digitaler Form einfacher angeboten werden.

Bei erstem Kind wird künftig Elternberatung angeboten

Die künftigen Elternberatungen sollen von den 400 bereits bestehenden Familienberatungsstellen durchgeführt werden. Sie sollen Themen wie Elternzeit, Karenz, Kinderbetreuungsgeld, Papamonat, Auswirkungen von Teilzeit auf die Pension, Pensionssplitting und den Wiedereinstieg in den Job beinhalten. Vor 20 Jahren wurde das Kinderbetreuungsgeld in Österreich eingeführt, das eine wesentliche Säule der Familienleistungen ist. Ab 1. Jänner wird das Kinderbetreuungsgeld, neben der Familienbeihilfe, dem Mehrkinderzuschlag, dem Kinderabsetzbetrag, dem Familienzeitbonus und dem Schulstartgeld jährlich automatisch an die Inflation angepasst und so erhöht, sodass unseren Familien in Zukunft mehr im Geldbörserl bleibt.

Der Mutter-Kind-Pass seit 1974

Bei der Einführung vor 48 Jahren war das Hauptziel, die Säuglings- und Müttersterblichkeit zu senken – was auch erfolgreich gelang. Das Programm wurde seither kontinuierlich weiterentwickelt. Heute steht die Früherkennung von Gesundheitsrisiken, Erkrankungen und Entwicklungsstörungen im Vordergrund. Durch das frühzeitige Entdecken kindlicher Defizite können rechtzeitig Förderungsmaßnahmen ergriffen werden. Nach Feststellen einer Schwangerschaft erhält jede Schwangere mit Wohnsitz in Österreich von Ihrem betreuenden Arzt bzw. ihrer Ärztin einen Mutter-Kind-Pass. Der Pass dient der gesundheitlichen Vorsorge für Schwangere und Kleinkinder bis zum fünften Lebensjahr. Die Durchführung der Untersuchungen in der Schwangerschaft und bis zum 14. Lebensmonat des Kindes ist Voraussetzung für den Erhalt des Kinderbetreuungsgeldes in voller Höhe. Für den vollen Bezug des Kinderbetreuungsgeldes sind fünf Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen der werdenden Mutter und die ersten fünf Untersuchungen des Kindes verpflichtend durchzuführen und durch die ärztlichen Bestätigungen im Mutter-Kind-Pass nachzuweisen.

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