Samariterbund: Achtung vor “scharfen lebensbedrohlichen Mutproben”

Der Mund brennt, die Augen tränen, der Schweiß perlt: Angetrieben von sozialen Medien gibt es immer mehr Kinder und Jugendliche, die extrem scharfe Speisen als Mutprobe ansehen. Doch das hat ernsthafte gesundheitliche Risiken. Die Herausforderung besteht darin, besonders scharfe Maistortilla-Chips zu essen, die stark mit Carolina Reaper gewürzt sind, der angeblich schärfsten Chilisorte der Welt. Das Samariterbund warnt vor Mutproben mit extrem scharfen Lebensmitteln. Der übermäßige Verzehr von stark Gewürztem kann zu “ernsthaft gesundheitlichen Beeinträchtigungen” führen und unter Umständen lebensbedrohlich sein können. Im Internet gibt es zahlreiche Videos von Menschen, die an der Mutprobe teilnehmen. Darunter sind viele Kinder und Jugendliche. Im Notfall wählen Sie den Notruf 144.

Extreme Schärfe ist gerade für Kinder und Jugendliche eine gesundheitliche Gefahr. In der Vergangenheit wurden immer wieder Fälle bekannt, bei denen unerwünschte Wirkungen wie Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen und Bluthochdruck beobachtet wurden. Vor allem Kinder reagierten empfindlich auf scharfe Chili-Produkte. Z.B. das in sozialen Medien kursierende “Hot Chip Challenge” ist dabei sehr bedenklich. Der scharf brennende Geschmack wird durch Inhaltsstoffe der Chili aus der Gruppe sogenannter Capsaicinoide verursacht. Dazu zählt auch der Scharfstoff Capsaicin, der etwa in der Carolina Reaper enthalten ist. Ein Erwachsener kann maximal fünf Milligramm Capsaicin pro Kilogramm Körpergewicht ohne Probleme zu sich nehmen kann.

Der Blutdruck kann außer Kontrolle geraten

Der Chip, um den es geht, soll 500-mal schärfer sein als Tabasco-Soße. Verantwortlich für die Schärfe von Chili-Produkten ist der Stoff Capsaicin. Wer Capsaicin in hohen Mengen zu sich nimmt, muss zum Beispiel eine Bluthochdruckkrise befürchten. Das heißt: Der Blutdruck steigt innerhalb kurzer Zeit stark an, was im schlimmsten Fall lebensbedrohlich wird. Die Schärfe kann außerdem starke Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen und Atemnot verursachen. Kinder und Jugendliche reagieren dabei empfindlicher auf Capsaicin als Erwachsene. Wer sich mit Resten von Chili-Pulver an den Händen in die Augen fasst, muss dort mit starken Reizungen rechnen.

Bereits mehrere medizinische Notfälle bekannt

Der Verzehr führte vereinzelt bereits zu ärztlichen Noteinsätzen. Im August gab es einen medizinischen Großeinsatz, weil mehrere Fünftklässler von den scharfen Chips gegessen hatten. Die Kinder mussten wegen Magenschmerzen sowie Haut- und Atemwegsreizungen versorgt werden. In den USA war ein 14-Jähriger nach einer solchen Mutprobe gestorben. Demnach hatte der Schüler von einem Klassenkameraden einen scharfen Chip bekommen. Stunden später sei er zusammengebrochen und wurde im Krankenhaus für tot erklärt.

Was tun wenn es passiert ist?

Laut Vergiftungszentrale, soll man keine Milch nachtrinken lassen, obwohl dies im Internet empfohlen wird. Capsaicin wäre an sich fettlöslich, da es jedoch in manchen Fällen es zu massiven Reizungen, Schwellungen im Atemwegsbereich bis hin zu Larnyxödemen gekommen ist, wird vom Trinken von Milch oder Wasser abgeraten (Aspirationsgefahr). Aufgrund dessen ist – bei entsprechender Symptomatik – eine Alarmierung der Rettung unter 144 durchzuführen. Hilfe bietet auch die Gesundheitsnummer 1450 an.

Warum Chili der Gesundheit schaden kann

Die einen lieben es, die anderen hassen es – scharfes Essen ist für viele Menschen sozusagen Geschmackssache und das, obwohl „Schärfe“ strenggenommen gar keine Geschmackssache ist. Anders als salzig, bitter oder süß löst scharfes Essen Schmerzen beim Konsumenten aus – das heißt bei scharfen Essen reagiert der Körper. Der Schmerz, der durch Chili & Co ausgelöst wird, nimmt jeder Mensch jedoch anders war. Gleich ist, dass die Wärmewahrnehmung durch scharfes Essen erhöht wird – das heißt die Schweißperlen stehen möglicherweise auf der Stirn und die Backen werden rot.

Doch wie gesund ist der Konsum von scharfem Essen tatsächlich?

Auslöser für den Schmerz ist das enthaltene Capsaicin in den Chili- und Paprikaschoten – das wirkt auf das gesundheitliche Wohlbefinden immer unterschiedlich ein. Zum einen werden durch Capsaicin Endorphine ausgeschüttet zum anderen erweitert es die Gefäße und führt zu einer besseren Durchblutung. Das betrifft auch die Schleimhäute, was wiederum zu einer allgemeinen Erhöhung des Geschmackempfindens führt. Außerdem können fettige Speisen leichter verdauet werden, da die Magensaftproduktion angeregt wird. Durch erhöhten Speichelfluss werden auch die Zähne geschützt.

Was tun wenn man zu viel Chili erwischt hat?

Bei übermäßigem Verzehr kann Chili aber auch zu gesundheitlichen Problemen führen – Magen- und Darmbeschwerden sind keine Seltenheit. Auch Sodbrennen, Übelkeit und Atemnot zählen häufig zu den Symptomen. Wer zu häufig scharfe Speisen isst, der läuft sogar Gefahr an Speiseröhrenkrebs zu erkranken.

 

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