Energienotstand! Was beutet das für uns als Bevölkerung?

Nachrichten zur drohenden Gasknappheit macht viele ratlos und stellt uns alle vor große Herausforderungen. Und dies zu Recht, denn ein Engpass hätte weitreichende Folgen und Auswirkungen nicht nur für Österreich sondern für ganz Europa. Egal, wo ein Engpass auftritt, er hätte natürlich unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und auch auf die Versorgungslage in Österreich. Der rasante Anstieg der Gas- und Strompreise trifft neben Unternehmen, die die Existenz ihres Betriebs durch die Energiepreisexplosion als bedroht ansehen, vor allem auch einkommensschwache Haushalte und Familien.

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine zeigt uns schmerzhaft Österreichs langjährige Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl auf. Laufwasserkraft ist die mit Abstand wichtigste Technologie der Stromerzeugung in Österreich. In der besonders angespannten Lage des Jahres 2022 liefern durch Klimawandel – und da gibt es erschreckende Studien – und die europaweite Dürre unsere heimischen Wasserkraftwerke deutlich weniger Strom als im langjährigen Durchschnitt. Im Jahr 2020 wurde das letzte Stück Kohle für die Energieerzeugung in Österreich verbrannt! Immer mehr Österreicher horten strom- und holzbetriebene Heizgeräte – aus Angst, dass ihnen im Winter das Gas abgedreht wird. 

Höchste Zeit, dass wir uns unabhängig und krisensicher machen

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie rasch und unerwartet Ereignisse mit enormer Wirkung eintreten können und unser Leben schlagartig verändern. In Österreich herrscht Energiealarm. Die Teilmobilmachung der Russischen Föderation ist ein weiterer Schritt in die Eskalation. Die Strom- und Gaspreise sind in den letzten Monaten spürbar angestiegen und steigen weiter. Die Stadt Wien kündigte eine Anpassung der Gebühren der Stadt Wien an, vor allem bzgl. Erhöhung der Fernwärmepreise und Tariferhöhungen beim Strom. Die Stadt Wien bietet jedoch auch Unterstützung an. 

Muss die EU mit einem Stopp der Gaslieferungen aus Russland rechnen?

Die EU-Kommission beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja und hat für den Fall der Fälle einen Notfallplan. Das Gas-Wintervorsorgepaket setzt auf Substitution, Solidarität und Sparmaßnahmen und zeigt unterschiedliche Maßnahmen auf, welche die Mitgliedsstaaten im Falle einer Versorgungsstörung ergreifen können. Die wichtigste Aufgabe im kommenden Winter wird es sein, dafür Sorge zu tragen, dass der Krieg die Gesellschaft nicht spaltet. 

Beschäftigen auch sie sich bitte mit diesem wichtigen Thema!

„Es gibt einen Gasnotfallplan der WKO. und bzgl. Gasversorgung wurde die Frühwarnstufe für Österreich ausgerufen. Auch die EU legte ihren Gasnotfallplan vor. Wird eine europäische Alarmstufe ausgerufen, wird jeder Mitgliedsstaat verpflichtet, 15 Prozent des Eigenverbrauchs zu sparen. Wenn nicht genug Gas zur Verfügung steht, müsse man im schlimmsten Fall, vorerst gewisse Produktions- und Industrieanlagen abschalten, damit der verbleibende Gasdruck ausreicht um den Rest zu versorgen. Das würde natürlich sofort wirtschaftliche Auswirkungen haben, größere Schäden bis hin zur Lebensmittelversorgung. Und nicht nur Privathaushalte und Konzerne sind dann von dem drohenden Gasmangel betroffen. Auch Freizeiteinrichtungen müssen über mögliche Konsequenzen nachdenken. Z.B. könnte es Schwimmbäder treffen. Das hätte nicht nur Auswirkungen auf die Besucher, sondern auch auf das Personal. Es ist also nicht auszuschließen, dass Schwimmbäder im Winter zu bleiben,” erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten und Zivil- und Katastrophenschutzexperte!

Die wirtschaftlichen Aussichten in Österreich sehen nicht gut aus

Lebensmittel werden immer teurer. Kreditzinsen steigen wieder. Die Rezession wird auch Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen, befürchten Ökonomen. Sofern die Preise für Strom und Gas für längere Zeit hoch bleiben wird die Inflation ausgehend von ihrem Rekordniveau auch im Jahr 2023 weiter steigen, erwarten Fachleute. Die jüngsten Preissprünge bei Strom und Gas werden die Kaufkraft der privaten Haushalte spürbar verringern und zu einem Rückgang der privaten Konsumausgaben führen. Die düsteren Prognosen für die österreichische Wirtschaft überschlagen sich. Alle Zeichen stehen auf Rezession. Wirtschaftsinstitute sagen für das kommende Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung voraus. 

In Wirtschaft und Politik wächst die Sorge vor einer Insolvenzwelle

Viele Branchen leiden unter der Dauerkrise. Das Gastgewerbe steht vor einem schwierigen Winter. Besonders in den Fokus der Mittelständler ist das Bäckerhandwerk gerückt. Rund 70 Prozent der Handwerksbäckereien betreiben ihre Öfen mit Gas. Wegen einer Kaufzurückhaltung in der Bevölkerung werden einige Branchen viel weniger verkaufen, dadurch müssten sie einerseits Personal abbauen und andererseits könnten sie sogar insolvent werden. Der Mittelstand steht unter enormem Druck. In der Industrie wird bereits Kurzarbeit geplant. Die Grenzen der Belastbarkeit seien „längst erreicht und eigentlich schon überschritten und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpft, hört man Interessenvertretungen. Gezielte Entlastungspakete der Regierung könnten da und dort wie bei in der Coronakrise ein wenig helfen.

Auswirkungen für die Bevölkerung

“Die Arbeitnehmer leiden unter einem “Realeinkommensschock”, weil die Inflation ihre Lohnerhöhungen auffrisst. Die Konsumstimmung der Verbraucher in Österreich hat sich weiter verschlechtert. „Viele Haushalte sind momentan gezwungen, deutlich mehr Geld für Energie auszugeben beziehungsweise für deutlich höhere Heizkostenabrechnungen zurückzulegen. Stadtwerke gehen von einer wachsenden Zahl von Kunden aus, die Rechnungen nicht mehr begleichen können. Wenn die vor der Krise beschafften Mengen der Versorger verbraucht sind, müssten sie zu den aktuellen Rekordpreisen an der Börse einkaufen. Ein dadurch vermehrter Stromverbrauch weil zu wenig Gas in ganz Europa könnte auch zu einem Blackout führen. Das Gefährliche am Blackout ist nicht nur der Stromausfall, sondern der dadurch ausgelöste Logistikkollaps. Der Energienotstand ist demnach eine Art Vorwarnstufe,” mahnt Peter Erdle.

Macht es Sinn sich darauf vorzubereiten?

„Ja, absolut! Den Gashahn aufzudrehen und es kommt nix erscheint für uns unvorstellbar. Doch es gibt kein System, das nicht ausfallen könnte, schon gar nicht unter den derzeitigen Rahmenbedingungen. Die Verhinderung eines solchen Ereignisses ist sehr wichtig, jedoch noch viel wichtiger ist die Fähigkeit, trotz allem mit einem solchen Ereignis umgehen zu können. Dazu bedarf es jedoch einer aufgeklärten und selbstversorgungsfähigen Bevölkerung und einer vernünftigen “Bevorratung” und ein „Krisenfester Haushalt“, ergänzt Erdle.

Energie sparen ist angesagt!

Energiesparen in allen Bereichen ist daher über das ganze Jahr ein großes Thema. Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks können wir dabei nicht nur einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Energie-Unabhängigkeit leisten, auch die Geldbörse wird nachweislich geschont. Eine sorgsamere und nachhaltigere Lebensweise ist insbesondere in der aktuellen Zeit von Energie- und Klimakrisen sehr wichtig“, ruft Peter Erdle auf.

Unabhängig sein und Selbstversorger 

Ein Mini-Solar-Kraftwerk mit dem man selbst dann das Handy laden, den Kühlschrank kalt halten oder den E-Roller fahrbereit machen kann, wenn die Sonne einmal nicht scheint? Seit wenigen Wochen ist das kein Wunschdenken mehr. Das österreichische Startup EET hat nach intensiver Entwicklungszeit im Oktober erstmals ein Mini-Solar-Kraftwerk auf den Markt gebracht, welches genau das leisten kann: “SolMate”

Info-Kampagne Mission 11

Die Bundesregierung möchte die Bevölkerung im Rahmen der Info-Kampagne Mission 11 über weitere konkretere Möglichkeiten zum Energiesparen informieren.

Darin heißt es:

Warum 11 %? Weil wir gemeinsam diese Menge an Energie einsparen können – und zwar alleine durch kleine Änderungen unseres Verhaltens. Wir können also ganz ohne Investitionen in unserem alltäglichen Leben sehr viel Energieverbrauch vermeiden, wenn wir das nicht sowieso schon nach bestem Wissen und Gewissen tun. Gleichzeitig schaffen wir mehr Unabhängigkeit und einen verantwortungsvolleren Umgang mit wertvollen Ressourcen! Es ist an der Zeit, vom Reden ins Handeln zu kommen. Und das ab heute, denn wir können die Tipps unmittelbar umsetzen: beim nächsten Mal Wäschewaschen, beim Kochen oder beim Lüften. Natürlich haben jeder Haushalt und jede Person andere Potenziale.

Tipps & Infos

 

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