Energienotstand! Was beutet das für uns als Bevölkerung?

Aktuell häufen sich die Nachrichten zur drohenden Gasknappheit, die viele ratlos macht und vor große Probleme stellt. Und dies zu Recht, denn ein Engpass hätte für weitreichende Folgen und Auswirkungen für ganz Europa. Es ist daher absolut wichtig für uns alle diese Thema sehr ernst zu nehmen und sich darauf einzustellen, dass die Lage sehr ernst werden könnte. Egal, wo ein Engpass auftritt, er hätte natürlich unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und auch auf die Versorgungslage in Österreich. Der rasante Anstieg der Gas- und Strompreise trifft neben Unternehmen vor allem einkommensschwache Haushalte und Familien.

 Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine zeigt uns schmerzhaft Österreichs langjährige Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Gas und Öl auf. Laufwasserkraft ist die mit Abstand wichtigste Technologie der Stromerzeugung in Österreich. In der besonders angespannten Lage des Jahres 2022 liefern Wasserkraftwerke an Flüssen jedoch deutlich weniger Strom als im langjährigen Durchschnitt. Der Klimawandel und die europaweite Dürre schlagt inzwischen deutlich auf die Erzeugung der Laufkraftwerke durch.

Höchste Zeit, dass wir uns unabhängig und krisensicher machen

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie rasch und unerwartet Ereignisse mit enormer Wirkung eintreten können und unser Leben schlagartig verändern. Die Strom- und Gaspreise sind in den letzten Monaten spürbar angestiegen. Neben dem raschen Ausbau Erneuerbarer Energien gilt es dabei aktuell vor allem auch gemeinsam Energie zu sparen. Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks können wir dabei nicht nur einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Energie-Unabhängigkeit leisten, auch das Geldbörsel wird nachweislich geschont. Jeder Handgriff zählt!

Muss die EU mit einem Stopp der Gaslieferungen aus Russland rechnen?

Die EU-Kommission beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja und hat für den Fall der Fälle einen Notfallplan vorgestellt. Das Gas-Wintervorsorgepaket setzt auf Substitution, Solidarität und Sparmaßnahmen und zeigt unterschiedliche Maßnahmen auf, welche die Mitgliedsstaaten im Falle einer Versorgungsstörung ergreifen können. Seit Wochen horten immer mehr Österreicher strombetriebene Heizgeräte – aus Angst, dass ihnen im Winter das Gas abgedreht wird. Aus Angst vor Gasknappheit setzen die Österreicher vermehrt wieder auf Holz – was natürlich auch teurer geworden ist – zum Heizen. Die wichtigste Aufgabe im kommenden Winter wird es sein, dafür Sorge zu tragen, dass der Krieg die Gesellschaft nicht spaltet. Die Stadt Wien bietet Unterstützung bei gestiegenen Energiepreisen aktiv an.

Beschäftigen auch sie sich bitte mit diesem wichtigen Thema!

„Es gibt einen Gasnotfallplan der WKO. und bzgl. Gasversorgung wurde die Frühwarnstufe für Österreich ausgerufen. Auch die EU legte ihren Gasnotfallplan vor. Media Markt und Saturn installieren vorsichtshalber Elektroheizungen gegen Gas-Mangel im Winter. Wird eine europäische Alarmstufe ausgerufen, wird jeder Mitgliedsstaat verpflichtet, 15 Prozent des Eigenverbrauchs zu sparen.  Wenn nicht genug Gas zur Verfügung steht, müsse man im schlimmsten Fall, vorerst gewisse Produktions- und Industrieanlagen abschalten, damit der verbleibende Gasdruck ausreicht um den Rest zu versorgen. Das würde natürlich sofort wirtschaftliche Auswirkungen haben, größere Schäden bis hin zur Lebensmittelversorgung. Und nicht nur Privathaushalte und Konzerne sind dann von dem drohenden Gasmangel betroffen. Auch Freizeiteinrichtungen müssen über mögliche Konsequenzen nachdenken. Z.B. könnte es Schwimmbäder treffen. Das hätte nicht nur Auswirkungen auf die Besucher, sondern auch auf das Personal. Es ist also nicht auszuschließen, dass Schwimmbäder im Winter zu sind,” erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten und Zivil- und Katastrophenschutzexperte!

Auswirkungen für die Bevölkerung

“Noch sind die Strom- und Gaspreise nicht oder nur teilweise bei Haushalten angekommen aber irgendwann muss es bezahlt werden. Viele haben bereits jetzt bei der Jahresabrechnung saftige Nachzahlungen erhalten. Aufgrund der aktuellen Marktentwicklung ist eine Verdopplung oder sogar Verdreifachung der Gasrechnung im Vergleich zum Vorjahr realistisch. Wenn die vor der Krise beschafften Mengen der Versorger verbraucht seien, müssten sie zu den aktuellen Rekordpreisen an der Börse einkaufen. Die Jahresrechnung wird auf jeden Fall saftig steigen. Ein dadurch vermehrter Stromverbrauch weil zu wenig Gas in ganz Europa könnte auch zu einem Blackout führen. Das Gefährliche am Blackout ist nicht nur der Stromausfall, sondern der dadurch ausgelöste Logistikkollaps,” ergänzt Peter Erdle.

Macht es Sinn sich darauf vorzubereiten?

„Ja, absolut! Den Gashahn aufzudrehen und es kommt nix erscheint für uns unvorstellbar, sind wir doch die beste Strom- und Gasversorgung der Welt gewohnt und rechnen fix damit, dass das auch in Zukunft so sein wird. Doch es gibt kein System, das nicht ausfallen könnte, schon gar nicht unter den derzeitigen Rahmenbedingungen. Die Verhinderung eines solchen Ereignisses ist sehr wichtig, jedoch noch viel wichtiger ist die Fähigkeit, trotz allem mit einem solchen oder ähnlichem Ereignis umgehen zu können. Dazu bedarf es jedoch einer aufgeklärten und selbstversorgungsfähigen Bevölkerung. 

Unabhängig sein und Selbstversorger 

Ein schönes Beispiel: Ein Mini-Solar-Kraftwerk mit dem man selbst dann das Handy laden, den Kühlschrank kalt halten oder den E-Roller fahrbereit machen kann, wenn die Sonne einmal nicht scheint? Seit wenigen Wochen ist das kein Wunschdenken mehr. Das österreichische Startup EET hat nach intensiver Entwicklungszeit im Oktober erstmals ein Mini-Solar-Kraftwerk auf den Markt gebracht, welches genau das leisten kann: “SolMate”.

Energie sparen ist angesagt!

“Energiesparen in allen Bereichen ist daher bereits im Sommer und nicht erst im Herbst ein großes Thema, weil insbesondere Klimaanlagen viel Strom verbrauchen und damit der Strombedarf auch im Sommer bei hohen Verbrauchsspitzen teilweise durch Gaskraftwerke gedeckt wird. Energie sparen heißt aber auch den Wasserbedarf senken, da auch das Wasser bei Hitzewellen knapp wird. Tipps und Ratschläge, wie wir Energie sparen und dabei das Klima schützen können, gibt es bereits viele. Aber was bringt eigentlich wie viel und wie kannst du am meisten dazu beitragen? Eine sorgsamere und nachhaltigere Lebensweise ist insbesondere in der aktuellen Zeit von Energie- und Klimakrisen sehr wichtig“, ruft Peter Erdle auf.

Energie sparen & Klima schützen – Wir haben für euch einige Alltagsstipps.

Neue Allianz aus Klimaschutz und Energiesicherheit

In Österreich sind etwa 900.000 Gasheizungen installiert. Das Erneuerbaren-Wärmegesetz ist daher ein wichtiger Meilenstein in der österreichischen Klima- und Energiepolitik. Gerade angesichts einer sich zuspitzenden Klimakrise und einer unsicheren Versorgungssituation ist ein geregelter und koordinierter Ausstieg aus fossiler Energie in der Wärmeversorgung von entscheidender Bedeutung. Sonnen- und Windkraft muss zukünftig umfassend genutzt werden. Dazu gehört die Möglichkeit “grünen Wasserstoff” zu produzieren, ohne jeglichen CO2-Ausstoß. Jetzt ist die Chance, Österreich in eine Vorreiterrolle zu bringen!

Info-Kampagne im September

Zur Vorbereitung auf die Heizsaison wird die Bundesregierung die Bevölkerung im Rahmen einer Info-Kampagne über weitere konkretere Möglichkeiten zum Energiesparen informieren. 

Zum Hintergrund: In Österreich wird in den Sommermonaten nur wenig Strom mit Gaskraftwerken erzeugt. Der überwiegende Anteil des Stroms entsteht aus erneuerbaren Energien. Zudem verbrauchen Haushalte viel weniger Gas als im Winter. Im Herbst steigt der Gasverbrauch spürbar an. Es wird wieder geheizt und weil weniger Strom aus Sonne und Wasserkraft gewonnen wird, kommen auch die Gaskraftwerke stärker zum Einsatz.

Links

 

Helfen auch Sie bitte mit!

 

Ihre SamariterInnen aus Wien Favoriten ❤️

Bild: Kostenloses Foto auf Pixabay – Danke