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(Gauner)-Zinken sind aktueller denn je!

Geheime Zeichensprache der Einbrecher

Samariterbund Sicherheitstipp

Zinken sind Symbole, die Einbrechern Hinweise über das Objekt geben. Gaunerzinken gibt es seit vielen Jahrhunderten, seit kurzem werden sie auch in Wien wieder öfter gesichtet.

Sie sind auf Briefkästen, Zäunen, Gegensprechanlagen, Türen und Fassaden zu finden. Mit wenigen Linien und Kreisen hinterlassen Kriminelle Hinweise, um Informationen über die Bewohner und die Gefahren eines Hauses oder einer Wohnung auszutauschen.
So kann miteinander über ein Haus, die Schutzvorrichtungen und seine Bewohner kommuniziert werden, ohne dass diese es mitbekommen.

Die Zeichen werden meist von einem Auskundschafter aufgemalt. Er informiert so seine Bandenkollegen über mögliche Einbruchsziele, über Alarmanlagen und bissige Hunde.

Gaunerzinken (traditionelle Zeichen) gibt es hier
Gaunerzinken (heutige Zinken schematisiert) gibt es hier
Gaunerzinken (erweiterte Liste) gibt es hier

Das Wort Zinken oder Zink bezeichnet die geheime Verständigung durch Laute, Gestik oder Mimik, vor allem aber durch grafische Zeichen, die von Angehörigen des „fahrenden Volks“ benutzt und meist nur von ihnen verstanden worden sind. Seit dem 12.–13. Jahrhundert ist das Rotwelsch in Deutschland feststellbar, eine Geheimsprache der Nichtsesshaften.

Zeichen verschiedener Art ergänzten sie im Lauf der Zeit. Sie dienten ebenso wie die Sprache dazu, die Absichten ihrer Benutzer vor Außenstehenden zu verbergen, erfüllten aber auch den Zweck, sich von den Sesshaften abzugrenzen und die Identität der eigenen Gruppe zu stabilisieren.

Der Ausdruck Zinken selbst erschien erst im 18. Jahrhundert, und zwar in Zusammensetzungen wie Zinkenplatz (wo sich Diebe treffen), Zinken stechen (Zeichen geben), abzinken (Signalisieren einer Person), Zinkfleppe (Steckbrief) oder abgezinkt sein (erwischt, erkannt worden sein).

In den 1990er Jahren traten in Österreich Einbrüche in Verbindung mit Zinken so häufig auf, dass die Lokalpresse warnende Berichte darüber veröffentlichte. In den 1980er Jahren verschwanden in Italien Fernlastzüge mit wertvoller Fracht, nachdem sie zuvor mit Geheimzeichen gekennzeichnet worden waren. Drückerkolonnen, Sektenvertreter und Prospektverteiler platzieren grafische Zeichen an Haus- und Wohnungstüren.