Tiergestützte Aktivität im Palliativbereich

Krankenhäuser und Kliniken erkennen die Vorteile für Patienten

Samariterbund – Einsatzinfo!

Wenn die Schulmedizin eine Erkrankung nicht mehr heilen kann und die körperlichen, seelischen und spirituellen Nöte der Menschen groß sind, dann gibt es Hilfe auf Palliativstationen. Hier wird ein schützender Mantel um Menschen mit begrenzter Lebenserwartung gelegt. Hunde können dazu einen wertvollen Beitrag leisten.

Ziel der Palliativmedizin ist es, unheilbar Kranken möglichst lange eine gute Lebensqualität zu erhalten.

Einsatzerfahrungen unserer Samariterbund Therapiebegleithunde-Teams

„Ein starres Schema für das Treffen mit unseren Klienten im Wiener Otto Wagner Spital (OWS) gibt es bei uns nicht“, sagt Isabella Eales von der Samariterbund Therapiebegleithundestaffel Favoriten. Die Begegnung richtet sich individuell nach den Bedürfnissen des jeweiligen Klienten.

„Bei jemandem, der sich emotional zurückzieht, könnte beispielsweise die Kommunikation im Vordergrund stehen. Für jemanden, der Probleme hat, alltägliche Abläufe zu meistern, ist eine Bewegungstherapie mithilfe des Hundes als Motivator möglich,“ ergänzt Eales.

Durch die Anwesenheit eines Hundes wird eine entspannte, beruhigende Atmosphäre geschaffen, in der auch die unterstützende Einbeziehung der Angehörigen in den Krankheitsverlauf erleichtert wird. Das Tier kann Trost spenden, als vermittelndes Medium die Kommunikation zwischen allen Beteiligten erleichtern und somit auch Hilfe bei der Trauerarbeit leisten.

Wirksamkeit tiergestützte Aktivität im Palliativbereich

Obwohl es zahlreiche Untersuchungen zur Wirksamkeit tiergestützter Therapie (TGT) bei verschiedenen Storungsbildern (z.B. Autismus, Depression, Demenz, Schmerz) gibt, existiert bisher keine repräsentative Studie zur Wirksamkeit tiergestützter Therapie im Palliativbereich.

In der Palliativversorgung von Patienten in fortgeschrittenen Erkankungsstadien steht schwerpunktmäßig der psychologische Effekt der TGT im Vordergrund. Dieser beruht hauptsächlich auf positiven Auswirkungen des körperlichen Kontaktes. Es geht um die Verbesserung des seelischen Wohlbefindens und die Förderung der Kommunikation in einer das Leben bedrohenden Situation.

Immer mehr Krankenhäuser und Kliniken erkennen die Vorteile für Patienten

Laut der European Society for Animal Assisted Therapie sind Ziele tiergestützter Therapie unter anderem körperliche, kognitive und emotionale Funktionen wiederherzustellen und zu erhalten sowie das subjektive Wohlbefinden zu verbessern. Eine Studie des Thieme-Verlags ergab, dass tiergestützte Behandlungen mit Therapiebegleithunden ein effektives Verfahren für bessere Befindlichkeit und weniger Schmerzen sei.

Bessere Befindlichkeit und weniger Schmerze

In der Praxis gliedert sich eine Einheit mit einem Therapiebegleithund in eine Einstiegsphase des gegenseitigen, kurzen Kennenlernens, gefolgt von einer Beobachtungsphase, bei welcher der Hund am Platz liegt und sich Patient und Tier in einer gewissen Distanz aneinander gewöhnen können. Darauf folgt die eigentliche Kontaktphase, bestehend aus freiem oder durch den Hundeführer gelenktem Miteinander.

Zuletzt folgt die Ausstiegsphase aus der gemeinsam verbrachten Zeit – mit einer meist ritualisierten Verabschiedung, bei der z.B. der Patient dem Hund ein Abschieds-Leckerli als non-verbales „Ich freue mich auf ein Wiedersehen“ verabreicht.

Die tiergestützte Therapie ist ein komplementäres Behandlungsverfahren, das in hohem Maße auf Lebensqualität abzielt und insbesondere Menschen mit stark einschränkenden, leidvollen Symptomen oder gravierenden Funktionsverlusten die Möglichkeit bietet, in einem geschützten Rahmen nochmals Wertschätzung und Selbstwirksamkeit zu erfahren.

Unsere Therapiebegleithunde im Krankenhaus

Tiere sind kein Allheilmittel, aber durch den gezielten Einsatz, z.B. eines Therapiebegleithundes, kann man auch bei schwerstkranken und sterbenden Menschen manchmal Erstaunliches erreichen. Es geht vor allem um:

• Kontaktaufnahme
• Motivation zur Bewegung und Kommunikation
• Förderung des allgemeinen Wohlbefindens
• Abbau von Ängsten Begleitung von traumatisierten Menschen
• Entspannung Körpernähe und Wärme
• Selbstwirksamkeitserfahrung
• Fördern und Erhalten von Lebensqualität

In manchen Fällen mag es „nur“ ein entspanntes Lächeln sein, was dann wie an ein kleines Wunder grenzt. Manchmal ist das Therapieziel ausschließlich eine Verbesserung der Lebensqualität für ein paar Minuten.

Unter dem Leitgedanken der Hospizidee:

„Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben” sagte Dr. Cicely Saunders,(1918-2005) die Pionierin der modernen Hospizarbeit …

Links

Prospektive klinische Studie zur Überprüfung der Wirksamkeit tiergestützter Therapie (TGT) zur Verbesserung der Befindlichkeit von Palliativpatienten
Tiergestützte Intervention: Therapiehund im Kinderhospiz
Therapeutische Eignung von Tieren in der Palliativpflege).pdf

Bild: © Samariterbund Favoriten

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