Sind die Grenzen des Ehrenamtes erreicht?

Mangel an Zivildienern und Ehrenamtlichen bringt Blaulichtorganisationen in Personalnot

Samariterbund – Nachdenktipp!

Die Ausbildung ist lange und fordernd, die Einsätze oft hart und die Verantwortung riesengroß. Schon lange geht es beim Notfallrettungsdienst nicht mehr um das “Zusammenklauben” von Verletzten, Notfallsanitäter sind gut ausgebildete Spezialisten, die vor Ort Entscheidungen über Leben und Tod treffen müssen.

Dass sich die Situation

Das Ehrenamt ist eine Stütze unserer Gesellschaft. Und sie erweist sich an und für sich als stabil. Das Rettungs- und Feuerwehrwesen stützt sich auf engagierte Ehrenamtliche und Zivildiener, deren Leistungen nicht hoch genug geschätzt werden können. Ist dieser Freiwilligendienst zukunftsfit, kann er der sich anbahnenden Veränderung in der Gesellschaft standhalten? Nein, kann er nicht mehr, sagen Insider

Zeitaufwand und lange Ausbildung für Ehrenamtliche

Da, wo es um Sozial-oder Sportvereine geht, finden sich immer noch viele begeisterte Helfer. Meist sind es Aufgaben ohne lange, komplexe Ausbildungen, bei denen man rasch und ohne starre Dienstzeiten helfen kann. Allerdings sinkt gerade bei der jungen Generation die Bereitschaft, sich langfristig zu binden.

Ein ehrenamtlicher Sanitäter, der nur wenige Jahre nach der Ausbildung die Organisation wieder verlässt, ist aus Sicht eines Diensteinteilenden kontraproduktiv. Von Bund und Ländern sowie von den Kassen gibt es kein Extra-Geld. Leistungen sind durch Ausschreibungen und Vergabe des Rettungsdienstes genau fixiert und so muss daher auch bereits auf Spendengelder zurückgegriffen werden.

Dazu kommt noch die schwindende Zahl an Zivildienern. Oft stehen während der Sommermonate nur 50-60 % der benötigten Kräfte zur Verfügung. Über das Worst-Case-Szenario will man nicht gerne reden, trotzdem hängt es wie ein Damoklesschwert über manche Bezirke: Rettungswägen können nicht mehr besetzt werden.

Die Herausforderung mit der Ehrenamtlichkeit liegt in den speziellen Anforderungen

Retter von Blaulichtorganisationen durchlaufen eine lange und intensive Ausbildung und müssen zudem auch eine definierte Anzahl an Weiterbildungsstunden und Dienste im Jahr absolvieren, was sich oft mit Beruf und Familie nicht vereinbaren lässt, denn auch freiwillige Retter brauchen einmal Urlaub!

Natürlich versucht man laufend mit diversen Anreizen auch in diesem Bereich attraktiver zu machen. Auch aufgrund der nicht erfreulichen Situation des Österreichischen Bundesheeres wären Ehrenamtliche für Ambulanzdienste und vor allem für Großereignisse und Katastrophen sehr wichtig um vorbereitet zu sein, wenn einmal etwas passiert.

Was tun also?

Es wird nichts nützen. Das Notfallrettungssystem wird mehr und mehr auf angestellte Sanitäter umgestellt werden müssen. So wie in vielen anderen europäischen Ländern bereits geschehen und das wird teuer. Der Rettungsdienst und Feuerwehr könnte auch nur die Spitze des Eisbergs sein. Auch Bergretter, Wasserretter und andere Rettungsdienste sind ebenfalls immer komplexeren und gefährlicheren Aufgaben ausgesetzt. Wenn hier das Ehrenamt zu wanken beginnt, dann brennt der Hut wirklich lichterloh.

Von der Ehrenamtlichkeit in der Pflege und Altenbetreuung reden wir da gar nicht einmal und da kommt einiges auf uns zu.

Ihre SamariterInnen aus Wien Favoriten

Quelle: Österreichische Einsatzorganisationen
Bilder: © by Dokuteam Samariterbund Favoriten und Alois Pommer