Samariterbund: Maulkorbpflicht Qual oder Schutz?

Begegnen wir Tieren mit Respekt, den haben sie sich verdient!

Samariterbund – Sicherheitstipp!

Immer wieder hört man von tragischen Vorfällen wo ein Hund einen Menschen angegriffen und zugebissen hat. Nicht nur für Menschen können Hundebisse fatal sein, auch für die Verursacher.

Nicht wenige Hunde, die einmal einen Menschen gefährlich verletzt haben, werden in Tierheimen abgegeben. Ob sie je wieder in menschliche Gesellschaft integriert werden, ist in vielen Fällen ungewiss.

Achtung vor dem Hund!

Das heißt: Achten wir diese Geschöpfe! Nicht nur einmal hat ein Hund ein Menschenleben gerettet. Begegnen wir diesen Tieren mit Respekt, den haben sie sich wahrlich verdient!

Selbstverständlich müssen in erster Linie die Hundehalter auf ihre Tiere achten und bereits im Vorfeld gut überlegen, ob man einem Hund ein möglichst gutes Leben bieten kann. Ausreichend Bewegung, Erziehung und Kopfarbeit fördert die gute Entwicklung unserer Vierbeiner und macht sie zu einem angenehmen Familienmitglied. Mit gegenseitiger Rücksichtnahme kann man mögliche angespannte Situationen verhindern.

In öffentlichen Verkehrsmitteln herrscht Maulkorb- und Leinenpflicht

Sorgfaltspflicht und Verantwortung des Hundebesitzers: Hunde zu halten bereitet viel Freude und damit dies auch für das Umfeld so ist, sind bei der Hundehaltung einige gesetzliche Vorgaben einzuhalten. Laut Tierhaltegesetz müssen Hunde in Wien auf Straßen an der Leine geführt werden oder einen „Maulkorb“ tragen, der fälschlicherweise oft „Beißkorb“ genannt wird”, erklärt Jochen Gold, Staffelkommandant von der Samaritebund Therapiebegleithundestaffel Wien-Favoriten.

Auszug aus dem Tierhaltegesetz

In Wien müssen Hunde an öffentlichen Orten – das sind etwa Straßen und Plätze, aber auch öffentlich zugängliche Teile von Häusern, Höfen oder Lokalen – einen um den Fang geschlossenen Maulkorb tragen oder an der Leine geführt werden. In öffentlich zugänglichen Parks und auf gekennzeichneten Lagerwiesen müssen sie immer an die Leine. Maulkorbpflicht herrscht an öffentlichen Orten, wo “üblicherweise” viele Menschen anzutreffen sind, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Restaurants oder bei Veranstaltungen.

Qual oder Schutz?

Nicht wenige Hundehalter wollen ihrem Gefährten aber trotz möglicher Gefahren keinen Maulkorb zumuten. Die Sicherheit, für die ein Maulkorb sorgt, ist für Hundehalter oft kein Thema, denn die meisten sind davon überzeugt, dass ihr Vierbeiner nie zubeißen würde. Jeder Hund kann von klein auf lernen, einen Maulkorb zu tragen. Die wichtigste Voraussetzung ist die Passform des Beißkorbs. Keinesfalls sollte man Maulschleifen verwenden. Der Hund ist dadurch stark eingeschränkt.

Maulkörbe müssen gut sitzen: Sie sollen nicht drücken oder zwicken, die Sicht nicht einschränken und besonders wichtig: sie müssen dem Hund das Hecheln ermöglichen! Warum? Hunde können nicht, wie wir, über die Haut schwitzen, ihre Temperaturregelung funktioniert hauptsächlich über das Hecheln. Auch das Wassertrinken sollte mit Maulkorb möglich sein.

Ausnahmeregelung: Der Maulkorb- oder Leinenzwang gilt nicht für Rettungs-, Therapie-, Blindenführ- und Diensthunde während ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung und Ausbildung.

Aufklärung der Bürger über Pflichten eines Hundehalters

Die Wiener Polizei führt in regelmäßigen Abständen Schwerpunkt-Aktionen durch, um die Einhaltung der Pflichten als Hundehalter zu überprüfen. Wichtig ist dabei die Aufklärung der Bürger über Leinen- und Maulkorbpflicht, das “Sackerl fürs Gackerl” und die möglichen Konsequenzen. Es gibt ab Februar 2019 Änderungen für sogenannte Listenhunde.

Wir alle sind gefordert, für ein sicheres Zusammenleben von Mensch und Hund selbst zu sorgen. Das ist gar nicht so schwierig. Grundsätzlich sollte sich jeder bewusst sein, dass Hunde Lebewesen sind, die seit Menschengedenken dem Menschen dienen. Sie haben das Recht auf einen fairen Umgang.

Wussten Sie, dass von den 12 Hunden die am meisten gebissen haben nur zwei Listenhunde dabei sind? (siehe Grafik unten – Auszug einer Studie der medizinischen Universität Graz)

Wichtig!

“Grundsätzlich wichtig ist vor allem eine artgerechte Tierhaltung, also der Schutz des Lebens und des Wohlbefindens des Tieres aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier. Die Amtstierärztinnen und Amtstierärzte der Stadt Wien gehen konkreten Meldungen zu tierschutzrechtlichen Übertretungen nach. Genauso wichtig ist eine Ausbildung des Hundes bei einem anerkannten Hundeverein, denn ein mit Einfühlungsvermögen, Liebe und Konsequenz erzogener und ausgebildeter Hund sichert ein konfliktfreies Zusammenleben zwischen Mensch und Hund”, ergänzt Jochen Gold.

PS: Verantwortungslose Menschen wird es leider immer geben und diese werden im schlimmsten Fall verantwortlich für schreckliche Unfälle sein.

Auch wir von der Samariterbund Therapiebegleithundestaffel Favoriten leisten unseren Beitrag dazu!

Bewusstseinsbildung schon bei den Jüngsten

“Bei der 50 Minuten dauernden Einheit „Samariter-HundeTeams machen Schule“ für Kindergärten und Volksschulen wird den Kindern der richtige Umgang mit Hunden vermittelt. Der Bogen der Schulung reicht von wichtige Voraussetzungen, die zu beachten sind bevor man sich ein Haustier anschafft, bis hin zu wertvollen Tipps, die dabei helfen, ein reibungsloses Zusammenleben mit Vierbeinern zu gewährleisten. Die Samariterbund-Hunde-Teams zeigen wie die Körpersprache eines Hundes zu deuten ist, was beim Körperkontakt von Mensch und Tier zu beachten ist”, erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten!

“Hunde zu verstehen empfinden wir als wesentliche Prävention gegen Unfälle mit Hunden. Es kann nicht alles verhindern, aber es kann vielleicht die Bisse minimieren. Es ist uns wirklich ein Anliegen bereits den Jüngsten den richtigen Umgang mit dem Hund beizubringen. Die Kommunikation der Hunde ist erlernbar und hilft manchen Situationen zu entspannen”, ergänzt Jochen Gold.

Achtung: Jedes österreichische Bundesland hat jedoch seine eigenen Verordnungen, welche die Maulkorb,- und Leinenpflicht für Hunde betreffen.

Hundefüherscheinpflicht

Für Hunde gewisser Hunderassen gilt in Wien die Hundeführerscheinpflicht Jede Person, die einen mindestens sechs Monate alten Hund hält bzw. verwahrt, der ein erhöhtes Gefährdungspotential hat, muss die Hundeführerscheinprüfung positiv absolvieren.

Ihre SamariterInnen aus Wien Favoriten


Bild: pixabay n

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