Samariterbund leistet auch "Psychologische Erste Hilfe"

Die Psychosoziale Notfallversorgung gliedert sich in zwei große Bereiche

Samariterbund – Einsatzinfo!

Nicht nur Verletzte, auch psychisch traumatisierte Menschen brauchen Hilfe. Freunde oder Angehörige sind da besonders wichtig. Sie stehen aber nicht immer und sofort zur Verfügung.

Auch Notfallseelsorger oder das Kriseninterventionsteam benötigen Zeit, um zum Einsatzort zu kommen. Jeder Notfall- und Rettungssanitäter muss daher auch in Krisenintervention die Grundlagen der psychologischen Ersten Hilfe kennen. Heutzutage kann es als Qualitätsmerkmal eines ganzheitlich ausgerichteten und professionellen Rettungs- und Sozialorganisation betrachtet werden.

Die Psychosoziale Notfallversorgung gliedert sich in zwei große Bereiche.

Zum einen in den Bereich der Betreuung von Überlebenden, Zeugen, Angehörige, Hinterbliebene oder Vermissende und zum anderen in den großen Bereich der Betreuung von Einsatzkräften.

Unterstützung von nahestehenden Menschen kommen hier primär in Frage. Da diese am Einsatzort nicht immer zur Verfügung stehen, fällt daher Mitarbeitern des Samariterbundes eine wichtige Rolle zu.

  • Eigene Ressourcen mobilisieren: Krisenintervention ist größtenteils Hilfe zur Selbsthilfe.
  • Die Handlungsfähigkeit wieder herstellen: Dabei gilt es abzuwägen, welche Handlungen man einem Betroffenen zumuten kann bzw. welche Handlungen eine Überforderung darstellen würden.
  • Struktur ins Chaos bringen: Krisenintervention durch Einsatzkräfte kann Betroffene auch darin unterstützen, das gerade Erlebte zu begreifen und das Gedanken- und Gefühlschaos zu strukturieren.
  • Informieren: Eine Person, der die Todesnachricht eines nahen Verwandten mitgeteilt wurde, möchte die Umstände erfahren. Ihr nach und nach diese Informationen zu geben, hilft, das Geschehene zu begreifen.
  • Aufmerksamkeit verlagern: Auf unbeschwerte Momente, schöne Erlebnisse in der Beziehung zwischen dem Betroffenen und dem gerade Verstorbenen hinzuweisen, ist kein Ablenken von der Realität, sondern sorgt für Entlastung.
  • Setting schaffen: Komplexität des Notfallerlebens für den Betroffenen reduzieren, gleichzeitig deutlich machen, dass seine Bedürfnisse berücksichtigt werden. Vorsicht, Bevormundung vermeiden!
  • Dosierte Informationen: Den Betroffenen mit Details nicht „überfluten“. Nur Relevantes mitteilen. Er kann dann durch Nachfragen selbst bestimmen, wann er weitere Informationen wünscht.
  • Psychoedukation: Informationen darüber, welche körperlichen und emotionalen Reaktionen in der Zeit nach einem belastenden Ereignis auftreten können.
  • Individuelles Vorgehen: Die beschriebenen Interventionsformen haben sich in vielen Fällen als hilfreich erwiesen. Eine Garantie, dass sie immer wirksam sind, gibt es nicht.
  • Effektive Hilfe: Der/die HelferIn darf darauf vertrauen, dass der Betroffene in der Lage ist zu signalisieren, ob ein Angebot für ihn hilfreich ist.

Aber auch eine Einsatznachsorge ist besonders wichtig!

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  • Quelle: Timo Grünbacher, ASB-Kriseninterventionsteam München
  • Bild: Samariterbund