Hausärzte sind das Fundament unseres Gesundheitssystems

Knapp die Hälfte aller niedergelassenen ÄrztInnen werden in 10 Jahren in Pension gehen!

Samariterbund – Nachdenktipp!

In den Fernsehserien ist das Bild vom guten, alten Landarzt noch heil. Der Hausarzt: erfahren, unermüdlich, weise und immer da wenn man ihn braucht. Es gibt diese Ärzte auch in der Wirklichkeit.

Schon jetzt mehren sich die Fälle, in denen nur schwer Nachfolger für Hausarzt-Ordinationen gefunden werden können. Die Ärztekammer hat im Dezember 2018 ihre Warnung vor einem Ärztemangel mit Zahlen unterlegt. Nach einer Auswertung der Altersstatistik werden in zehn Jahren knapp die Hälfte aller niedergelassenen und mehr als die Hälfte aller Ärzte mit Gebietskrankenkassen-Vertrag in Pension gehen.

Die Gründe dafür sind komplex, daher gibt es auch keine einfachen Lösungen

Tatsache ist, dass das seit Anfang 2015 geltende Ärzte-Arbeitszeitgesetz in Spitälern großen Einfluss hat. Das Gesetz ist für Spitalsärzte ein Segen: Es brachte vereinfacht gesagt eine deutliche Reduktion der Arbeitszeit bei gleichzeitiger Erhöhung des Einkommens. Vorbei waren vor allem für junge Ärzte die Marathon-Dienste, die zwar Geld und unbezahlbare Erfahrung brachten, aber auch an der Substanz zehrten.

Karriereziel?

Für Jungärzte war es früher ein Karriereziel, irgendwann aus der Knochenmühle Spital auszusteigen und eine eigene Kassenordination zu eröffnen. Jetzt scheuen viele diesen Sprung, der mit hohen Anfangskosten und garantierten Ordinationszeiten verbunden ist. Work-Life-Balance statt Selbstausbeutung, lautet immer öfter auch unter Ärzten die Devise. So steigt zwar die Zahl der Wahlarztpraxen, die oft von Spitalsärzten nebenbei für ein paar Stunden geführt werden. Aber die rund 10.000 Wahlärzte in Österreich sind gerade einmal für acht Prozent der Versorgung verantwortlich.

Systemfehler?

Das ist einer der Systemfehler, bei dem Gesundheitspolitik, Ärztevertreter und Krankenkassen gegensteuern müssen. Dazu braucht es eine Aufwertung des Status des Hausarztes, ein Forcieren der Ausbildung und wohl auch den einen oder anderen Sonderbonus, um Ordinationen in bestimmten Regionen besetzen zu können. Der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle der Patienten, er heilt den Großteil der Beschwerden, und er ist verantwortlich dafür, kompliziertere Fälle an die richtige Adresse zu überweisen.

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