Armut verkürzt das Leben

Dauerhaft arme Menschen sterben zehn Jahre früher als der Rest der Bevölkerung

Samariterbund – Sozialinformation!

In Österreich sind rund 1,2 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Diese Menschen haben ein niedriges Einkommen (unter 1.238 Euro bei Einzelhaushalten) oder Schwierigkeiten bei der Erfüllung notwendiger Grundbedürfnisse.

Zugleich ist das Vermögen von Milliardären im Vorjahr um zwölf Prozent gestiegen. Menschen, die zwei Jahre oder länger in sogenannter manifester Armut leben, sterben durchschnittlich ein volles Jahrzehnt früher als bessergestellte Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt die Statistik Austria, die im Auftrag des österreichischen Sozialministeriums eine Sonderauswertung der EU-Sozialstudie SILC vorgenommen hat.

In der Studie wird zwischen mehreren Stufen der Armut unterschieden

Demzufolge sterben armutsgefährdete Männer um vier Jahre früher, bei Frauen sinkt die Lebenserwartung um eineinhalb Jahre. Wer nicht nur armutsgefährdet ist, sondern in manifester Armut lebt – also etwa Probleme hat, die Wohnung warm zu halten, und sich keine unerwarteten Reparaturen leisten kann –, stirbt um vier (Frauen) bis elf Jahre (Männer) früher.

Bezieher der Mindestsicherung seien in Österreich durchwegs manifest arme Menschen, ergänzt die Armutskonferenz, ein Netzwerk sozialer Hilfsorganisationen. „Diese enorme Einschränkung der Lebenserwartung betrifft in Österreich fast 270.000 Menschen, das entspricht in etwa der Bevölkerung von Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs“, sagt Martin Schenk von der Armutskonferenz. Hier gehe der Stress durch finanziellen Druck Hand in Hand mit geschwächtem Krisenmanagement und einem ungesunden Lebensstil.

Folge einer verfehlten Politik

Maßnahmen für leistbares Wohnen, Hilfe für ältere Arbeitslose und bei prekären Jobs und chronischen Erkrankungen sind dringend erforderlich!

Diesen Zahlen gegenüber steht eine neue Studie der Nothilfeorganisation Oxfam. Die Superreichen dieser Welt seien demnach um 2,19 Milliarden Euro pro Tag wohlhabender geworden, ihr Vermögen im Vorjahr um zwölf Prozent angestiegen. Extreme Ungleichheit ist kein Naturgesetz. Laut Zahlen der Österreichischen Nationalbank teilt sich das reichste Prozent in Österreich über 40 Prozent des Gesamtvermögens in unserem Land.

Besonders von sozialer Ungleichheit betroffen seien Frauen und Mädchen

Männer besäßen demnach im Durchschnitt 50 % mehr Vermögen als Frauen, deren Gehälter um 23 % niedriger seien als jene der Männer. Dabei leisten Frauen der Studie zufolge pro Jahr Pflege- und Sorgearbeit im Wert von zehn Billionen US-Dollar, was etwa dem 38-fachen Jahresumsatz des VW-Konzerns entspreche.

Ihre SamariterInnen aus Wien Favoriten

Quellen: Armutskonfernz, Statistik Austria, Oxfam
Bild: pixabay