Samariterbund: Ertrinken – der leise Tod

Ertrinken ist einer der häufigsten unfallbedingten Todesursachen bei Kindern

Samariterbund – Sicherheitstipp!

Jahr für Jahr kommt es in Österreich zu tragischen Unfällen, die zeigen, wie schnell es passieren kann: Juni und Juli sind traurige Hochsaison für tödliche Wasserunfälle.

Strampeln, um Hilfe rufen, um sich schlagen – so sieht es aus, wenn in Hollywoodfilmen jemand zu ertrinken droht. Die Realität ist eine andere, insbesondere bei Kindern. “Sie ertrinken lautlos, das ist das Tückische!

Durchschnittlich 3 bis 5 Kinder ertrinken jährlich in Österreich. Damit gehört das Ertrinken zu einer der häufigsten unfallbedingten Todesursachen bei Kindern. Doch warum kommt es Jahr für Jahr zu so vielen dramatischen Unfällen? Was bedeutet Ertrinken tatsächlich? Wie reagiert man im Falle eines Unfalles richtig und was kann getan werden um tödliche Unfälle zu verhindern?

Wenige Minuten entscheiden!

Vor allem Kleinkinder sind stark gefährdet, da sie in Gefahrensituationen im Wasser in einen reflexartigen Schockzustand geraten und so weder auf sich aufmerksam machen noch sich selbst aus ihrer Lage befreien können. Zwei Minuten, etwa die Dauer eines kurzen Telefonats, reichen aus, dass ein Kind im Wasser das Bewusstsein verliert. Nach fünf Minuten kann Sauerstoffmangel bereits zum Tod führen. Diese typischen Alltagssituationen veranschaulichen, wie minimal das Zeitfenster bei Badeunfällen ist, in dem das Schlimmste vermieden werden kann.

Kinder immer im Auge behalten!

Es ist im wahrsten Sinn des Wortes von lebensrettender Bedeutung, dass Kinder – auch wenn sie schon schwimmen können – in der Nähe von Gewässern nie unbeaufsichtigt bleiben. Gerade bei Kleinkindern gilt die Regel: Ist die Aufsichtsperson nicht in Reichweite, also einen bis maximal drei Schritte entfernt, bleibt für die Rettung wenig Zeit – manchmal zu wenig, um schlimme Folgen zu verhindern.

Daher: Kinder immer im Auge behalten! Kleinkinder immer in unmittelbarer Reichweite!

Zum Schwimmen lernen ist es nie zu spät!

“700.000 Menschen in Österreich (8%) können nicht schwimmen und 40 Menschen ertrinken jährlich in Österreich, fünf von ihnen sind Kinder. Eltern überschätzen oft das Können ihrer Kinder. Außerdem überschätzen viele ihr eigenes Können, wie eine neue Studie zur heimischen Schwimmkompetenz zeigt. Neben Erwachsenen Kleinkinder unter fünf Jahren besonders gefährdet! Ab vier Jahren ist ein Schwimmkurs sinnvoll. Für Erwachsene ist es nie zu spät einen Schwimmkurs zu besuchen, auch im hohen Alter!

Bei jedem zweiten Eigenheimneubau ist heute ein Pool dabei. Oft genügen nur wenige Minuten Ablenkung der Aufsichtspersonen, die für die Kleinen fatale Folgen haben können”, warnt Dipl.-Ing.in Dr.in Daniela Seitz, sie ist Bereichsleiterin von der Samariterbund Wasserrettung Favoriten.

“Das Erlernen von Schwimmfähigkeiten ist von großer Bedeutung. Ein einzelner Schwimmkurs ist im Allgemeinen nicht ausreichend, Experten empfehlen zwei bis drei. Selbst dann komme es auf die Situation an: Wer im Becken gelernt hat, ist nicht unbedingt den Umständen im Meer, See oder in der Gegenstromanlage gewachsen”, ergänzt Daniela Seitz.

Ihre SamariterInnen aus Wien Favoriten

Foto: Pixabay
Quelle: Samariterbund-Wasserrettung und kfv

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