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Aktuelle erschreckende Studie:

85 Prozent aller Autolenker ignorieren Unfallopfer

Samariterbund – Sicherheitsinfo

Strahlender Sonnenschein, eine gut frequentierte Landstraße, am Straßenrand ein rauchendes Unfallauto, in der Wiese ein regungsloser Mann. Wie reagieren Lenker, die mit dieser Situation konfrontiert werden?

Stellen Sie sich vor, sie haben einen Unfall, und niemand hilft ihnen? Dass ihnen das passiert, ist leider gar nicht so unwahrscheinlich.

Ein aktueller Test des ÖAMTC zeigt:

Mehr als drei Viertel aller Autolenker ignorieren Unfallopfer. nur 15 Prozent der Vorbeifahrenden sind an einer fingierten Unfallstelle stehen geblieben um zu helfen. Als Grund für die mangelnde Zivilcourage nennen Verkehrspsychologen die Angst, etwas falsch zu machen.

Dabei kann nicht oft genug betont werden: etwas falsch macht nur, wer nicht hilft.

85 Prozent aller Autofahrer ignorieren Unfallopfer, so das Ergebnis einer ÖAMTC-Erhebung zum Thema “Zivilcourage” Ende August. Gemeinsam mit der Verkehrsabteilung der Polizei Burgenland hat der Club an einer Bundesstraße ein Unfallszenario simuliert, die Reaktionen der vorbeifahrenden Lenker beobachtet und ausgewertet.

Warum von 246 Fahrzeuglenkern nur 38 unmittelbar reagiert und angehalten haben?

“Im Vordergrund steht die Angst etwas falsch zu machen”, erklärte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger am Montag in Wien. Der Test wurde über rund zwei Stunden unter idealen Wetterbedingungen an einem Vormittag Ende August auf einem Streckenabschnitt der B50 zwischen Mattersburg und Eisenstadt durchgeführt. Der Unfallort wurde nach Angaben des ÖAMTC so gewählt, dass alle Bedingungen zum Anhalten gegeben waren.

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Der Streckenabschnitt war ebenfalls gut erkennbar.

Ein Großteil der Lenker, nämlich 84 Prozent, haben den Unfallwagen laut Verkehrspsychologin blickmäßig wahrgenommen. In der Einstiegsphase der Untersuchung wurde das Wrack stehend neben der Fahrbahn positioniert, das Opfer lag regungslos in der Wiese. Hier dauerte es trotz regen Verkehrs sechs Minuten, bis der erste Fahrer stehenblieb.

Insgesamt haben während der gesamten Phase nur zwei von rund 70 Lenkern angehalten.

Mit dem Umlegen des Wracks wirkte die Situation laut ÖAMTC dramatischer, das vermeintliche Opfer variierte sein Verhalten und setzte sich beispielsweise neben das Auto. Damit erhöhte sich zwar die Anzahl der Helfer, die Bilanz blieb trotzdem ernüchternd: Nur jeder rund siebente blieb unmittelbar stehen.

Die Autofahrer wurden befragt

Befragt wurden im Anschluss nicht nur die Helfer, sondern auch diejenigen, die nicht angehalten haben. Neben Erklärungen der Nicht-Helfer wie “Da alle vorbei gefahren sind, fährt man genauso vorbei” und “Mir ist gleich vorgekommen, dass das gestellt war” wiesen die Antworten meist ein einheitliches Bild auf: Nur wenige Fahrer trauen sich zu, bei einem Notfall rasch und gezielt Erste Hilfe zu leisten.

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