“Masterplan Pflege”: Was nötig ist!

Forderungen an die Regierung: konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des angekündigten Plans

Samariterbund – Gesundheitsinfo!

455.000 Menschen beziehen derzeit Pflegegeld. In den kommenden Jahren wird die Zahl steigen. Was ist für ein zukunftsfittes Pflegesystem nötig?

Mit dieser Frage haben sich die 5 größten Hilfsorganisationen des Landes beschäftigt und ein Positionspapier vorgestellt. Darin verlangen diese konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des angekündigten “Masterplans Pflege”.

Transparenz und Klarheit bei den Leistungen

Einheitliche Qualität sowie vergleichbare Angebote und Kosten. Sowohl die Finanzierung als auch die Organisation von Langzeitbetreuung und Pflege ist föderales Stückwerk

Leistbare Betreuungsangebote

Ziel: die Pflege zu Hause zu stärken. 85 Prozent der pflegebedürftigen Menschen leben zu Hause. Man muss die Lücke zwischen der 24-Stunden-Betreuung und der stundenweise mobilen Betreuung schließen. Es braucht eine mehrstündige Alltagsbetreuung. Dafür gibt es bereits Pilotprojekte diese sollte man ausweiten. Die Tagesbetreuung auszubauen ist wichtig denn lediglich ein Prozent der Pflegegeldbezieher werden dort derzeit betreut. Neue Modelle des Wohnens sowie Telemedizin für chronisch Kranke und weitere Präventions-Angebote wären ebenso notwendig.

Angehörige entlasten

Die Hälfte der pflegenden Angehörigen sei über 60 Jahre alt. 50 Prozent dieser Angehörigen haben keine professionelle Unterstützung. Die pflegenden Angehörigen dürfen nicht überlastet werden. Zwar enthalte der “Masterplan” der Regierung Ansätze, um dieser Problematik entgegenzuwirken, jedoch gehen die Vorschläge aber nicht weit genug. Forderung nach flächendeckenden Kursen für die Angehörigen und mehr Tageszentren. Außerdem muss Pflege und Beruf für die Angehörigen besser vereinbar sein. Es braucht einen Rechtsanspruch auf Pflegekarenz.

Weiterentwicklung des Pflegegeldes

Die geplante Erhöhung des Pflegegeldes ab der Stufe vier ist zu wenig. Das Pflegegeld über alle Stufen zu erhöhen sei wichtig. Allein deshalb, weil das Pflegegeld in den vergangenen Jahren rund 35 Prozent an Wert verloren habe.

Pflegeberufe attraktiver gestalten

Es gibt zu wenige Menschen, die im Pflegeberuf tätig seien das besagt eine Wifo-Studie, wonach bis 2050 rund 60.000 Pflegestellen mehr als heute benötigt werden. Wir wollen den Job attraktiver machen. Gut wäre eine berufsbezogene Ausbildung vor – analog zur HTL oder HAK. Außerdem müsse es auf den Fachhochschulen ausreichend Ausbildungsplätze geben und Umstiege aus anderen Berufsfeldern sollten besser gefördert werden.

Eine private Versicherung zur Finanzierung der Pflege schließen die BAG-Vertreter aus. Eine solidarische Finanzierung sei vonnöten.

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Bild: pixabay
Quelle: Kurier