Lawinengefahr : Vorsicht abseits der Piste
Optimale Vorbereitung und Ausrüstung sind im Ernstfall lebensrettend

Schifahren ist der so genannte Volkssport der Österreicher und ein tolles Freizeitvergügen für Groß und Klein, wenn da nicht die Lawinengefahr wäre.
Eine Lawine sind große Schnee- oder Eismassen die sich von Berghängen lösen und dann zum Tal stürzen oder gleiten. Lawinen werden auch als Naturkatastrophen bezeichnet, da sie verheerend wirken können, Umweltschäden verursachen und Menschen umbringen können. Es sind auch verschiedene Arten von Lawinen zu unterscheiden, wie die Schneebretter, die Staublawinen, die Lockerschneelawinen, die Ober- und Grundlawinen und die Hang- und Tallawinen. Die aktuelle Lawinengefahr wird in Gefahrenstufen von eins bis fünf angegeben.
In der Wintersaison kommen in Österreich bei Lawinenabgängen leider jedes Jahr immer mehrere Menschen ums Leben, was nicht sein muss.
Tourengehen und Tiefschneefahren abseits der präparierten Pisten sind nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern können mit dem Abgang einer Lawine zu lebensgefährlichen Situationen führen. “Lawinen können spontan, durch die Belastung von Schifahrern oder abnehmende Schneefestigkeit bei Temperaturen von Null Grad oder wärmer ausgelöst werden. Für die Einschätzung der Lawinengefahr gibt es keine einfache Faustregel. Auch erfahrene Alpinisten können trotz guter Vorbereitung mit Lawinen konfrontiert werden.
Kameradenhilfe innerhalb der ersten 15 Minuten ist entscheidend
Beim Tourengehen und Variantenschifahren gilt: Nie alleine ins freie Gelände gehen. “Die Überlebenschance für Verschüttete sinkt nach 15 Minuten drastisch, die Hilfe von Kameraden ist daher umso wichtiger. Wer verantwortlich gegenüber anderen handelt, absolviert vor der Tour eine Schulung zur Ortung, Bergung, Erstversorgung und Reanimation. Nötig ist außerdem eine detaillierte Routenplanung, bei der Wetterberichte und lokale Lawinenlageberichte einbezogen werden. Ist man nicht sicher, wie die Lawinengefahr einzuschätzen ist, sollte Sicherheitsdenken Vorrang vor falschem Ehrgeiz haben und die Tour verschoben werden. Lawinenwarnstufen sind unbedingt zu beachten. Sie geben einen groben Überblick, bei der Planung sollten aber vor allem die örtlichen Gegebenheiten und Warndienste einbezogen werden.
Die richtige Notfallausrüstung erhöht die Überlebenschance
Eine Notfallausrüstung schützt nicht vor Lawinen, sondern hebt nur die Überlebenschance. Die Notfallausrüstung für Touren im freien Gelände besteht mindestens aus einem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), einer zusammenlegbaren Stabsonde und einer Lawinenschaufel. Vor dem Aufstieg muss das LVS auf seine einwandfreie Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden. Ein Lawinenairbag ist empfehlenswert, weil der Träger beim Abgang der Lawine eventuell an der Oberfläche bleibt und leichter gefunden werden kann. Ein Biwaksack bietet Kälte- und Nässeschutz bis zum Eintreffen von Rettungskräften. Auch Erste-Hilfe-Paket und Handy sind unbedingt nötig. Grundsätzlich sollte man sich so vorbereiten und bewegen, dass man erst gar nicht in eine Notsituation kommt. Ohne die richtige Ausrüstung hat man aber bei einem Lawinenabgang kaum eine Chance auf eine rechtzeitige Bergung.
Vorbereitung ist 90 % des Erfolges
Das Internetportal des Österreichischen Lawinen Service bietet unter www.lawinen.at bzw. Tonbanddienst : +43 (0)50536-1588 wertvolle Infos vor Tourbeginn.





