Rettungsdienst – Larynxtubus: Änderung der Lehrmeinung

Larynxtubus dürfen ab 01.01.2020 nur Notfallsanitäter*innen anwenden!

Achtung Änderung der Lehrmeinung!!!

Ab 01.01.2020 ist die Anwendung des Larynxtubus (LT) für die Ausbildungsstufe Rettungssanitäter (RS) ausnahmslos nicht mehr erlaubt! Die Lehrmeinung 44/2016 vom 20.04.2016, Rettungsdienst – Larynxtubus wird ersatzlos gestrichen und ist nicht mehr gültig.

Die Anwendung des Larynxtubus (LT) bleibt dem Notfallsanitäter vorbehalten, allerdings nur unter verpflichtender Verwendung einer Magensonde und Messung bzw. Anpassung des Cuffdrucks.

Rundschreiben

Mit der Sitzung des medizinisch-wissenschaftlichen Beirates vom 28.11.19 der Bundesschulung, haben sich unsere Chefärzte sowie die Vertreter der Landesverbände darauf verständigt, dass die Anwendung eines Larynxtubus (LT) mit der Ausbildungsstufe Rettungssanitäter (RS) innerhalb des ASBÖ per 1.1.2020 nicht mehr erlaubt, d.h. die Anwendung von unseren Chefärzten ausnahmslos nicht mehr freigegeben ist.

Warum?

Retrospektive Studien zeigen, dass das Überleben sowie der neurologische Outcome nach einer Reanimation mit Larynxtubus-Anwendung schlechter sind, als nach einer Reanimation nur mit Beutel-Maskenbeatmung. Als Ursachen werden vor allem Schwellungen im Rachenbereich, Unterbrechungen der Herz-Druckmassage beim Setzen des LT, nicht erkannte unzureichende Beatmung, kaum innerklinische Übungsmöglichkeiten, da dort kaum angewendet, genannt.

Empfehlung

Die Fachgesellschaften für Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin (ÖGARI, DGAI) haben daher Empfehlungen zur Anwendung des LT veröffentlicht, die wir nicht unbeachtet lassen können.

Da Rettungssanitäter diese (An-) Forderungen nicht erfüllen können, wurde auf Empfehlung des medizinisch-wissenschaftlichen Beirats, durch die Chefärzte des Bundesverbandes in Zusammenarbeit mit der Bundesschulung beschlossen, dass das Setzen eines LT bei einer Reanimation erst ab der Ausbildungsstufe NFS (wie 2011-2014) unterrichtet und freigegeben wird.

Guedeltubus für Rettungssanitäter*innen

Der RS wird künftig zur Assistenz beim Setzen eines LT für den NFS ausgebildet. Der Beutel-Maskenbeatmung, ggf. mit Guedeltubus, muss bei RS Ausbildung daher ein höherer Stellenwert und mehr Zeit eingeräumt werden.

Cuffdruckmessung und Anpassung des Cuffdrucks

Bei der Anwendung des LT durch den NFS darf künftig nur ein LT aktueller Generation mit Magensonde verwendet werden. Die Cuffdruckmessung und Anpassung des Cuffdrucks ist verpflichtend. Bei der Ausbildung zum Notfallsanitäter muss in verstärktem Maße auf diese Problematik eingegangen und entsprechende Trainingsmöglichkeiten eingeräumt werden.

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Bild: Samariterbund
Quelle: Samariterbund