Gewalt im Krankenhaus & Rettungsdienst

Personalmangel in Pflegeberufen sorgt immer häufiger für Probleme

Samariterbund – Sicherheitsinfo!

Sie sind da, um Leben zu retten: Ärzte, Pfleger, Rettungssanitäter und Feuerwehrleute. Doch dabei werden sie selbst immer häufiger Opfer von Gewalt. Gewalttätige Patienten sind inzwischen fast Alltag.

Vor allem in Notaufnahmen werden Ärzte und Pfleger immer häufiger beleidigt und bedroht. Aggressives Verhalten ist ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem und stellt Polizei, Rettungsdienst und Mitarbeiter in den Gesundheitsbereichen vor große Herausforderungen.

Warnsignale zu kennen und zu wissen, wie man sich schützen kann!

Das Phänomen Aggression zeigt sich in unterschiedlichen Formen und in verschiedenen Verhaltensweisen (z.B. verbale, physische, psychische Aggression). Die Betroffenen reagieren, abhängig von ihren erlernten Verhaltensweisen und ihren Einstellungen individuell unterschiedlich auf die verschiedenen Formen von Aggression. Menschen in medizinischer Behandlung sind in einer ungewohnten Situation – Schmerzen, Stress und Scham lassen schnell die Emotionen hochkochen. Auch Ärzte, die idealisiert werden, laufen Gefahr, Gewalt zu erfahren.

Respektlosigkeit, Drohungen, offene Gewalt …

Die Täter sind längst nicht immer psychisch krank oder betrunken. Ärzte und Pflegepersonal klagen unter der Hand über schlimme Zustände in Notaufnahmen. Vor allem Migranten stellen das Klinikpersonal demnach vor Probleme. Das zunehmende Aggressionspotenzial hat auch mit den enorm langen Wartezeiten in den Notaufnahmen zu tun, weil diese personell unterversorgt sind. Hinzu komme, dass nach wie vor zu viele Patienten in den Ambulanzen landen würden, die dort nicht hingehören, weil die Versorgung außerhalb der Spitäler mangelhaft sei.

Wer schützt die Helfer?

Eigentlich wollen alle nur helfen – doch einige werden im Einsatz geschlagen, beleidigt oder sogar verklagt. Polizei, Rettungssanitäter und Feuerwehrleute klagen über zunehmende Gewalt. Polizisten treffen selbst bei vermeintlich kleinen Einsätzen auf massiven Widerstand.

Dabei sind es nicht einmal nur alkoholisierte Personen, die dem Rettungsdienst das Leben schwer machen, sondern oft Angehörige und Freunde der Patienten, die “es noch besser wissen als die Fachleute” und sich in gut gemeinter Absicht störend oder sogar aggressiv einmischen. Oder Patienten unterschätzen die Schwere ihrer Erkrankung oder Verletzung und wehren sich gegen medizinische Hilfe.

Aus- und Fort- und Weiterbildung

Obwohl die Einsatzkräfte insgesamt zufrieden mit ihrer Ausbildung sind, wünschen sich viele, intensiver auf eskalierende Einsatzsituationen vorbereitet zu werden und gewaltpräventive Maßnahmen zu erlernen. Sie wünschen sich insbesondere Fortbildungen zu Deeskalationstechniken und körperschonenden Abwehrtechniken.

Wie kann der Rettungsdienst deeskalierend auf aggressive Patienten, Angehörige und Schaulustige wirken? Wie kann jeder Einzelne sich im Notfall wehren? In theoretischen und praktischen Einheiten werden diese Thematiken beleuchtet. Nicht der schlagende Rettungsdienstler steht dabei im Mittelpunkt, sondern der deeskalierende Mitarbeiter. So können potentielle Gefahrensituationen frühzeitig erkannt und gebannt werden.

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