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Gender - was ist das überhaupt?

Mann + Frau und die sozialen Rollen in der Gesellschaft

Samariterbund – Sozialtipp

Immer wieder und immer öfter taucht in unserem täglichen Leben das Wort “Gender” auf. Doch was ist das überhaupt?

Der Begriff des Gender Mainstreaming erlangte auf internationaler und europäischer Ebene vor allem durch die 4. Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Peking 1995, den Vertrag von Amsterdam aus 1999 und die Aktionsprogramme der Europäischen Kommission für die Chancengleichheit von Frauen und Männern eine umfassende Bedeutung.

“Gender” ist das “soziale Geschlecht” – jene Vorstellungen und Erwartungen, wie Frauen und Männer sein sollen oder angeblich “sind” (soziale Rollen in der Gesellschaft, “doing gender”).

Gender – meint nicht “typisch männlich” oder “typisch weiblich” (Rollenstereotypen, Rollenklischees, “klassische” Rollenbilder):

Eigenschaftszuschreibungen an Männer und an Frauen sind historisch geprägt, diese Rollenbilder sind gesellschaftlich konstruiert und können sich im zeitlichen Ablauf verändern, sie unterliegen dem gesellschaftlichen Wandel (“doing gender”: Konstruktion und Gestaltung von Geschlechterverhältnissen und –rollen).

Gender – ist nicht das biologische Geschlecht (engl. “sex”). Das “Zählen” von Männern und Frauen liefert aber eine wichtige Datenbasis für die Gender Mainstreaming-Strategie (Repräsentanz von Männern und von Frauen), Statistiken und Checklisten sind hilfreich.

“Gender” rückt beide Geschlechter und Geschlechterverhältnisse in den Blickpunkt: Frauen sind dabei ebensowenig wie Männer eine homogene Gruppe, sondern haben ebenfalls oft unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse und sind unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt tätig. Geschlechterverhältnisse werden deutlich z.B. durch die Frage nach den bestehenden Kommunikationsmustern zwischen Männern und Frauen am Arbeitsplatz, oder wie die Chancen und wie die Belastungen auf Frauen und auf Männer bei der Arbeit verteilt werden.

Statistik zu geschlechtsspezifischen Unterschieden – Frauen und Männer in Österreich

Gender Mainstreaming ist eine Strategie und bedeutet, Gender und die Geschlechterperspektive auf allen Ebenen und in allen Bereichen mit einzubeziehen und als Querschnittsmaterie zu integrieren. Mainstreaming (“in den Hauptstrom bringen”) bedeutet ein selbstverständliches Handlungsmuster – alle Beteiligten handeln in ihrem Verantwortungsbereich gender- und geschlechtergerecht. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist kein “Sonderthema”, sondern alle sind in ihrem jeweiligen Arbeits- und Verantwortungsbereich für die Umsetzung von Gender Mainstreaming zuständig. Gender Mainstreaming will geschlechtsspezifische Rollenzuschreibungen überwinden, strukturelle Ungleichheiten abbauen und Gleichstellung und Chancengleichheit fördern.

Das Ziel von Gender Mainstreaming ist die Gleichstellung von Frauen und Männern, auch im Sicherheits- und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Alle Vorhaben werden auf ihre möglichen geschlechtsspezifischen Auswirkungen überprüft und so gestaltet, dass sie einen Beitrag zur Förderung der Gleichstellung und Chancengleichheit von Frauen und Männern auch beim Schutz der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit leisten.

Mehr Informationen zu Begriff und Entwicklung von Gender Mainstreaming z.B.

- im Webportal der interministeriellen Arbeitsgruppe Gender Mainstreaming

- in Produkten und Arbeitsbehelfen der GeM-Koordinationsstelle und der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft Qualitätsentwicklung Gender Mainstreaming

- auf den Websites des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und

- der Europäischen Kommission