#GegenHassimNetz: 10 Tipps gegen Hass im Netz

Samariterbund Favoriten unterstützt “Initiative gegen Gewalt im Netz”

Samariterbund – Sozialinfo!

Im Juli 2017 hat die Bundesregierung eine “Initiative gegen Gewalt im Netz” beschlossen. Um dem Hass im Internet zu begegnen, müsse es “Gegennarrative” geben, sagte Duzdar bei einem Pressegespräch.

“Gelöschte Postings löschen keinen Hass – gemeinsam für mehr Zivilcourage im Netz”

Unter dem Hashtag #GegenHassimNetz meint etwa Duzdar: “Gelöschte Postings löschen keinen Hass – gemeinsam für mehr Zivilcourage im Netz”. Die Botschaften sollen über die sozialen Medien verbreitet werden, die Staatssekretärin bittet dafür um Unterstützung. Bis zum Herbst soll zudem ein Leitfaden erstellt werden, der Tipps und Ratschläge bieten soll, was man dagegen unternehmen kann.

Duzdar: “Meinungsfreiheit heißt nicht Narrenfreiheit, man muss diesen Dingen etwas entgegensetzen.” Mit den Mitteln des Strafrechts allein werde man das Problem nicht lösen, so die Staatssekretärin, daher auch die Kampagne.

“Meinungsfreiheit heißt nicht Narrenfreiheit”

An Kampagne sind sechs Ministerien beteiligt. Das Bundeskanzleramt, das Frauenministerium, das Justizministerium, das Innenressort sowie die Ministerien für Jugend und Bildung.

Laut Duzdar habe man Hasspostings gegen Flüchtlinge ebenso im Visier wie diskriminierende Übergriffe etwa gegen Frauen, auch unter Kindern seien diese Postings ein “ernstes Problem”. Die “Hasskultur” zerstöre viel Empathie, meinte Duzdar, und habe damit großen Einfluss auf die Realität in der Gesellschaft.

Hier dürfe man nicht tatenlos zusehen.

Samariterbund-Initiative

Der Samariterbund Favoriten hat eine Initiative gestartet und tritt gegen Hass und Hetze im Internet auf. Neben dem wichtigen Schritt der Aufklärung werden notfalls rechtliche Schritte ergriffen.

“Wichtig ist es vor allem bereits bei der Jugend frühzeitig zu beginnen und Aufklärungsarbeit zu leisten, was in Workshops bei der Samariterjugend in Favoriten passiert”, erklärt Peter Erdle, Obmann vom Samariterbund Favoriten.

Staatssekretärin Mona Duzda hat als Teil der Initiative #GegenHassimNetz 10 Tipps gegen Hass im Netz veröffentlicht, die wir gerne teilen.

Geben wir den Menschen, die unser Zusammenleben absichtlich vergiften keine Bühne!

Tipp 1 – Nachfragen

Nachfragen regt zum Nachdenken an – zumindest manchmal. “Wie meinst du das?” “Woher hast du die Info?” “Hast du dazu auch Daten und Fakten?” Oft hat sich damit das Gerücht auch schon erledigt. Und andere Nutzerinnen und Nutzer wissen, was Sache ist.

Tipp 2 – Benennen

Der Diskussionsstil ist verletzend, andere Nutzerinnen und Nutzer werden beleidigt? Dann stell das einfach fest: “Ich finde es nicht in Ordnung, dass du mich beleidigst!”, oder “Du greifst mich persönlich an.”

Tipp 3 – Sachlich bleiben und sich wehren

Bleib ruhig und sachlich. Nimm die Emotionen raus, bring Argumente und Fakten. Stell klar: “Wenn Sie Ihre Kritik sachlich vorbringen, werde ich darauf antworten.” Es ist auch OK, wenn du nur ein kurzes Statement abgibst und dich nicht in lange Diskussionen verwickeln lässt.

Tipp 4 – Entlarven

Informiere dich und bring Fakten in die Diskussion ein. Fakten sind kein Allheilmittel gegen überzeugte Hassposter. Sie helfen aber, Dritte zu erreichen, die noch kein geschlossenes Weltbild haben und für Fakten offen sind. Informiere dich, bevor du Inhalte teilst. Mit Suchmaschinen kannst du Informationen und Bilder prüfen.

Tipp 5 – Sich selbst schützen und Verbündete suchen

Setz dem Hass etwas entgegen. Aber achte auch auf dich. Wenn etwas zu beleidigend ist, hol Freundinnen und Freunde zu Hilfe oder nimm dir eine Auszeit. Unterstützt euch gegenseitig in der Diskussion. Trefft euch auch offline, um darüber zu reden und Strategien zu überlegen.

Tipp 6 – Gegenerzählungen anbieten

Du willst die Angst im Netz nicht hinnehmen. Hilf mit, bring positive Beispiele und biete alternative Erzählungen an. Diese Geschichten gibt es, wir müssen sie nur erzählen. Verwende nicht Begriffe, die dir problematisch erscheinen, nur weil sie in der Diskussion vorkommen. Finde deine eigenen Worte.

Tipp 7 – Nicht alles teilen

Manchmal klingt eine Geschichte einfach zu gut, um wahr zu sein. Deshalb verbreiten sich Falschmeldungen rasant, die Richtigstellungen oft weniger. Es liegt an uns, die Verbreitung von Falschmeldungen einzuschränken bzw. Richtigstellungen unter die Leute zu bringen.

Tipp 8 – Melden

Jede Plattform bietet die Möglichkeit, Kommentare und Nutzerinnen bzw. Nutzer zu melden. Diese Meldungen sind anonym. Wenn die Inhalte nicht den Regeln der Plattform entsprechen oder im jeweiligen Land strafrechtlich relevant sind, müssen diese gelöscht werden.

Tipp 9 – Anzeigen

Hasspostings sind aggressive, provozierende Kommentare im Internet. Oft erfüllen sie einen Straftatbestand und sind somit gerichtlich verfolgbar. Es macht rechtlich keinen Unterschied, ob ein Delikt in der realen Welt oder im Internet, z.B. in einem Online-Forum, begangen wird. Verhetzung, Verleumdung, Mobbing und üble Nachrede sind strafbar. Auch nationalsozialistische und rassistische Inhalte können geahndet werden. Wehr dich!

Tipp 10 – Moderiere deine Profile

Die Debatte findet auf deiner Profil-Seite statt? Moderiere sie und weise auf Grenzen hin. Auch Humor kann helfen, um eine hitzige Debatte wieder einzufangen. Scheu dich auch nicht davor, Kommentare zu löschen.

Bild: pixabay

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