Der stille Tod lauert im Wasser - Schwimmkurse retten Leben

Samariterbund Wasserrettung: Jeder zweite Ertrinkungstod bei Kindern passiert im Gartenpool

Samariterbund – Sicherheitstipp!

Wieder ist ein Kind ertrunken – dramatische Momente für Betroffene und Helfer. Füllt sich die Lunge mit Wasser, sinken Ertrinkungsopfer ab – für die Helfer zählt jede Sekunde, denn Kinder schreien nicht um Hilfe, sie ertrinken völlig lautlos.

Sonne, Eis und kühles Nass doch plötzlich der Schock

Der Spross ist weg! Nach bangen Momenten zwischen Suchen und Hoffen wird es traurige Gewissheit: Das Kind ist ertrunken. Leise und unbemerkt, was selbst an stark frequentierten Orten passieren kann. Während die Familie im Haus der Nachbarn in der Küche plauderte, marschierte das Kind in den Garten. Erst kürzlich wurde leider wieder einmal ein Kind leblos aus dem Wasser geholt und es verstarb im Krankenhaus.

Schwimmen lernen vor dem Schuleintritt

Allein in Österreich starben seit 2007 mehr als 80 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren durch Ertrinken. „Es ist ein Irrtum, dass Menschen bei einem Notfall im Wasser laut schreien und wacheln. Vielmehr ertrinken sie völlig regungs- und lautlos“, weiß Rettungsschwimmer Felix Zottl vom Arbeiter-Samariter-Bund. „Jüngere Kinder nehmen gar die Embryonalstellung ein.“

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist es, Kinder früh schwimmen zu lehren, am besten vor dem Schuleintritt. „Ab vier Jahren ist ein Schwimmkurs sinnvoll“, empfiehlt Zottl. Doch leider geht der Trend in die gegenteilige Richtung. Denn jeder zweite Drittklässler ist mittlerweile Nichtschwimmer.

Einen Grund dafür sieht der Experte auch am Freizeitverhalten von Familien:

„Es ist ein gesellschaftliches Thema: Die Eltern kümmern sich weniger darum, und die Kinder sitzen mehr vor dem Handy oder dem Computer.“

Fatal. Ist doch Ertrinken bei Kindern die zweithäufigste Unfall-Todesursache, und wer überlebt, hat oft lebenslange, gravierende Folgeschäden. Es geht um Sekunden. Daher ist es das Um und Auf, Kinder niemals unbeaufsichtigt ins Wasser zu lassen, auch nicht mit klassischen Schwimmhilfen.

„Für ein tödliches Unglück reichen wenige Zentimeter Tiefe.“ Und auf noch eine Gefahr weist Zottl hin: „Selbst wenn jemand gerettet wurde und es ihm anscheinend gut geht, ist unbedingt das Spital aufzusuchen. Denn es droht die Gefahr des „sekundären Ertrinkens“, wo in die Lunge gekommenes Wasser auch Stunden nach dem Vorfall ein lebensbedrohliches Lungenödem auslösen kann.

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