Der Ruf nach einer Pflegelehre wird immer lauter

In Österreich kann man derzeit Pflegeschulen erst mit 17 Jahren besuchen

Samariterbund – Sozialinfo!

Fakt: Es gibt zu wenige Absolventen für den Bedarf an Pflegern. In den nächsten zehn Jahren braucht Österreich aufgrund der Alterung der Gesellschaft rund 75.000 zusätzliche Pflegekräfte – und bereits 2024.

In Österreich fehlen Pflegekräfte, das Ausbildungssystem liefert nicht ausreichend Nachwuchs. Der Befund ist klar und bekannt. Ebenso deutlich sind die Prognosen: In den nächsten zehn Jahren wird die Zahl der betreuten Personen um 37 Prozent auf rund 305.000 ansteigen, der Personalbedarf um 75.700 Personen auf 161.100.

Aufgrund der demografischen Entwicklung steigen die anfallenden Kosten zur Abdeckung des Dienstleistungsbedarfs und durch den bevorstehenden Pensionsantritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Gesundheitsberufen auch die Nachfrage nach Arbeitskräften. Im Bereich der Pflege werden also dringend hochqualifizierte MitarbeiterInnen gebraucht, die auch bestmöglich auf die großen fachlichen Herausforderungen vorbereitet werden, und eine Ausbildung dauert nun mal mindestens 3 Jahre.

Pflege soll neu geregelt werden

Die österreichische Bundesregierung will die Pflege neu regeln, der Prozess wurde im Jänner 2020 eingeleitet. Auch geplant ist eine Pflege-Fachschule – dem Hilfswerk, einer der größten Sozialeinrichtungen des Landes, geht das nicht weit genug: Es wirbt für eine Lehre nach Schweizer Vorbild.

Es ist bereits 5 Minuten vor 12, denn bald wird dieser Bedarf durch die Absolventen der verschiedenen Pflegeausbildungen nicht mehr zu decken sein. Wir haben also ein Problem – dessen Lösung, so das Hilfswerk, teilweise in der Einführung einer Pflegelehre liegen kann. Denn das derzeitige Ausbildungsmodell sei „Teil des Problems“, so Anselm.

In Österreich kann man Pflegeschulen erst mit 17 Jahren besuchen

Pflege-HTL, Lehre, Diplomausbildung – über die Nachwuchsbeschaffung für die Langzeitpflege 
wird diskutiert. Pflegeorganisationen fordern die Lehre nach Schweizer Vorbild. Gewerkschaft und Arbeiterkammer lehnt Pflegelehre jedoch ab (ÖGB und AK finden, dass man mit 15 Jahren zu jung für eine solche Ausbildung ist).

Die Schweizer stellten ihr System vor 15 Jahren um – und machten damit gute Erfahrungen: Die Pflegeausbildung ist mittlerweile der zweitbeliebteste Lehrberuf, nur eine Kaufmannslehre ist unter Jungen populärer; und obwohl nur jeder zweite Anfänger in der Pflegebranche bleibt, verlässt letztlich nur ein Fünftel die Gesundheitsbranche. Anselm: „Vor allem, dass die Lehre von Jungen so gut angenommen wird, überzeugt uns.“

Es wird auf jeden Fall spannend, mal sehen wie sich das Ganze entwickeln wird!

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Quelle: Hilfswerk
Bild: pixabay