Wissenswertes rund um den Diabetikerwarnhund

Sie können Leben retten, Koma, Krampfanfälle und den Tod verhindern

Samariterbund – Experteninfo!

Viele Diabetiker haben zu ihren Hunden eine besonders enge Beziehung. Die Vierbeiner können den sinkenden und steigenden Blutzucker bemerken und den Diabetiker zu warnen.

Sie werden in der Regel 18 bis 24 Monate ausgebildet, halten die Standards ebenso wie zum Beispiel ein Assistenzhund, der einen Rollstuhlfahrer begleitet, ein und haben alle Rechte eines Assistenzhundes. Diabetikerwarnhunde können täglich Leben retten, Koma, Krampfanfälle und den Tod verhindern.

Zusätzlich können gut ausgebildete Diabetikerwarnhunde die Gefahr von Folgeerkrankungen mindern und dem Diabetiker ein fast normales Leben ermöglichen. Diabetikerwarnhunde werden sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene ausgebildet, vorwiegend in Selbstausbildung.

Aufgaben eines Diabetikerwarnhundes

Die Hauptaufgabe eines Diabetikerwarnhundes besteht darin, den sinkenden und steigenden Blutzucker zu bemerken und den Diabetiker zu warnen, direkt bevor eine Unterzuckerung oder Überzuckerung passiert. Der Diabetikerwarnhund warnt seinen Diabetiker, indem er ihn zum Beispiel anstupst oder die Pfote auflegt. Die Art, wie der Diabetikerwarnhund eine drohende Unterzuckerung und Überzuckerung anzeigt, ist bereits angeboren und muss nicht erst trainiert werden. Im Training wird diese natürliche Fähigkeit gefördert.

Bei Bedarf kann der Diabetikerwarnhund lernen, falls doch mal eine Bewusstlosigkeit auftreten sollte, über das Notfalltelefon Hilfe zu verständigen.

Kosten

Ein fixfertig ausgebildeter Diabetikerwarnhund kostet zwischen 25.000 und 30.000 Euro. Von der Krankenkasse werden keine Kosten übernommen. Die Anschaffung eines solchen Hundes wird aber üblicherweise von Sponsoren gefördert.

Die Kosten für eine Selbstausbildung eines Diabetikerwarnhundes bei einem ausgebildeten Hundetrainer liegen durchschnittlich bei 3.000 bis 4.000 Euro.

In § 39 a des Bundesbehindertengesetzes (BBG) gesetzlich geregelt

Diabetikerwarnhunde sind ausgebildete Assistenzhunde. Seit 1. Jänner 2015 wurde das BBG novelliert. Zu den gesetzlich definierten Assistenzhunden zählen nun Blindenführ-, Service- und Signalhunde. Die Vorgaben für die Beurteilung und die Anforderungen an die die Beurteilung durchführende Stelle sind in den vom Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz erlassenen Richtlinien festgelegt.

Warnung bevor noch mehr passiert!

Diabetikerwarnhunde zeigen nicht erst die direkte Unterzuckerung und Überzuckerung an, sondern vielmehr reagieren sie, noch bevor die Blutzuckerwerte unter 70 oder über 250 steigen. Diabetikerwarnhunde zeigen eine drohende Unterzuckerung bereits an, wenn der Blutzucker in eine Unterzuckerung sinkt. Sie warnen den Diabetiker vor einer drohenden Unterzuckerung und Überzuckerung, bevor diese tatsächlich eintritt.

Gut arbeitende Diabetikerwarnhunde zeigen eine drohende Unterzuckerung bereits an, wenn der Blutzucker zum Beispiel 120 oder 148 ist und innerhalb der nächsten Minuten in eine Unterzuckerung fällt. Der Diabetikerwarnhund zeigt allerdings keine Blutzuckerwerte von 148 oder 120 an, wenn diese stabil bleiben und keine Unterzuckerung droht. Auch ein Blutzuckerwert von 80 wird von dem Diabetikerwarnhund nicht angezeigt, wenn dieser stabil ist und nicht weiter sinkt.

Den richtigen wert erschnüffeln und handeln

Lediglich Blutzuckerwerte, die in der nächsten Zeit in eine Unterzuckerung sinken, werden vom Diabetikerwarnhund rechtzeitig angezeigt. Hohe Blutzuckerwerte werden von guten Diabetikerwarnhunden bereits ab 170 angezeigt. Auf diese Weise kann der Diabetiker rechtzeitig Kohlenhydrate zu sich nehmen bzw. Insulin spritzen, um einer Hypoglykämie bzw. Hyperglykämie gegen zu wirken.

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Quelle: Sabine Kleist und Assistenzhundezentrum
Bild: pixabay