ASBÖ: Offizielles Statement zu Vorgangsweise Coronavirus

Anwendung des Algorithmus für unsere SanitäterInnen und Ärzte

Offizielles Statement zu Vorgangsweise Coronavirus (Jänner 2020)

Gegenwärtig wird sehr viel über das neuartige Coronavirus in den Medien berichtet, was in der Bevölkerung zu vielen Verunsicherungen geführt hat. Dennoch wird das Risiko einer großflächigen weltweiten Verbreitung der Krankheit außerhalb Chinas derzeit als gering eingestuft.

Aufgrund der nachgewiesenen Möglichkeit einer Mensch-zu-Mensch Übertragung ist aber mit dem Auftreten von weiteren Fällen auch in Europa zu rechnen. Für alle unsere SanitäterInnen haben wir sofort einen Algorithmus mit einer klaren Handlungsanweisung erstellt, um im täglichen Einsatz einen Verdachtsfall „Neuartiges Coronavirus“ von anderen Krankheitsbildern abgrenzen und angemessene Selbstschutzmaßnahmen durchführen zu können.

Coronaviren (CoV) bilden eine große Familie von Viren, die leichte Erkältungen bis hin zu schweren Lungenentzündungen verursachen können. Zu den Coronaviren gehören u.a. auch das MERS-Coronavirus und das SARS-Coronavirus. Die Übertragung erfolgt von Mensch-zu-Mensch und über direkten Kontakt von Tier-zu-Mensch als Tröpfchen-Infektion. Personen mit Grunderkrankungen haben ein höheres Infektionsrisiko. Die Inkubationszeit beträgt 2-14 Tage, wobei Virenträger auch schon vor dem Auftreten klinischer Symptome infektiös sind.

Was ist ein Verdachtsfall „Neuartiges Coronavirus“?

Verdacht bedeutet aus Sicht des Rettungsdienstes, dass bisher kein Erregernachweis vorliegt und der Verdacht aufgrund der Symptomatik am Einsatzort vom von Sanitäter auf Basis der Handlungsanweisungen gestellt wird.

Personen mit:

  • akuter respiratorischer Symptomatik Fieber, Husten, Kurzatmigkeit, Atembeschwerden beliebiger Schwere, Pneumonie

UND

  • innerhalb von 14 Tagen vor Krankheitsbeginn
  • Aufenthalt in China und/oder
  • Kontakt mit einem bestätigten Fall mit 2019-nCoV Wahrscheinlicher Fall: Person mit einem erfüllten klinischen Bild und Kontakt mit einem bestätigten Fall, bei der kein Nachweis von 2019-nCoV durch ein geeignetes labordiagnostisches Verfahren durchgeführt wurde.

Bestätigter Fall:

  • Person mit labordiagnostischem Nachweis von 2019-nCoV.

Definitionen

Klinisches Bild: Vorliegen eines akuten respiratorischen Syndroms (mit oder ohne Fieber sowie mit oder ohne Husten), bei der basierend auf klinischen, radiologischen oder histopathologischen Hinweisen auf ein entzündliches Infiltrat der Verdacht besteht oder, dass die unteren Atemwege betroffen sind (z.B. Pneumonie oder akutes Atemnotsyndrom).

Kontakt:

Innerhalb der letzten 14 Tage vor Erkrankungsbeginn Versorgung bzw. Pflege als medizinisches Personal oder Familienmitglied eines wahrscheinlichen bzw. bestätigten Falles.

Anwendung des Algorithmus:

Die Möglichkeit, dass ein(e) Sanitäter(in) im Routinebetrieb mit einem Verdachtsfall Neuartiges Coronavirus“ konfrontiert wird, ist ausgesprochen gering. Trotzdem ist u. a. auch im Interesse der eigenen Sicherheit insbesondere auf den Selbstschutz und eine angemessene, sowie professionelle Vorgangsweise bei jedem Einsatz oder Transportauftrag zu achten.

Sollte bei einer Person im Rahmen des Erstkontaktes Fieber und eines der beschriebenen Symptome erhoben werden, dann ist dieser Algorithmus „Neuartiges Coronavirus Erstverdacht“ anzuwenden. Die Reise- bzw. Kontaktanamnese sollte allerdings auch bereits in den Leitstellen bei Hauptbeschwerde „Respiratorische Symptomatik“ erhoben und der Einsatzmannschaft mitgeteilt werden.

Dadurch können diese ihre Selbstschutzmaßnahmen rechtzeitiger und somit noch effizienter durchführen. Lokale behördliche Anweisungen sind zu berücksichtigen. Weitere relevante Updates erfolgen zeitnah.

Weitere Informationen zu

Für allgemeine Fragen wurde eine bundesweite Coronavirus Hotline eingerichtet, an der Expertinnen und Experten der AGES Fragen rund um das Corona-Virus beantworten. Telefon: 0800 555 621 – Montag bis Freitag von 09.00 bis 17.00 Uhr.

Quellen:

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Quelle: https://www.samariterbund.net/
Bild: Samariterbund