Es war mir eine besondere Ehre und Freude

Besuchs- & Therapiebegleithündin "Hanni" verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand

Wien, 29.04.2019

Gestatten wenn ich mich kurz vorstelle (für alle die mich nicht kennen): Mein Name ist Havanna vom Müllnerberg, Kurzname Hanni, so ruft mich auf jeden Fall mein Herrli und mein Frauerl.

Ich bin von der Rasse ein Neufundländer. Mein Herrli ist heuer 40 Jahre und mein Frauerl 39 Jahre beim Samariterbund ehrenamtlich tätig. Und beide sagen mir das ist schon sehr lange. Doch ich weiß nicht was die beiden meinen?

Es Zeit für mich in den Ruhestand zu treten!

Ich bin jetzt über 12 Jahre alt und davon 10 “Menschenjahre” als Samariterbund Besuchs- & Therapiebegleithündin im Einsatz. Doch Hundejahre zählen bekanntlich anders als Menschenjahre, vor allem bei großen Hunden wie ich eine bin. Also wenn ich so kurz nachrechne, war ich dann ja fast doppelt solange als mein Herrli im Einsatz. Geistig bin ich noch immer fit, jedoch meine Hüften spielen nicht mehr so richtig mit, ich tu mir beim Gehen und Aufstehen schon sehr schwer.

Der Beginn

Begonnen hab ich damals mit meinem lieben Freund dem Darios einem Golden Retriver, der war auch ein Samariterbund-Besuchshund, der hat mir gezeigt wie das so geht. Drei meiner lieben Freunde der Darios, die Cindy und die Kelly leben leider nicht mehr, aber ich habe jetzt zwanzig neue Hundefreunde, die das Gleiche machen bzw. machen möchten wie ich, und das freut mich wirklich sehr.

Mein Wesen

Ich bin menschenfreundlich und kontaktfreudig, habe ein hohe Reizschwelle gegenüber Lärm, bin aufmerksam und zugänglich, ruhig und ausgeglichen, bestens sozialisiert und schon gar nicht schreckhaft, verspielt und offen, habe eine hohe Toleranz bei Körperkontakt und ungewöhnlichem Verhalten und eine enge und vertrauensvolle Bindung zu meinem Herrli und Fraudi.

Das wichtigste an unserer Arbeit ist, dass wir den Menschen Freude bringen. Beziehungsarbeit, Pädagogik, Freude, Spaß und Spiel stehen immer im Vordergrund.

Meine Ausbildung

Damit ich als Therapiebegleithund arbeiten darf, mussten mein Herrli und ich zuerst eine Ausbildung in einem Hunde-Ausbildungsverein absolvieren und mit einer BGH1-Prüfung abschließen. Eine gute Grundausbildung sollte übrigens jeder Hundebesitzer mit seinem Hund in einem anerkannten Verein machen, das erspart viel Ärger. Das haben wir beim Heeresportverein in Wien Simmering gemacht. Die waren übrigens sehr streng dort!

Und erst nach dieser – als ich dann alle Voraussetzungen die ein Samariterbund-Besuchshund haben soll erfüllt habe – musste ich viel Neues dazulernen und regelmäßig üben. Dann habe ich die Samariterbund-Besuchshundeausbildung und wieder eine Prüfung abgelegt.

Seit 2015 gibt es eine neue gesetzliche Regelung für Therapiebegleithunde und eine neue Beurteilung und Zertifizierung durch das Messerli Institut, was ich wirklich sehr gut finde. Da musste ich dann noch mehr lernen und üben, da ich ich jedes Jahr den externen Prüfern zeigen musste, dass ich alle Voraussetzungen für diese sehr verantwortungsvolle Tätigkeit immer noch erfülle. Das ist übrigens auch nicht so einfach! Aber wie heißt es so schön: Übung macht den Meister!

Meine Einsätze

Ich war zu Beginn mit meinem Frauerl und dann mit meinem Herrli in Kindertagesheimen und Volksschulen, in Behinderten-, Pflege- und Altenheimen, in Krankenhäusern, in Tageszentren und Sozialstationen, habe Einzelpersonen besucht und war bei zahlreichen Öffentlichkeitsveranstaltungen dabei. Das hat mir immer sehr viel Spaß gemacht wenn ich den anderen eine Freude machen konnte. Ich hab dann auch immer eine Belohnung und viel Lob bekommen.

Ich war mit meinen Freunden auch oft im TV und in vielen Zeitungen abgebildet, hat mir mein Herrli gesagt, ich kann leider nicht so gut bzw. anders sehen wie er, aber dafür kann ich gut hören und noch besser riechen, was mein Herrli nicht so gut kann wie ich!

Sei wie es ist

Im April war ich noch bei der Tiersegnung beim Dompfarrer Toni Faber und beim Mädchentag in Favoriten – das war mein allerletzter Dienst. Mit Ende April 2019 gehe ich nun offiziell in den wohlverdienten Ruhestand und heuer muss ich nicht mehr zur Prüfung antreten. Meine Kenndecke und mein Halstuch bleiben nun für immer im Einsatzrucksack.

Ich genieße jetzt meinen Lebensabend in meinem schönen Garten auf der Simmeringer Haide und hoffe, dass ich noch einige Zeit mit meinem Herrli und Fraudi, dem Berni, dem Peter und dem Sebastian verbringen kann.

Mein Herrli und ich sagen nun Dankeschön für die schöne Zeit und die vielen glücklichen Gesichter die wir durch unsere Tätigkeit mit den großen und kleinen Menschen sehen durften.

PS: Meinen Hundekollegen wünsche ich viel Erfolg bei der nächsten Einsatzüberprüfung!

Eure Hanni
Samariterbund Besuchs- & Therapiebegleithündin i.R.
Neufundländer

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