11. Oktober = Internationaler Tag der seelischen Gesundheit

Samariterbund hilft durch Beratung, Information, Vorsorge und erarbeitet gemeinsam Lösungen

Wien, 10.10.2018

Jeder zweite Mensch fällt einmal in seinem Leben in eine psychische Krise. Jeder zehnte hat einmal in seinem Leben eine depressive Verstimmung. Jeder von uns kennt vermutlich jemanden, der schon einmal professionelle Hilfe gebraucht hat. Trotzdem ist das Thema eines, über das man nicht spricht. Therapie? Das ist doch nur was für Irre. Was für ein Unsinn! Dass das Thema psychische Erkrankung derart stigmatisiert ist, ist ein Problem unserer Gesellschaft.

Ich gehe doch auch zum Zahnarzt, wenn ich Zahnschmerzen habe

„Körperliche und psychische Probleme gehen oft Hand in Hand. Psychische Erkrankungen, allen voran Angsterkrankungen, Depressionen sowie Alkohol- und andere Suchterkrankungen, zählen heute zu den führenden Gesundheitsproblemen. Die Zahl der Betroffenen nimmt jährlich zu. Wir wissen auch, dass Armut und soziale Ausgrenzung eng mit psychischen Krankheiten zusammenhängen. Aber auch Internetsucht oder Essstörungen werden häufiger sowie jene Krankheiten, die eng mit dem Lebensstil zusammenhängen, wie das Burnout. Vorurteile führen oft dazu, dass Betroffene viel zu spät Hilfe suchen und die Erkrankung viel schwerer verläuft. Jeder fünfte Österreicher hatte schon Burn-out ähnliche Zustände, Tausende leiden unter extremer Erschöpfung“, sagt Dr. med. univ. Thomas Kroiss, Gruppenarzt & Medizinischer Leiter des Samariterbund Bildungszentrums Favoriten.

Zahlen – Daten – Fakten

Psychische Störungen sind derzeit die vierthäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Eine im April 2018 publizierte Studie zeigte folgende Fakten:

1,1 Milliarden Menschen oder 15,5 Prozent der Weltbevölkerung litten im Jahr 2016 an psychischen Leiden. Der Anteil der betroffenen Männer betrug 16 Prozent, jener unter den Frauen 15 Prozent. Vier Prozent der Menschen (drei Prozent der Männer bzw. 4,5 Prozent der Frauen) und somit weltweit rund 268 Millionen Personen litten an Depressionen. Der Anteil der von Angststörungen Betroffenen an der Weltbevölkerung betrug vier Prozent (drei Prozent der Männer, 4,7 Prozent der Frauen – 275 Millionen Menschen).

Samariterbund nimmt seine Verantwortung wahr

“Erste Hilfe für die Seele ist uns ein ganz besonderes Anliegen. Im Bereich der körperlichen Erkrankungen ist Erste Hilfe eine Selbstverständlichkeit. Der Samariterbund setzt sich im Bereich Gesundheit- und Soziale Dienste in einigen Bereichen speziell jedoch in der Wohnungslosenhilfe mit diesem wichtigen Thema auseinander”; erklärt Bundesrettungsrat Wolfgang Zimmermann, Landessozialreferent vom Samariterbund Wien.

Ziel der Einrichtungen ist es, Menschen nach akuter Obdachlosigkeit ein stabiles Umfeld und Betreuung zu bieten, sowie Perspektiven und Realisierungsstrategien in Hinblick auf eigenständiges, unbetreutes Wohnen zu entwickeln. Betreut werden die Menschen von einem Team aus SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen und WohnbetreuerInnen, die regelmäßig beim Teamtagen ihre Arbeit reflektieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten.

“Hilfe für Helfer” durch PEER-Teams des ASBÖ

Im Dienstalltag packen Einsatzkräfte dort an, wo alle anderen nur die Blicke abwenden. Eine solche Souveränität zu entwickeln, erfordert ein hohes Maß an Belastbarkeit und verlangt Körper und Geist einiges ab. Dabei ist es vollkommen normal, dass jeder Einzelne Schutzmechanismen anwendet – schwierig wird es nur, wenn ein Punkt erreicht wird, an dem die Schutzmechanismen nicht mehr wirken. Die Folge sind Belastungsstörungen: Psychische und physische Dauererschöpfung (“Burn Out”) sowie Posttraumatische Belastungsstörungen können hierbei langfristig die Konsequenz sein.

“Notfallpsychologen und sogenannte PEERs sind Personen aus den eigenen Reihen die hier gezielt eingesetzt werden und helfen können. Der Samariterbund arbeitet auch sehr eng mit der AkutBetreuungWien bei Einsätzen zusammen, wo speziell eine Psychosoziale Betreuung in Notfallsituationen notwendig ist”; ergänzt Wolfgang Zimmermann.

Psyschosoziale Beratung für schutzsuchende Menschen

Der Samariterbund unterstützt Jugendliche, Erwachsene und Familien die aus ihrer Heimat flüchten mussten und nun Schutz in Österreich suchen. Ziel des Samariterbundes ist es, auch in der Flüchtlingsbetreuung seiner humanistischen Grundauffassung gerecht zu werden: Alle Menschen, die Hilfe benötigen, werden ungeachtet ihrer politischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit unterstützt und betreut … weiterlesen

Menschen in psychischen Krisen brauchen unverzüglich, unbürokratisch und professionell Hilfe. Die Psychiatrische Soforthilfe in Wien steht daher rund um die Uhr als Not- und Krisendienst zur Verfügung. Der Tag der Seelischen Gesundheit findet heuer am Dienstag, den 30. Oktober 2018 von 13:00 Uhr bis 19:00 Uhr wieder im Wiener Rathaus statt.

Generell mehr Aufklärung notwendig!

“In der Bevölkerung gibt es zu wenig Wissen über psychische Erkrankungen. Und auch nur eine kleine Zahl der Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden, erhält nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Behandlung und Pflege. Noch immer verhindert die Angst vor einer Stigmatisierung, dass gezielte Hilfe in Anspruch genommen wird. ÄrztInnen und ApothekerInnen haben im Rahmen eines integrierten Gesundheitssystems eine wichtige Rolle bei der Betreuung von Patienten mit psychischen Gesundheitsproblemen”, ergänzt Dr. Kroiss.

Die World Federation for Mental Health (WFMH), eine weltweite Organisation mit Berater-Status bei den Vereinten Nationen und Organisatorin des Aktionstages, fordert daher mehr Aufmerksamkeit für diese Problematik. Nicht nur die Betroffen selbst, auch Ärztinnen/Ärzte, Pflegepersonen, aber auch Freunde und Angehörige sollten sich der Möglichkeit einer unentdeckten Depression bewusst sein. Es sei daher wichtig, vor allem Menschen mit einer schweren oder chronischen Erkrankung auf eine begleitende Depression zu untersuchen und gegebenenfalls speziell medizinisch zu betreuen.

Bild: Samariterbund

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