Samariterbund: Trauriger Rekord - Silvester sorgte für fast 2.500 Einsätze

Polizei, Feuerwehr und Rettung hatten zum Jahreswechsel so viel zu tun wie noch nie

Wien, 02.01.2019

Wiener Rekord-Blaulicht Nacht: 122, 133, 144 sowie der Samariterbund Wien zum lauten und feurigen Jahreswechsel im Großeinsatz!

Vorab das Positive: Der 29. Wiener Silvesterpfad verlief “fröhlich und friedlich”, wie die Veranstalter mitteilen. Bereits um 14.00 Uhr wurden von den Veranstaltern rund 350.000 Menschen gezählt. Der Samariterbund Wien stellte von 14:00 bis 02:00 Uhr Früh am Silvesterpfad die sanitätsdienstliche Betreuung der rund 750.000 Besucher sicher, denn Notfälle kennen keine Feiertage.

Aus Sicherheitsgründen setzte die Polizei wie schon im Vorjahr erneut auf Videoüberwachung auf dem Partygelände. Verschiedene Rammschutzmaßnahmen wurden zudem getroffen worden. Die Polizei war in der ganzen Stadt mit mehreren hundert Beamten im Einsatz. Dennoch …

Lauter und feuriger war Silvester in Wien noch nie: Trotz zahlreicher Informationen und allen Verboten zum Trotz geriet Silvester zur Rekord-Blaulichtnacht: Die Polizei hatte mit 1.700 Einsätzen ein 30-Prozent-Plus, die Feuerwehr fuhr 240 Mal aus, die Rettung 491 Mal.

122 Feuerwehr

Knapp 240 Mal ist die Wiener Berufsfeuerwehr in der Dienstschicht zum Jahreswechsel ausgerückt. Unter anderem in der Leopoldstadt, wo eine fehlgeleitete Rakete einen Balkon im siebenten Stock in Brand gesetzt hatte. Über eine Drehleiter wurde der Brand “im Außenangriff unter Atemschutz abgelöscht” und ein Übergreifen auf die Wohnung verhindert, berichtete die Berufsfeuerwehr am Neujahrstag in einer Aussendung.

In Simmering geriet um etwa 23.00 Uhr ein überdachter Lagerplatz eines Gärtnereibetriebes in Vollbrand, der beim Eintreffen der Feuerwehr bereits auf die Dachkonstruktion von zwei angrenzenden Wohnhäusern übergegriffen hatte. Auch eine Lagerhütte auf dem Nachbargrundstück war betroffen. Unter Atemschutz wurde mittels vier Löschleitungen eine Brandausbreitung verhindert und das Feuer bekämpft.

Eine 14-Jährige hingegen erlitt im Prater Brandwunden, als eine Rakete in Bodennähe explodierte, u.v.m.

133 Polizei

Die Einsatzprotokolle der Polizei weisen mit 1.700 Alarmen fast ein Drittel mehr als im Vorjahr aus. Dutzende durch Böller gesprengte Zigarettenautomaten und Mistkübel sowie eine wüste Mitternachtsschlägerei zwischen Jugendbanden mit zwei Verletzten im Hügelpark (Meidling) hielten die Exekutive auf Trab. Außerdem gab es einen Einsatz gegen eine Kioskverkäuferin in der Leopoldstadt. Sie hatte verbotene und gefährliche Pyrotechnik verkauft.

144 Rettung

Bei der Berufsrettung verzeichnete man in der Nachtschicht zwischen 19.30 Uhr und 07:00 Uhr früh 491 Ausfahrten. Der Samariterbund Wien sorgt am 29. Wiener Silvesterpfad für Sicherheit. Mehr als 60 Rettungs- und NotfallsanitäterInnen und sechs NotärztInnen leisteten auch heuer wieder zum Jahreswechsel Sanitätsdienst in der Wiener Innenstadt.

Dutzende Hunde ausgebüxt

Im Tierschutzhaus Vösendorf und auch im Tierquartier Wien verzeichnete man in der Silvesternacht eine “noch nie dagewesene” Rekordzahl an abgegebenen Hunden und Katzen, die entlaufen waren. Fast alle Tiere wurden jedoch bereits von den Besitzern abgeholt.

MA 48 – 400 Kubikmeter Müll

Um 02:00 Uhr war dann Schluss mit Feiern. Während die Besucher nach Hause fuhren oder ihren Weg in die umliegenden Lokale fanden, rückten die städtischen Putztrupps erst aus. Rund 110 Mitarbeiter der MA 48 kümmerten sich um die Abfälle der Feiermeute. Laut Rathaus werden an die 400 Kubikmeter Müll – vor allem Scherben und Papier – beseitigt. Mit acht kleinen und fünf großen Kehrmaschinen, einem Kran mit einer 32 Kubikmeter fassenden Einsatzmulde, drei Müllwagen sowie 16 Pritschen und Kleinladegeräten waren die orangen Saubermacher zugange. Spätestens bis zum Neujahrskonzert glänzte die Stadt wieder.

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Quellen: Feuerwehr, Polizei, Rettung, MA 48, Samariterbund Leopoldstadt
Bild: Samariterbund