Nettes Feedback einer alten Dame ...

... über einen Samariterbund Besuchshundeeinsatz

Wien, 03.12.2012

Lieber Herr Erdle, liebe Frau Erdle,

ich möchte mich nochmals recht herzlich – natürlich auch im Namen meiner Großmutter – für Ihren heutigen Besuch bei uns bedanken.

Es war wunderbar zu erleben, wie sehr meine Großmutter sich geöffnet hat.
Obwohl sie an sich immer eher ein fröhlicher Mensch war, der gerne interagiert hat (auch jetzt noch) war das heute wirklich herausragend. In der Regel gelingt es uns nämlich nicht, sie so lange aufmerksam zu halten, sie sinkt dann immer wieder in sich zurück und das war heute nicht der Fall (und es waren ja doch 1,5 Stunden, das habe ich erst bemerkt, als Sie weg waren ;-)

Der Fernseher, der über den Tag durchgehend ihre Aufmerksamkeit hat, war kein Thema. Sie hat nicht einmal bemerkt, dass ich ihn abgedreht habe, wogegen sie sonst protestiert. Aufgrund der Demenz sind ja lange Unterhaltungen mit ihr nicht mehr möglich, durch Ihren Hund hatte ich aber das Gefühl, dass sie durchgehend “bei uns war”, was auch für mich, ihre Enkelin, ein beglückendes Erlebnis war. Es ist schade, dass mein Großvater heute nicht dabei war. Er ist geistig ja vollkommen klar, liest alle Zeitungen, ist besser informiert als ich und leidet natürlich besonders unter der Situation mit seiner Frau. Für ihn wird es ebenso wichtig sein, seine Frau so erleben zu können.

Ich war gerade bei ihr und sie spricht mit Begeisterung darüber, immer wieder sagt sie, wie lieb der Hund war und wie freundlich die Leute, die da mitgekommen sind.

Erlebnisse dieser Art sind so enorm wichtig und die Bedeutung des seelischen Wohlbefindens wird meiner Ansicht nach noch immer unterschätzt. Betroffene, die selbst nicht mehr mobil sind, sind ja darauf angewiesen, dass man sie besucht. Als Familie tun wir unser Bestes aber alles erfordert so viel “Organisatorisches”, dass das Vergnügen zu kurz kommt. Es ist schon wichtig, dass sie gepflegt und bekocht und behütet ist – aber ihre Freude, ihr Lachen, ihr Vergnügen – Dinge, die selbstverständlich sind, wenn man jünger oder zumindest mobil ist – sind mindestens ebenso wichtig und das kommt leider zu kurz. Wenn es nach ihr oder mir ginge, könnten Sie jeden Tag kommen! Mir ist natürlich klar, dass das nicht geht und so freuen wir uns jetzt schon auf ihren nächsten Besuch.

Mit lieben Grüßen ……..

Impressionen